Der ultimative Fotorucksack Guide [2017]

Im heutigen Beitrag geht es um den Fotorucksack. Ich gebe dir Tipps dazu, worauf du beim Kauf achten solltest, wie du am besten packst und welches der für mich beste Fotorucksack ist.

Was ist ein Fotorucksack?

Ein Fotorucksack ist ein spezieller Rucksack zum Transportieren deiner Fotoausrüstung. Er dient dazu, dass du deine Kamera und deine Objektive komfortabel und geschützt tragen kannst.

Fotorucksack Lowepro Flipside 500 AW

Fotorucksack Lowepro Flipside 500 AW

Aus diesen zwei Gründen hilft es, sich auf das wesentliche Fotoequipment zu beschränken

Ich bin ein großer Freund davon, meine Fotoausrüstung auf wenige Teile zu begrenzen. Das hat zwei Vorteile:

  1. Ich muss weniger Gewicht tragen. Das ist nicht nur rückenfreundlicher, ich bin dadurch auch weniger schnell ausgepowert und habe länger Freude am Fotografieren.
  2. Ich beschränke das Equipment, was ich mitnehme, auf die Objektive und Filter, die ich dann auch tatsächlich brauche. Damit muss ich beim Fotografieren weniger Entscheidungen treffen und kann mich besser auf die Bilder konzentrieren, statt auf die Technik. Das führt letztendlich zu besseren Fotos.

Tipp: Die 80 / 20 Regel beim Packen deiner Fotoausrüstung anwenden

Nun sagst du vielleicht: Ja das stimmt, aber vielleicht brauche ich auf der Fototour auch noch dieses Objektiv und jenen Filter.

Die 80 / 20 Regel aus dem Geschäftsleben besagt, dass 20 % deiner Kunden 80 % deines Umsatzes ausmachen. Die restlichen 80 % deiner Kunden machen demnach nur 20 % Prozent deines Umsatzes aus. Da liegt es nahe, sich auf die 20 % deiner Kunden zu konzentrieren, die eben den Löwenanteil deines Umsatzes ausmachen und die anderen zu kündigen. Dann machst du mit 20 % Arbeitsaufwand weiterhin 80 % deines normalen Umsatzes.

Diese Regel findet sich in vielen Bereichen des täglichen Lebens wieder. Auch für das Packen meines Fotorucksacks ist sie interessant. Am Anfang deiner Fotografie wirst du vermutlich alle Objektive mitnehmen, die du hast, weil du eines dieser Objektive ja vielleicht doch noch brauchen könntest.

Es lohnt sich, von deinen Fotos eine Monats- und eine Jahresauswahl zu erstellen – eben deine besten Bilder aus dieser Zeit. Wenn du das über einen längeren Zeitraum machst, wirst du merken, mit welchen Objektiven du deine besten Bilder machst. Vermutlich sind das nur ein oder zwei Objektive. Die anderen Linsen hast du immer dabei, aber selten machst du damit ein Bild, das den Sprung in deine Monats- oder gar Jahresauswahl schafft.

Und nun kannst du die 80 / 20 Regel anwenden: Nimm einfach nur die Objektive mit, mit denen du deine besten Bilder machst.

Ich habe beispielsweise mit der Zeit gemerkt, dass ich meine besten Bilder der Landschaftsfotografie Touren durchgehend mit meinem Canon 10-22 mm aufgenommen habe. Bei mir ist die Quote statt 80 % sogar noch höher. Etwa 90 – 95 % meiner Bilder aus der Jahresauswahl sind in diesem Brennweitenbereich aufgenommen. Was habe ich daraus gelernt? Ich nehme für meine Landschaftstouren praktisch nur noch das 10-22 mm als einziges Objektiv mit.

Wieso ich lieber einen Fotorucksack statt einer Fototasche verwende

Wenn ich nur meine Kamera, ein Objektiv und vielleicht drei Filter mitnehme, liegt es nahe, nur eine kleine Fototasche zu nutzen. Mein Stativ könnte ich ja in die Hand nehmen. Früher habe ich dann oft eine kleine Tasche wie die Tamrac System 6 genutzt.

