Spiegelreflexkamera für Einsteiger – So findest du deine perfekte Kamera

Wenn du noch keine Spiegelreflexkamera hast und vielleicht auf der Suche nach einer bist, dann möchte ich dir hier einige Tipps an die Hand geben, wie du die beste Spiegelreflexkamera für Einsteiger findest.

Dieser Artikel beleuchtet ausführliche alle Aspekte dazu. Wenn du direkt zu meinen Empfehlungen für Kameras möchtest, dann klick hier.

Inhaltsverzeichnis

So bin ich zu meiner ersten digitalen Spiegelreflexkamera gekommen

Ich habe mir 2004 die erste digitale Kompaktkamera gekauft, eine Canon Powershot A75. Damit habe ich versucht, Bilder nachzuahmen, die ich auf DeviantART gesehen habe. Etwa ein Jahr später kam der Wunsch auf, mir eine digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) zu kaufen.

Canon Powershot A75 mit Kaufdatum

Canon Powershot A75 mit Kaufdatum

Damals war die Auswahl jedoch noch relativ beschränkt. Mit der Canon EOS 300D hatte Canon zu der Zeit die erste bezahlbare Spiegelreflexkamera auf den Markt gebracht. Diese Kamera kostete damals etwa 700 Euro, andere DSLRs waren erst für weit über 1000 Euro zu haben.

Insofern hatte ich keine Probleme mich zu entscheiden. Heute fällt die Auswahl deutlich schwerer.

Wichtige Vorüberlegungen für Einsteiger

Die Kamera in die Hand nehmen

Einer der wichtigsten Tipps ist die Kamera in die Hand zu nehmen. Viele der heutigen Spiegelreflexkameras sind technisch auf einem guten Niveau.

Es ist aber genauso wichtig, dass du Spaß an der Kamera hast und diese gern in die Hand nimmst. Ebenso wichtig ist es, dass sie gut in der Hand liegt und dass sie sich angenehm anfühlt.

Deshalb kann ich nur dazu raten, in den nächsten Elektronikmarkt zu gehen und die Spiegelreflexkameras für Einsteiger dort in die Hand zu nehmen. Schau durch den Sucher, klick dich durchs Menü, mach ein paar Aufnahmen damit. Genauso wichtig kann für dich das Geräusch der Kamera sein, wenn du damit auslöst. Probier es einfach aus.

So kriegst du ein erstes Gefühl für deine neue Kamera. Jeder hat andere Vorlieben, daher ist es schwierig zu sagen, welches die beste Spiegelreflexkamera für Einsteiger ist.

Canon EOS 300D - Meine damalige Einsteiger DSLR

Canon EOS 300D – Meine damalige Einsteiger DSLR

Warum du nicht die billigste Kamera nehmen solltest

Wie ich oben schon geschrieben habe, bewegen sich selbst günstige Einsteigerkameras heute auf einem guten Niveau. Wieso rate ich also davon ab, das günstigste Modell zu nehmen?

Wenn du nach dem Kauf eine Weile fotografierst, dann wirst du dich weiterentwickeln. Das kann nach ein paar Wochen oder Monaten der Fall sein. Dann gibt es vielleicht Features, die du gerne an deiner Kamera hättest, die diese aber nicht mitbringt. In diesem Moment begrenzt dich deine Kamera.

Daher rate ich dazu, nicht die günstigste DSLR zu nehmen, sondern lieber gleich ein Level weiter zu gehen. So hast du länger etwas von deiner Kamera und brauchst nicht gleich nach einem halben Jahr nach einem neuen Modell zu schauen.

Canon EOS 1300D - Spiegelreflexkamera für Einsteiger

Canon EOS 1300D

Wieso das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Spiegelreflexkameras für Einsteiger stimmt

Ich nenne die Kameras, die nicht die günstigsten sind, sondern eine Stufe höher liegen, gehobene Einsteigerkameras. Bei diesen Kameras hast du viele Features der Mittelklasse- und Profimodelle. Das Preis-Leistungs-Verhältnis bei den gehobenen Einsteigerkameras ist daher extrem gut.

Welche Vorteile haben teurere Kameras?

Eine teurere Kamera hat im Wesentlichen folgende Features, welche den Menschen, die öfter fotografieren, die Arbeit etwas erleichtert:

  1. Robuster
  2. Schneller
  3. Bessere Bedienung
  4. Größerer Sucher
  5. Größerer Sensor
  6. Mehr Megapixel

Robuster

Mittelklasse- und Profikameras haben statt eines Kunststoffgehäuses oft eines aus Magnesium. Das ist wesentlich robuster und übersteht auch mal einen Sturz.

Schneller

Diese Kameras sind schneller, das heißt sie speichern schneller und machen mehr Bilder pro Sekunde.