Tamrac System 6 Fototasche

Tamrac System 6 Fototasche

Auch diese Taschen sind praktisch aufgeteilt, durchdacht und schützen deine Fototechnik gut. Das Problem ist, dass du das Gewicht der Tasche durch den Schultergurt immer auf einer Seite trägst. Sicher ist es möglich, hier ab und an zu wechseln. Aber in der Praxis hast du die Tasche meist auf der gleichen Schulter. Mit einem Fotorucksack hast du das Gewicht immer auf beiden Schultern verteilt. Das trägt sich über einen längeren Zeitraum einfach viel bequemer. Dadurch hast du wieder längere Zeit Freude und mehr Elan am Fotografieren. Deshalb würde ich immer einen Fotorucksack einer Fototasche vorziehen.

Worauf du beim Kauf eines Fotorucksacks achten solltest

Der für mich wichtigste Punkt: Tragekomfort

Wie du schon merkst, spielen bei mir der Komfort und der gesundheitliche Aspekt eine große Rolle. Daher ist dieser Punkt auch einer der Wichtigsten für mich: Ich will meine Fotoausrüstung über längere Zeit bequem und möglichst ermüdungsfrei tragen können. Hier spielt natürlich auch eine Rolle, inwieweit der Fotorucksack zu deinem Körper und besonders zu deiner Größe passt. Deshalb rate ich dazu, den Fotorucksack vorher auszuprobieren.

Meist haben die großen Elektronikmärkte nicht allzu viele Fotorucksäcke vorrätig. Es kann also sinnvoller sein, auf einer gemeinsamen Fototour mit einigen anderen Fotografen mal deren Rucksäcke aufzusetzen. Da dann in den Rucksäcken auch schon Kameras und Objektive drin sind, ist dieser Versuch viel praxisnaher als im Geschäft einen leeren oder nur notdürftig bestückten Fotorucksack aufzusetzen.

Die Schultergurte sollten gut gepolstert sein, etwas Luft am Rücken ist ebenfalls nicht verkehrt. Für größere Ausrüstungen mit Teleobjektiven, wie sie Sport- und Tierfotografen benötigen, sind Brust- und Beckengurt sowie Lageverstellriemen unabdingbar.

Beckengurt

Beckengurt

Mit einem guten Beckengurt lässt sich beispielsweise für längere Touren fast das gesamte Gewicht auf dem Becken lagern, was viel besser für den Rücken ist. Ein Brustgurt verhindert, dass die Schultergurte nach außen abdriften und damit die Schultern belasten. Mit Lageverstellriemen lässt sich der Rucksack optimal auf deinen Rücken anpassen.

Ergonomisch ist es von Vorteil, wenn das Fotoequipment so nah wie möglich am Rücken anliegt. Dementsprechend sollte der Fotorucksack auch so konstruiert sein.

Die Größe – Wie viele Bodys und Objektive nimmst du mit?

Vor dem Kauf solltest du dir im Klaren darüber sein, welches Equipment du mitführen willst:

  • Brauchst du eine oder zwei Kameras?
  • Wie viele Objektive willst du mitnehmen?
  • Wie groß sind diese Objektive?
  • Welche Filter brauchst du auf deinen Fototouren?
  • Welches Zubehör wie Akkus, Speicherkarten, Fernauslöser und Putztücher wirst du mitnehmen?
  • Kommen vielleicht in den nächsten zwei Jahren noch mehr Objektive oder Kameras dazu?
  • Willst du ein Stativ mitnehmen?

Wenn du diese Punkte durchdenkst, empfehle ich dir wieder die 80 / 20 Regel zu nutzen, die ich oben bereits erwähnt hatte.

Beschränk dich auf das Equipment, das du wirklich brauchst.

Zusatzfach auf der Vorderseite

Zusatzfach auf der Vorderseite

Üblicherweise brauche ich auf Fototouren nicht nur meine eigentliche Fotoausrüstung, sondern noch mehr als das. Meist habe ich noch eine dünne Jacke, Essen und Trinken, einen E-Book Reader, Kopfhörer, Portemonnaie und Handy dabei. Wenn ich auswärts übernachte, muss ich natürlich die Sachen dafür auch mitnehmen.

Es ist also wichtig, in deinem Fotorucksack nicht nur Platz für deine Fototechnik einzukalkulieren, sondern auch für Zubehör. Bei mir nimmt die Fotoausrüstung etwa 60 % des Platzes ein, die anderen Sachen etwa 40 %.

Gute Qualität – auf diese Merkmale solltest du achten

Wichtig ist natürlich auch die Verarbeitung des Rucksacks. Laufen die Reißverschlüsse sauber, sind die Nähte gut verarbeitet? Dein Fotoequipment sollte so gut wie möglich geschützt sein. Dazu zählt, dass es in deinem Fotorucksack bestens gepolstert lagert, denn er kann auch mal unabsichtlich Stöße abbekommen, etwa beim Abstellen oder wenn du irgendwo aneckst. Mit einer guten Polsterung trägt deine Ausrüstung in solchen Situationen keinen Schaden davon.

Gute Polsterung im Innenraum

Gute Polsterung im Innenraum

Ein oft unterschätzter Punkt: Das Handling

Auf einer Fototour muss ich öfter meine Kamera ein- und auspacken, ich möchte vielleicht an ein anderes Objektiv ran oder muss die Filter aus dem Fotorucksack holen. Vielleicht muss ich das auch mit einer Hand bewerkstelligen, weil ich die Kamera gerade in der anderen Hand habe. Je nachdem, wie der Rucksack konstruiert ist, gehen diese Handgriffe mehr oder weniger schnell oder eben mehr oder weniger umständlich.

Ich habe kürzlich einen Fotorucksack zum Testen bekommen, der viele Anforderungen für einen gutes Produkt erfüllt. Ich bekomme meine gesamte Ausrüstung hinein, er lässt sich gut tragen und hat sogar ein Laptopfach. Das Problem war, dass die Zugänge zum Fach für Fotoequipment so eng geschnitten waren, dass es umständlich war, dort etwas zu entnehmen. Deshalb war der Fotorucksack auf Dauer nichts für mich.

Schau dir vor dem Kauf an, wie gut du an dein eingepacktes Fotoequipment heran kommst.

  • Lassen sich die Reißverschlüsse gut öffnen?
  • Sind die Öffnungen von der Größe her so gewählt, dass du dein Equipment bequem entnehmen kannst?
  • Gibt es viele kleine Taschen, damit du dein Zubehör gut organisieren kannst?
  • Wie schnell kannst du dein Stativ an- und abnehmen?
  • Kannst du deine Objektive und Filter zur Not mit einer Hand aus dem Rucksack holen?
  • Kommst du auf einer längeren Wanderung schnell an deine Kamera, ohne vorher übermäßig viele Reißverschlüsse und Laschen öffnen zu müssen?
Innenseite der Lasche des Hauptfachs mit Taschen für Zubehör

Innenseite der Lasche des Hauptfachs mit Taschen für Zubehör

Aufteilung – Den Fotorucksack optimal an deine Ausrüstung anpassen

Viele Fotorucksäcke bieten die Möglichkeit, die darin befindlichen Fächer an den eigenen Bedarf anzupassen. Je nachdem welche Kamera und welche Objektive du nutzt, kannst du diese optimal verstauen. Dazu gibt es im Rucksack kleine Stoffwände mit Klettverschlüssen, die du variabel an der richtigen Stelle anbringen kannst. Mittlerweile bieten fast alle Hersteller wie Lowepro, Evoc, Mantona, Crumpler, Vanguard, F-Stop und König diese Möglichkeit an.

Innenraum

Innenraum

Eine gute Stativhalterung

Ich nutze für 90 % meiner Bilder ein Stativ. Besonders für mich als Landschaftsfotograf ist eine Stativhalterung am Fotorucksack wichtig. Mittlerweile bringen immer mehr Rucksäcke diese Halterung mit, allerdings ist sie oft viel zu klein dimensioniert. Mit viel zu klein meine ich, dass die Halterung dann nur für kleine Stative gedacht ist. Bringt man dann ein normales Stativ wie das Manfrotto 190 an, sitzt dieses nicht fest am Rucksack und bewegt sich beim Tragen hin und her.

Was die Halterung selbst angeht, gibt es auch hier wieder ergonomische Unterschiede. Nicht nur, dass das Stativ fest sitzen sollte, es lohnt sich auch, dass sich das Stativ so nah wie möglich am Körper befindet – beispielsweise an der Seite des Rucksackes. Dies entlastet den Rücken beim Tragen. Dabei muss der Rucksack dann natürlich so gepackt werden, dass auf der anderen Seite Ausgleichsgewicht lagert, damit nicht eine Schulter- oder Beckenseite mehr belastet wird.