Bessere Bedienung

Zusätzliche Bedienelemente erleichtern die tägliche Arbeit mit Mittelklasse- und Profikameras. Mit einem zusätzlichen Daumenrad lassen sich bestimmte Einstellungen schneller machen als mit einem Joystick.

Größerer Sucher

Das kleine Fenster, durch das du an einer Spiegelreflexkamera schaust, nennt sich Sucher. Bei teureren Kameras ist der Sucher in der Regel größer und heller, was die Bildkomposition erleichtert.

Größerer Sensor

Der größere Sensor von Mittelklasse- und Profikameras sorgt für eine bessere Bildqualität und im Portraitbereich für einen unschärferen Hintergrund.

Mehr Megapixel

Profikameras haben mitunter mehr Megapixel und bieten damit Profifotografen die Möglichkeit, ihre Bilder größer zu drucken. Mit größer meine ich hier ab zwei Meter aufwärts.

Canon EOS 5D Mark IV

Canon EOS 5D Mark IV – Profi Spiegelreflexkamera

Viele dieser Features brauchst du jedoch als Einsteiger nicht. Warum fotografiere ich also immer noch mit einer Spiegelreflexkamera für Einsteiger?

  1. Ich habe in den letzten 12 Jahren noch nie meine Kamera fallen lassen.
  2. Als Landschaftsfotograf reichen mir 3 Bilder pro Sekunde vollkommen aus, was heute jede Spiegelreflexkamera packt.
  3. Bei meinen Motiven kommt es nicht darauf an, dass ich die Einstellungen besonders schnell mache, daher vermisse ich kein Daumenrad.
  4. Meine Bildkomposition mache ich oft mit dem Stativ und dem Bildschirm der Kamera, deshalb ist ein großer Sucher für mich nicht relevant.
  5. Die Bildqualität von größeren Sensoren ist nach meinen Tests nicht so viel besser, dass ich das drei- bis vierfache dafür bezahlen will. Mit der Bildqualität meiner jetzigen Spiegelreflexkamera für Einsteiger bin ich absolut zufrieden.
  6. Für meine Ausstellungen mache ich keine Drucke, die größer als 90 x 60 cm sind. Daher reichen mir die Megapixel von Spiegelreflexkameras für Einsteiger vollkommen aus.

Diese Gründe sind sehr subjektiv. Ich hatte bereits viele verschiedene Kameras, auch Mittelklasse- und Profikameras. Ich bin wieder bei den gehobenen Einsteigerkameras gelandet, weil ich mit der Bildqualität einfach super zufrieden bin und das Preis-Leistungs-Verhältnis hier stimmt. Und wenn die Kamera wirklich mal kaputt geht, dann kann ich diese finanziell viel leichter ersetzen.

Spiegelreflexkamera für Einsteiger

Meine Canon EOS 700D Spiegelreflexkamera für Einsteiger im Einsatz an der Bastei

Worin liegen die Unterschiede einer Spiegelreflexkamera im Vergleich zu Kompaktkameras?

Nun hast du vermutlich bereits eine Kompaktkamera und fragst dich, was sich für dich verbessert, wenn du dir eine Spiegelreflexkamera kaufst. Deine neue Kamera wird wahrscheinlich:

  • mehr manuelle Einstellmöglichkeiten bieten,
  • eine wesentlich bessere Bildqualität haben,
  • die Möglichkeit, verschiedene Objektive zu nutzen, bieten,
  • ein wesentlich besseres Handling besitzen,
  • dir die Möglichkeit geben, deine Bilder viel größer auszudrucken bei besserer Qualität,
  • Bilder mit verschwommenem Hintergrund aufnehmen können,
  • die Option bieten, Weitwinkelobjektive zu nutzen,
  • die Flexibilität des RAW-Formates bieten,
  • den Einsatz von Filtern am Objektiv ermöglichen,
  • schneller sein und
  • einen schnelleren Autofokus besitzen.

Eine Spiegelreflexkamera, egal welcher Klasse, bietet dir auf jeden Fall einen großen Schritt nach vorn im Vergleich zu deiner bisherigen Kompaktkamera. Doch muss dir neben dem Preis auch klar sein, dass die DSLR wesentlich größer und schwerer ist.

Regenbogen am Cap Formentor

Leichter und kleiner: Als Alternative eine spiegellose Kamera / Systemkamera

Ich habe bisher die ganze Zeit von Spiegelreflexkameras gesprochen. Mittlerweile gibt es aber immer mehr Möglichkeiten, die Bildqualität einer DSLR mit weniger Gewicht und Größe in einem Gehäuse zu bekommen. Die spiegellosen Kameras, auch Systemkameras genannt, besitzen oft die gleichen Sensoren wie eine DSLR, haben jedoch kein Spiegelreflexsystem. Dadurch können Sie kleiner gebaut werden.

Ohne SLR-System gibt es natürlich auch keinen optischen Sucher, sondern einen digitalen. Ist das ein Vor- oder Nachteil? Diese Einschätzung ist wieder vollkommen subjektiv. Beide Sucher haben ihre Vorzüge, daher empfehle ich wieder: selbst im Geschäft ausprobieren.

Ich schreibe nachfolgend über Spiegelreflexkameras.

Features einer Spiegelreflexkamera für Einsteiger

Entscheidende Kriterien – Worauf muss ich achten?

Jeder hat andere Bedürfnisse. So wird auch jeder andere Punkte haben, an denen er eine gute Kamera festmacht. Ich versuche es deshalb mal relativ allgemein zu halten.

Die Kamera sollte…

  • eine gute Bildqualität liefern.
  • intuitiv bedienbar sein.
  • schnell genug sein.
  • über einen großen Bildschirm verfügen.
  • genügend Megapixel haben.
  • einen ausreichend großen Sucher haben.
  • ein gutes Autofokussystem haben.
  • gut in deiner Hand liegen.
  • eine ausreichende Akkulaufzeit haben.
  • ein Kamerasystem nutzen, in dem es eine ausreichende Anzahl von Wechselobjektiven gibt.
  • Objektive nutzen, die dich nicht arm machen.
  • RAW Dateien nutzen, die von Lightroom und Photoshop unterstützt werden.
  • ein Zubehörprogramm haben, was zu deinen Wünschen passt.

Das sind eine Menge Punkte, was? Hier die gute Neuigkeit: 95 % der aktuellen Spiegelreflexkameras für Einsteiger bieten all diese Features. Es wird also schwer, eine schlechte Entscheidung bezüglich der Auswahl zu treffen.

Langzeitbelichtung mit der Canon EOS 700D im Harz

Langzeitbelichtung mit der Canon EOS 700D im Harz

Gewicht & Größe berücksichtigen

Wie schon geschrieben, bietet eine Spiegelreflexkamera viele Vorteile gegenüber einer Kompaktkamera. Wenn du jedoch vor hast, dir eine solche Kamera zu kaufen, dann musst du dir auch darüber im Klaren sein, dass du eben nicht mehr die 250 Gramm deiner Kompaktkamera mit dir rum trägst, sondern dass es ganz schnell 1 bis 1,5 Kilogramm werden können.

Auch die Größe solltest du bedenken. Eine Kompaktkamera kannst du ohne Probleme in die Jackentasche stecken, mit einer DSLR geht das nicht. Für eine DSLR samt Objektiven und Zubehör brauchst du fast immer eine extra Tasche, die du mit dir herumschleppen musst.

Andererseits macht es deine eigene Fotografie auch viel ernsthafter. Du gehst anders an das Fotografieren heran, wenn du dieses Equipment dabei hast.

Mein Equipment mit Kamera, Stativ und Fotorucksack im Torrent de Pareis auf Mallorca

Mein Equipment mit Kamera, Stativ und Fotorucksack im Torrent de Pareis auf Mallorca

Wie viel Megapixel sind nötig?

Ich nehme es gleich vorweg: Wenn ich heute nach einer neuen Kamera schaue, dann ist mir die Anzahl der Megapixel praktisch egal. Warum ist das so?

Dazu musst du erst einmal hinterfragen, wieso mehr Megapixel überhaupt besser sind.

Als kleiner Vergleich: Mein aktuelles Handy hat 12 Megapixel. Meine alte Canon EOS 450D hat ebenfalls 12 Megapixel. Ist deswegen die Bildqualität gleich gut? Nein. Die Bildqualität der DSLR ist natürlich besser.

Mehr Megapixel bedeuten also nicht, dass eine bessere Bildqualität gegeben ist.

Mehr Megapixel sind dann interessant, wenn du oft großformatige Drucke machst. Mit großformatig meine ich größer als 90 x 60 cm. Ich mache regelmäßig Ausstellungen. Dabei passiert es mir selten, dass ich größer als in diesem Format drucke. Selbst die Bildqualität aus meiner alten 450D mit 12 Megapixeln sieht in 90 x 60 cm Druckgröße grandios aus.

Ausstellung

„Cloud Launching Pad“ in einer Ausstellung – Ein Druck aus 12 Megapixeln

Ich würde daher sagen, dass 95 % der Fotografen nicht mehr als 12 Megapixel brauchen.

Wenn du dir den aktuellen Kameramarkt ansiehst, dann hat selbst die günstigste Spiegelreflexkamera für Einsteiger 18 Megapixel. Daher ist die Anzahl der Megapixel für mich praktisch kein Kaufkriterium.

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Wenn du deine DSLR gekauft hast, eine Weile damit fotografiert hast und noch mehr Tipps zur Bildqualität haben willst, dann kann ich dir mein kostenloses E-Book für maximale Bildqualität empfehlen.