Wenn das Stativ und dessen Schwerpunkt sich weit hinten am Rucksack befinden, dann zieht es dich permanent nach hinten. Deine Muskulatur muss also die ganze Zeit gegen diese Richtung arbeiten, was auf Dauer ermüdend ist.

Stativ an der Seite befestigt

Stativ an der Seite befestigt

Nicht zuletzt spielt das Handling wieder eine Rolle: Das An- und Abnehmen des Stativs sollte ohne großen Aufwand machbar sein.

Regenschutz & Meine Erfahrung mit der „Wasserdicht“-Angabe bei Fotorucksäcken

Besonders wenn du viel mit dem Fotorucksack draußen unterwegs bist, dann ist ein Regenschutz wichtig. Meine Erfahrung ist, dass ein eigener Regenschutz als Überzieher besser funktioniert als die „Wasserdicht“-Angabe des Herstellers.

Das wurde bei einer Fototour in Schottland auf die Probe gestellt. Hier wanderten wir drei Stunden in strömendem Regen. Der Rucksack sollte laut Hersteller wasserdicht sein, hatte aber keinen überziehbaren Regenschutz. Die ersten zwei Stunden hielt der Rucksack auch sein Versprechen, ab dann drückte das Wasser jedoch durch.

Das ist wie bei einer Regenjacke, die auch eine bestimmte Wassersäule als Angabe hat, bis zu der es trocken bleibt. Meine Empfehlung also: Lieber auf einen überziehbaren Regenschutz achten.

Spezielle Fotorucksäcke

Fotorucksack mit Daypack

Wie ich oben schon geschrieben habe, brauchst du bei einer Fototour normalerweise nicht nur deine Fotoausrüstung, sondern auch noch Dinge wie Essen, Trinken, eine dünne Jacke und etwas Zubehör. Mittlerweile gibt es Fotorucksäcke, die ein Fach für das Fotoequipment haben und ein eigenes Fach für diese zusätzlichen Dinge. Dieses Extrafach nennt sich in diesem Fall Daypack. Wie der Name verrät, passen da die Dinge rein, die du bei einer Tour für einen Tag benötigst.

Lowepro Photo Sport 200 AW mit Daypack

Lowepro Photo Sport 200 AW mit Daypack

Fotorucksäcke für Wandern, Outdoor und Trekking

Für längere Touren braucht es mehr Stauraum, denn du musst mehr Klamotten und zusätzliche Dinge mitnehmen. Um das alles unterzubringen und die Last dennoch gut tragen zu können, gibt es wiederum spezielle Modelle für das Wandern und das Trekking. In der Regel sind diese Rucksäcke noch besser auf Ergonomie ausgelegt und besitzen ein gutes Tragesystem, was das Gewicht auf deiner Hüfte lagert.

Jack Wolfskin ACS Photo Pack Pro zum Wandern

Jack Wolfskin ACS Photo Pack Pro zum Wandern

Fotorucksack mit Laptopfach

Wer seinen Laptop mit auf Fototour nehmen möchte, für den ist ein Modell mit eigenem Laptopfach wichtig. Hier ist ein Lowepro Fastpack 250 denkbar.

Lowepro Fastpack 250 mit Laptopfach

Lowepro Fastpack 250 mit Laptopfach

 

Kann ich meinen Fotorucksack im Flugzeug mit in das Handgepäck nehmen?

Für Flugreisen ist es natürlich interessant, welchen Fotorucksack du als Handgepäck mit in den Flieger nehmen kannst. Ein wenig ist das von den Angaben der jeweiligen Fluggesellschaften abhängig, aber als Faustregel habe ich folgende Maße für das Handgepäck im Kopf:

  • Maximalgröße: 55 cm × 40 cm × 20 cm
  • Maximalgewicht: 8 kg

Eine schöne Übersicht über die unterschiedlichen Angaben der jeweiligen Fluggesellschaften gibt es bei Wikipedia. Auf meinen bisherigen Flugreisen ist es mir noch nie passiert, dass ich meinen Fotorucksack nicht als Handgepäck mitführen dürfte. Es wurde auch dahingehend noch nie kontrolliert.