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Wieso ich das Klappdisplay liebe

Ein Feature, was ich in den letzten Jahren sehr zu schätzen gelernt habe, ist das praktische Klappdisplay. Ich fotografiere 90 % meiner Bilder vom Stativ aus. Dabei ist das Stativ oft nur knapp über dem Boden aufgestellt. Dann durch den Sucher zu schauen, verlangt so einige Akrobatik oder dreckige Knie. Mit einem Klappdisplay geht das aber ganz bequem. Dies macht sich besonders in der Landschafts- und Architekturfotografie bemerkbar.

Ich mache meine Bildkompositionen auch lieber im Liveview auf dem Display statt im Sucher der Kamera. Als Liveview auf den Markt kam, wurde es noch von vielen Fotografen belächelt. Heute ist es ein wichtiges Werkzeug für schwierige Kamerapositionen oder Situationen, in denen der Fokus oder die Komposition genau sitzen muss.

Regenschauer am Cap Formentor

Langzeitbelichtung in der Infrarotfotografie mit der 700D am Cap Formentor auf Mallorca

Objektive – was du für den Anfang wissen musst

Ist das Kit-Objektiv brauchbar?

In der Vergangenheit hat man im Netz oft davon gelesen, dass das Kit Objektiv keine gute Bildqualität bringt. Es wurde dazu geraten, gleich ein anderes Objektiv zu kaufen oder als erstes nach dem Kit Objektiv Selbiges zu ersetzen.

Ich teile diese Einstellung nicht. Das hat mehrere Gründe. Die heutigen Kit Objektive sind sehr gut geworden. Ein Canon EF-S 18-55 STM IS steckt viele andere Objektive qualitativ in die Tasche. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hier einfach phänomenal.

Auch in der Vergangenheit waren die Kit Objektive nicht schlecht. Es ist wie mit der eigenen Kamera: Du musst nur damit umzugehen wissen. Wenn du die richtigen Einstellungen wählst, bringt das Kit Objektiv eine tolle Bildqualität. Ich nutze noch heute besagtes 18-55 STM und bin sehr zufrieden damit.

Canon EF-S 18-55mm IS STM

Canon EF-S 18-55mm IS STM

Nun gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Objektiven, die es in Kombination mit einer neuen Spiegelreflexkamera zu kaufen gibt. Hier muss man wissen, welche Brennweiten aus optischer Sicht funktionieren können und bei welchen matschige Bilder vorprogrammiert sind. Daher: Kit Objektiv ist nicht gleich Kit-Objektiv.

Suppenzooms meiden: So findest du heraus, ob ein Objektiv gute Bildqualität liefert

Früher gab es in der Fotografie keine Zoomobjektive. Jedes Objektiv hatte nur eine bestimmte Brennweite, also einen bestimmten Bildwinkel. Wollte man mehrere Bildwinkel haben, so musste man verschiedene Objektive in der Tasche haben.

Objektive mit einem sehr großen Zoombereich werden abfällig als Suppenzooms bezeichnet. Das hat den Grund, dass die Bildqualität dieser Objektive nicht besonders gut ist.

Zoomobjektive arbeiten mit gezielter Linsenverschiebung und ermöglichen so unterschiedliche Bildwinkel. Diese Linsenverschiebung hat jedoch ihre Grenzen. Es ist optisch nur sehr schwer möglich, über einen besonders großen Zoombereich bei einem Objektiv gute Bildqualität zu liefern. Das hängt einfach mit den optischen Gesetzen zusammen.

Als Faustregel gilt: Das Objektiv sollte nicht viel mehr als einen dreifachen Zoom besitzen.

Was heißt das genau?

Die Endbrennweite sollte nicht viel mehr als das Dreifache der Anfangsbrennweite betragen.

Ein Beispiel: Eine sehr beliebte Brennweite bei Kit Objektiven ist 18-55mm.

Endbrennweite / Anfangsbrennweite = Zoombereich

55mm / 18mm = 3,05 facher Zoom

Mit einem solchen Zoomobjektiv kannst du also eine gute Bildqualität erwarten.

Nehmen wir als Gegenbeispiel ein 18-200mm Objektiv.

200mm / 18mm = 11,11 facher Zoom

Solch ein großer Zoombereich kann aus optischen Gründen nicht mit guter Bildqualität einhergehen. Objektive mit solch einem Zoombereich sind zwar auf Reisen praktisch, da man nur ein Objektiv mitnehmen muss, machen aber den Vorteil der Bildqualität einer DSLR zunichte.

Merke: Ein Zoomobjektiv sollte nicht viel mehr als einen dreifachen Zoom haben, damit die Bildqualität gut bleibt.

Wenn du diese Rechnung kennst, dann kannst du bei den verschiedenen Kit Objektiven, die es zur Kamera deiner Wahl gibt einschätzen, ob dabei die Bildqualität stimmt.

Entstehung einer Langzeitbelichtung am Cap Formentor, Mallorca

Entstehung einer Langzeitbelichtung am Cap Formentor, Mallorca

Warum ich zum 18-55mm Objektiv rate

Wenn du noch nicht weißt, was du mal fotografieren willst, dann rate ich dir zu einer Spiegelreflexkamera für Einsteiger mit einem 18-55mm Kit Objektiv. Nach den letzten 12 Jahren in der Fotografie empfinde ich diesen Brennweitenbereich als sehr universell. Du kannst damit sowohl Landschaft als auch Portrait fotografieren.

Noch eine coole Sache: Viele der heutigen 18-55mm Kit Objektive haben einen Bildstabilisator, sodass du weniger verwackelst.

Normalerweise weißt du zu Beginn deiner Fotografie noch nicht, welches mal deine Lieblingsmotive werden. Und das musst du auch nicht. Am Anfang weißt du für dich, dass du mehr in deinem neuen Hobby Fotografie machen willst. Daher ist es gut, ein universelles Objektiv zu haben, mit dem du viele Fotorichtungen ausprobieren kannst.

Daher mein Rat: Nimm eine DSLR mit einem 18-55mm Objektiv und probiere im ersten Jahr so viel wie möglich aus.

  • Fahr an die Küste oder in die Berge.
  • Frag eine Freundin oder einen Freund, ob du sie oder ihn fotografieren kannst.
  • Gehe zu einem Fußballspiel und fotografiere Menschen in Bewegung.
  • Fotografiere Gebäude in der Stadt.
  • Mach abstrakte Bilder von alltäglichen Dingen.
  • Fotografiere ein Feuerwerk.
  • Gehe in einen Park und lass dich dort inspirieren.
  • Fotografiere die Insekten in einer Blumenwiese.
  • Entwickle deine eigenen Ideen über das, was du mit deiner Fotografie sagen und zeigen willst.

Das 18-55mm Objektiv eignet sich für diese Zeit richtig gut. Nach einigen Monaten wird sich bei dir wahrscheinlich eine oder mehrere Fotorichtungen herauskristallisieren, die du besonders gern machst. Wenn das soweit ist, dann kannst du deine bis dahin besten Bilder analysieren und schauen, mit welchen Brennweiten du diese Bilder aufgenommen hast. Meist ergibt sich dann eine Tendenz, sodass du dich dann nach einem neuen Objektiv umsehen kannst.

Zum Fotografieren muss man nicht immer weit fahren

Zum Fotografieren muss man nicht immer weit fahren

Es soll keine Regel darstellen, aber wenn du Landschaften fotografierst, dann wirst du wahrscheinlich viel mit 18mm fotografieren. Dann kann für dich ein Weitwinkelobjektiv in Zukunft interessant sein. Fotografierst du im ersten Jahr viele Portraits mit 55mm? Dann könnte eine 85mm Festbrennweite dich weiter bringen. Vielleicht machst du aber auch viele Aufnahmen von Szenen auf der Straße mit 30mm? Dann kann eine lichtstarke 30mm Festbrennweite für dich interessant sein.

Auf was du dich spezialisieren wirst, das weißt du erst, wenn du eine Weile fotografiert hast. Daher nimm einfach das 18-55mm, sei so aktiv wie möglich und nimm den ganzen Spaß mit, den die Fotografie in sich trägt!

Was ist eigentlich Lichtstärke?

Canon EF 50mm f/1,8 STM

Canon EF 50mm f/1,8 STM

In diesem Zuge muss ich noch auf den Begriff der Lichtstärke eingehen. Die Lichtstärke gibt im übertragenen Sinne abhängig von der Brennweite an, wie viel Licht durch das Objektiv auf den Sensor einfallen kann. Als Beispiel kannst du mit einem 50mm mit Blende 1.4 noch in dunkleren Situationen ohne Stativ fotografieren als mit einem 50mm Objektiv bei Blende 2.8. Die Blende wird vom Hersteller immer in der Objektivbezeichnung mit angegeben. Ein 50mm 1.4 ist also lichtstärker als ein 50mm 2.8.

Diese Arten von Objektiven gibt es

In der Fotografie gibt es verschiedene Objektive, die meist nach ihrer Brennweite, also ihrem Bildwinkel unterschieden werden.

Grundlegend gibt es folgende Arten von Objektiven:

Weitwinkelobjektiv = Ein Objektiv mit besonders großem Bildwinkel, beliebt in der Landschafts- und Architekturfotografie. Beispiel: Canon EF-S 10-22mm.

Standardzoom Objektiv = Ein normales Zoomobjektiv, wie beispielsweise das 18-55mm an der Spiegelreflexkamera für Einsteiger. Es bietet sowohl einen leichten Weitwinkel als auch ein leichtes Tele. Beispiel: Canon EF-S 17-55mm.