Schultergurte

Schultergurte

Wieso überhaupt im Handgepäck?

Es ist bekannt, dass das Ver- und Entladen der Koffer in den Flugzeugen nicht gerade zimperlich vonstatten geht. Daher transportiere ich sensible Dinge, wie die Fotoausrüstung und den Laptop lieber im Handgepäck. Das Stativ verstaue ich in Pullover und Jacken eingewickelt im Koffer, das hat bisher gut funktioniert.

Fotorucksack Tests

Wie bereits erwähnt, bietet der Markt eine Vielzahl an verschiedenen Modellen. Ich empfehle auf jeden Fall vor dem Kauf bei Freunden, die auch fotografieren, ein paar Fotorucksäcke durchzuprobieren. Im Netz finden sich nicht allzu viele gute und vor allem echte Fotorucksack Tests. Einen Guten findest du jedoch bei den Kollegen von DigitalPHOTO. Ebenfalls tolle Infos gibt es auf Taschenfreak.de. Da ich auch schon so einige Fotorucksäcke benutzt habe, gebe ich nachfolgend meine persönliche Empfehlung.

Der für mich beste Fotorucksack

Meine Empfehlung für den besten Fotorucksack basiert auf den Erfahrungen aus den letzten 12 Jahren. Dabei hat sich der Lowepro Flipside 500 AW herauskristallisiert.

Er bringt einen Regenschutz mit, die Aufteilung lässt sich flexibel gestalten und mein Stativ kann ich sowohl hinten als auch an der Seite anbringen. Dazu bietet er genug Stauraum für die zusätzlichen Dinge auf einer Tagestour oder sogar mal ein ganzes Wochenende (wobei ich sehr minimalistisch packe).

Fotorucksack Lowepro Flipside 500 AW

Fotorucksack Lowepro Flipside 500 AW

Zwei Punkte muss ich am Flipside 500 AW noch positiv hervorheben.

Punkt 1: Das Fotofach lässt nur an der Rückenseite öffnen. Das hat den Vorteil, dass Diebe in gefüllten Verkehrsmitteln wie S- oder U-Bahn den Rucksack nicht so leicht öffnen können. Ich muss also den Rucksack absetzen, um an das Equipment heranzukommen. Der Lowepro bietet aber den sogenannten Flipside Mechanismus an, sofern du den Beckengurt (=Hüftgurt) nutzt. Damit kannst du die Schultergurte absetzen, den Rucksack um deine Hüfte rotieren und dann im Stehen das Fotofach öffnen. Ich nutze diesen Mechanismus jedoch praktisch nicht. Ein weiterer Vorteil des Öffnens an der Rückenseite: Wenn du den Rucksack im Schnee hinlegst, um an das Equipment heran zu kommen, hast du danach beim Aufsetzen keinen nassen Rücken.

Punkt 2: Das Eigengewicht des Rucksacks ist für den gebotenen Schutz und Komfort angenehm niedrig. Ich hatte vorher einen Tamrac Expedition 5 Fotorucksack und ein Freund einen Expedition 8. Der Flipside 500 AW bringt nur etwas mehr als die Hälfte des Expedition 8 auf die Waage.

Ob der Fotorucksack für dich passt, ist natürlich auch von deiner Körpergröße abhängig. Für große Menschen wie mich ist der Flipside 500 AW wunderbar. Für mehr Infos habe ich einen ausführlichen Lowepro Flipside 500 AW Test geschrieben. Wenn du nicht gerade 2 Meter groß bist, dann würde ich dir stattdessen den Flipside 400 AW empfehlen.

Fotorucksack Lowepro Flipside 400 AW

Fotorucksack Lowepro Flipside 400 AW

Bonus: 3 Grundregeln um deinen Fotorucksack richtig zu packen

  1. Schwere Gegenstände möglichst nah an den Rücken
  2. Leichte Dinge wie die Jacke unten verstauen
  3. Den Inhalt fest anziehen

Die erste Regel betrifft natürlich besonders die Kamera, die Objektive und das Stativ. Vor einigen Monaten habe ich das Innenleben meines Fotorucksackes so umgebaut, dass ich mein Manfrotto Befree Stativ im Hauptfach und damit direkt am Rücken tragen kann.