Teleobjektiv = Ein Objektiv, mit dem man weiter entfernte Motive wie Tiere oder Sportler groß aufnehmen kann. Beispiel: Canon EF-S 55-250mm STM.

Makroobjektiv = Ein Objektiv, mit dem man an die Motive besonders nah herangehen kann. Beliebt für Blumen, Insekten und kleine Details. Beispiel: Canon EF 100mm Makro.

Festbrennweite = Ein Objektiv, das nur eine bestimmte feste Brennweite hat, also einen festgelegten Bildwinkel. Festbrennweiten sind oft lichtstärker als Zoomobjektive und haben meist eine bessere Bildqualität. Beispiel: Canon 50mm 1.8 STM.

Pancake Objektiv = Eine besonders flach konstruierte Festbrennweite, flach wie ein Pfannkuchen (Pancake). Pancake Objektive sind meist nicht ganz so lichtstark. Beispiel: Canon 24mm 2.8.

Fisheye Objektiv = Ein weitwinkliges Objektiv, bei dem die Linien, je weiter sie sich von der Bildmitte entfernt befinden, umso gekrümmter erscheinen. Canon EF 8-15mm Fisheye.

Tilt & Shift Objektiv = Ein Objektiv, bei dem sich die Schärfeebene und die Verschiebungsebene gegenüber dem Sensor einstellen lässt. Wird besonders in der Landschafts- und Architekturfotografie eingesetzt. Beispiel: Canon TS-E 24mm.

Morgens am Cap Formentor auf Mallorca

Morgens am Cap Formentor auf Mallorca

Ist ein Bildstabilisator sinnvoll?

Ein Bildstabilisator sorgt dafür, dass deine Bilder auch ohne Stativ nicht so leicht verwackeln. Ein Bildstabilisator ist daher also immer sinnvoll, sofern du ohne Stativ fotografierst. Prinzipiell ist es natürlich immer sinnvoll, dass du mit einem Stativ fotografierst, auch um die Geschwindigkeit aus der Fotografie zu nehmen und sich mehr Gedanken über das Bild zu machen.

Kann ich analoge Objektive weiter verwenden?

Vielleicht hast du noch Objektive aus der Zeit der Filmfotografie oder willst auch genau jetzt umsteigen auf die digitale Fotografie. Grundsätzlich passen so gut wie alle alten Objektive mit einem entsprechenden Adapter auch an die neue digitale Spiegelreflexkamera.

Das Problem ist, dass die Bildqualität der alten Linsen mit einer DSLR nicht mehr besonders gut ist. In der analogen Fotografie ist es nicht ganz so schlimm, wenn die Lichtstrahlen ein wenig schräg auf den Film treffen. Ein digitaler Sensor besteht jedoch aus mehreren Schichten. Wenn die Lichtstrahlen hier schräg auftreffen, dann wird das Bild unscharf.

Fazit: Grundsätzlich sind alte Objektive weiter verwendbar. Zugunsten der Bildqualität solltest du aber zu neueren Objektiven wechseln.

Meine Fotoausrüstung für die Reise

Meine Fotoausrüstung für die Reise

Dieses Zubehör empfehle ich für den Anfang

Wenn du deine erste Spiegelreflexkamera kaufst, dann empfehle ich für den Einstieg noch etwas Zubehör einzurechnen, damit du gleich erfolgreich starten kannst.

Soll ich gleich einen zusätzlichen Akku dazu kaufen?

Für meine Kamera benutze ich als Landschaftsfotograf immer zwei Akkus. Einer befindet sich immer in der Kamera, der andere ist voll geladen im Fotorucksack. Wenn ich eine Tour mache, die sich über einen oder mehrere Tage erstreckt, fotografiere ich so lange, bis der Akku in der Kamera leer ist. Dann wechsle ich auf den vollen Akku und lade Abends in der Unterkunft den leeren Akku wieder auf. Auf diese Weise werden die Akkus immer voll entleert, was ihrer Lebensdauer zugute kommt.

Wenn du nur einen Akku hast, dann wirst du diesen wahrscheinlich vor jeder Tour laden, da du ja nicht willst, dass dir beim Fotografieren der Strom ausgeht. Einen Akku fast nie zu entleeren, sondern immer wieder aufzuladen, kommt der Lebensdauer aber nicht besonders entgegen.

Ich würde also empfehlen, zusätzlich zu dem Akku, der mit der Kamera mitkommt einen zweiten zu kaufen. Ich benutze meist originale Hersteller Akkus, auch wenn diese etwas teurer sind. Die Akkus zu meiner damaligen Canon EOS 450D habe ich zu Beginn gekauft und innerhalb von 5 Jahren nicht einmal austauschen müssen.