Wenn es der Aufbau des Rucksacks zulässt, kannst du leichte Dinge wie die Jacke nach unten packen, damit das Gewicht etwas mehr in der Mitte des Rückens lagert. Mit dieser zweiten Regel hast du zusätzlich etwas Polsterung nach unten für das Abstellen des Fotorucksacks.

Regel drei bezieht sich besonders auf das Stativ, das fest angezogen am Rucksack hängen sollte. Hier ist wichtig, dass es sich nicht beim Laufen nach links und rechts bewegt, geschweige denn nach hinten. Sonst muss dein Körper immer wieder dagegen arbeiten.

Ich hoffe dieser Artikel war für dich hilfreich. Wenn du noch Fragen zum Thema Fotorucksäcke hast oder deine Erfahrungen mit mir teilen möchtest, dann schreib mir gerne einen Kommentar!

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10 Kommentare

  1. Nutzer Avatar

    Sehr cooler Artikel! Ich selbst habe seit über 10 Jahren den Lowepro Flipside 300, eine kleinere Version von deinem empfohlenden 500 AW. Die Möglichkeit, den Beckengurt zum schnellen Öffnen des Rucksacks zu verwenden, liebe ich und nutze sie wirklich sehr oft. Das funktioniert sogar im Gehen und ermöglicht mir das extrem schnelle Wechseln des Objektivs, ohne den Rucksack abnehmen zu müssen.

    • Nutzer Avatar

      Hey Christian,

      ich kenne auch so einige andere Fotografen die das Flipside System nutzen, ist schon ne coole Erfindung. Danke für deine Erfahrungen!

      Liebe Grüße,

      Matthias

  2. Nutzer Avatar
    Ralf-Jörg Crüger

    Hallo Mattias,
    endlich mal ein guter und konstruktiver Praxistest zum Thema Fotorucksäcke. Deine Anmerkungen und Tipps sind sehr hilfreich, da es zu Recht wenig gute Übersichten bzw. Einblicke zu geeigneten Rucksäcken gibt.
    Daher vielen Dank für Deinen heutigen Beitrag. Hat mir sehr geholfen.
    Weiter so !!!

    Beste Grüße aus Berlin von
    Ralf

  3. Nutzer Avatar
    Angelika Ziegler

    Hallo Matthias,
    der Artikel kam für mich gerade zur richtigen Zeit. Gerade die Empfehlung der 80/20 Regel ist eine sehr gute, denn ich habe auch gemerkt, dass ich immer viel zu viel eingepackt habe. Also für den coolen Tipp herzlichen Dank.
    Im übrigen findie ich Deine Artikel bis jetzt alle sehr gut und leicht umsetzbar.
    Viele Grüße
    Angelika

  4. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias
    Herzlichen Dank für diesen Artikel. Da ich auch sehr oft in der Natur auf Fotopirsch unterwegs bin, werde ich mir den Tipp mit der 80%/20%-Regel hinter die Ohren schreiben. Auch den Tipp mit der Monats- resp. Jahresauswertung der Objektive finde ich nachahmenswert. Auch ich mache die Erfahrung, dass ich immer wieder dieselben Objektive anwende.
    Schöne Zeit und immer gut Licht.
    Liebe Grüsse
    Gusti

  5. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias,

    danke für den ausführlichen Artikel.

    Nach Erfahrungen mit einem günstigen Fotorucksack von XTREMPLUS, der zwar gut aufgeteilt, sehr praktisch, aber schlecht verarbeitet war, habe ich mich generell von Fotorucksäcken verabschiedet. Ich bin nun bei einem „normalen“ Trekkingrucksack gelandet, der einen Zugriff von vorne erlaubt. Im Rucksack lässt sich dann eine ICU oder auch einen Fototasche unterbringen. Das ist nicht ideal, aber ok. Der Tragekomfort und das Platzangebot (für nicht-Fotoequipment) dürfte weitaus besser sein.

    Viele Grüße,
    Jens

    • Nutzer Avatar

      Hallo Jens,

      da muss ich dir zustimmen, der Tragekomfort ist bei richtigen Trekkingrucksäcken oder Tages-Wanderrucksäcken wesentlich besser.

      Danke dir fürs Teilen deiner Erfahrungen!

      Liebe Grüße,

      Matthias

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