Doch auch andere Hersteller bauen durchaus gute Akkus, die günstiger zu haben sind.

Langzeitbelichtung bei Alcudia auf Mallorca

Langzeitbelichtung bei Alcudia auf Mallorca

Wie viele Speicherkarten in welcher Größe brauche ich?

Wie viele Speicherkarten du brauchst, ist natürlich stark von deinen fotografischen Gewohnheiten abhängig. Auf meiner Schottland Reise habe ich in einer Woche etwa 300 Bilder gemacht. Einige Portraitfotografen schießen so viel Bilder aber an einem Tag.

Ich nehme hier mal als Beispiel die Dateien aus meiner Canon EOS 700D mit 18 Megapixeln, welche ebenfalls zur Klasse der gehobenen Spiegelreflexkameras für Einsteiger gehört. Dabei kann ich auswählen, ob die Kamera JPG Dateien oder RAW Dateien speichern soll.

RAW ist das Rohdatenformat der Kamera, welches eine eigene Nachbearbeitung benötigt, aber wesentlich mehr Optionen bietet. Ich fotografiere in 98 % der Fälle im RAW Format.

Auf eine 16 GB Speicherkarte passen dabei laut Kameraanzeige etwa 2350 Fotos im JPG Format oder etwa 630 Fotos im RAW Format.

Ich nutze eine 16 GB Karte in der Kamera, die ich aber eigentlich nie voll mache. Ich habe zusätzlich immer eine zweite Karte mit 16 GB Speicherkapazität dabei, die da wäre, wenn die erste Karte voll ist. Wenn du also für den Beginn zwei 16 GB Speicherkarten nimmst, sollte das reichen. Speicherkarten kannst du ja auch jederzeit dazu kaufen. Beim Kauf der Speicherkarte musst du natürlich darauf achten, welche Karte du für deine Kamera brauchst. In den meisten Fällen dürfte das SD oder SDHC sein, aber diese Angabe findest du auf jeden Fall auf der Herstellerseite zur Kamera.

Langzeitbelichtung in Sa Calobra, Mallorca

Langzeitbelichtung in Sa Calobra, Mallorca

Wieso die Speicherkarten unbedingt von einem Markenhersteller sein sollten

Bei den Akkus ist es nicht ganz so schlimm, wenn da mal einer kaputt geht, dann kann er einfach ersetzt werden. Viel schlimmer ist es, wenn die Speicherkarte fehlerhaft ist und deine Fotos, in die du so viel Aufwand und Herzblut gesteckt hast, nicht richtig abgespeichert wurden. Ich rate deshalb nur Speicherkarten von Markenherstellern zu nutzen.

Ich habe gute Erfahrungen mit den Speicherkarten von SanDisk gemacht. Bisher hatte ich dort nur einmal einen Defekt, der aber ohne Diskussion innerhalb einer Woche ersetzt wurde. Auch die Bilder konnte ich mit der beigelegten Software Rescue Pro wieder rekonstruieren.

Erwähnenswert ist hier noch der Ansatz, dem manche Fotografen nachgehen: Lieber mehrere kleine Speicherkarten nutzen. Falls eine davon ausfällt, dann sind nicht gleich alle Bilder weg.

Tipp: Frontlinse schützen – lohnt sich ein UV Filter?

In verschiedenen Kaufberatungen und Empfehlungen liest man immer wieder davon, dass man einen Klarglas oder einen UV-Filter vor die Linse schrauben sollte. Das Problem dabei: Das Licht muss wieder durch ein zusätzliches Glas. Wenn du dir ein gutes Objektiv kaufst und dann einen billigen Filter davor schraubst, machst du dir eventuell die Bildqualität kaputt.

Ich rate eher dazu, dir gleich eine Streulichtblende zu kaufen. Diese mindert Reflektionen im Objektiv in bestimmten Lichtsituationen und sorgt damit für klarere Bilder. Ganz nebenbei dient sie auch als Schutz, weil bei einem Aufprall zuerst die Streulichtblende getroffen wird und nicht das Glas der Frontlinse des Objektivs. Welches die richtige Streulichtblende für dein Objektiv ist, erfährst du auf der jeweiligen Herstellerseite.

Ist ein zusätzlicher Blitz nötig?

Wer sich im Bereich der Portrait-Fotografie bewegen möchte, für den ist ein zusätzlicher Blitz sicherlich interessant. Hier gilt aber ähnlich wie für die anderen Empfehlungen: Ich würde erst einmal ausprobieren, wie du mit dem internen Blitz zurecht kommst und ob du für deine Portraits überhaupt einen Blitz nutzen willst. Daher kannst du ein externes Blitzgerät auch erst durchaus später kaufen.

Sierra de Tramuntana

Sierra de Tramuntana

Welche Tasche kannst du empfehlen?

Am Anfang hast du ja normalerweise nur die Kamera selbst und etwas Zubehör. Dann reicht eigentlich eine kleine Tasche wie die Mantona Colt aus. Wenn du ein wenig mehr Platz haben willst, dann ist die AmazonBasics Kameratasche in der Größe Medium empfehlenswert.

Software für Nachbearbeitung einrechnen

Es gibt sehr verschiedene Ansichten, inwieweit Nachbearbeitung zur Fotografie dazu gehört. Für mich ist Fotografie ein kreatives Medium, indem ich meine Ideen umsetzen will und das möglichst ohne Einschränkungen. Allein um RAW Dateien zu bearbeiten, ist schon eine Bildbearbeitungssoftware nötig. Wenn zu deiner Kamera ein Photoshop Essentials dabei ist, dann kannst du damit die ersten Schritte machen.

Photoshop LogoViele Anleitungen und Tutorials im Internet setzen auf Adobe Photoshop und Adobe Lightroom auf. Es ist die am weitesten verbreitete Bildbearbeitungssoftware. Ich nutze Photoshop ebenfalls für die Nachbearbeitung meiner Bilder. Das Adobe Fotografie Programm kostet monatlich 13 Euro, was ich angesichts der Leistung sehr fair finde.

Wenn du in die Fotografie einsteigen willst, dann solltest du natürlich auch diese Kosten im Hinterkopf haben.

Zusammenfassung Zubehör – meine Empfehlung

Für den Einstieg würde ich also neben der Kamera einen zweiten Akku, zwei 16 GB Speicherkarten und eine Tasche empfehlen. Dazu ist ein Abo des Adobe Fotografie Programms sinnvoll.

Wissenswertes zu Einsteiger DSLRs

Was ist Crop-Faktor, APS-C, DX und Vollformat?

In der Fotografie gibt es verschiedene Bildformate. Bekannt ist das Kleinbildformat aus der analogen Fotografie. Das Foto eines Kleinbildformat Films hat die Abmessungen 24 x 36 mm.

Ein digitaler Sensor mit der gleichen Größe wird Vollformat Sensor genannt, weil er die gleichen Abmessungen hat. Der Sensor ist eines der teuersten Bauteile einer DSLR. Spiegelreflexkameras für Einsteiger haben einen Sensor, der etwas kleiner ist als 24 x 36 mm. Diese Sensoren können kostengünstiger produziert werden.

Sensorformate - APS-C, DX, Vollformat

Sensorformate – APS-C, DX, Vollformat

Gängige Größen sind beispielsweise

  • 23,7 x 15,6 mm = Crop Faktor 1,5 – üblich bei Nikon (DX)
  • 22,2 x 14,8 mm = Crop Faktor 1,6 – üblich bei Canon (APS-C)

Der Canon Sensor bei Einsteiger Spiegelreflexkameras ist also 1,6 fach kleiner als ein Vollformat Sensor.

APS-C ist die Bezeichnung für einen Crop Sensor bei Canon, bei Nikon nennt er sich DX.

Was bedeutet der Crop Faktor für die Brennweite?

Ein Objektiv leuchtet auf der Sensorebene immer den gleichen Bildwinkel aus. Abhängig davon, wie groß der Sensor ist, wird aber immer nur ein Teil davon aufgefangen. Bei einem kleineren Sensor wird demnach auch der äußere Teil des Bildes nicht mit aufgezeichnet.

Das kannst du dir so vorstellen: Ein Objektiv liefert immer ein rundes Bild, welches auf der Ebene des Sensors ankommt, auch Ausleuchtungskreis genannt. Ein Fotosensor ist aber bekanntlich rechteckig. Der Sensor ist also in der Mitte dieses runden Bildes platziert, um das Licht dort aufzufangen. Wenn der Sensor kleiner ist, dann fängt er auch einen kleineren Bildwinkel auf.

Ausleuchtungskreis eines Objektivs mit Sensorgrößen

Ausleuchtungskreis eines Objektivs mit Sensorgrößen

Die Brennweitenangaben der Objektive beziehen sich immer auf Vollformat Größe. Ein 50 mm Objektiv hat an einer Canon Kamera mit dem Crop Faktor 1,6 einen Bildwinkel wie ein 80 mm Objektiv an einer Vollformat Kamera (50 * 1,6 = 80).

So ergibt ein Kit-Objektiv mit einer Brennweite von 18-55mm an einer Kamera mit Crop Faktor 1,6 etwa den gleichen Bildwinkel wie ein 28-90mm Objektiv an einer Vollformat Kamera.

EF-S Objektive können beispielsweise nur an Crop Kameras verwendet werden, weil sie einen kleineren Bildkreis ausleuchten. Andersherum können jedoch alle Objektive, die für Vollformat geeignet sind, auch an Crop Kameras verwendet werden.

Nikon bietet an seinen Vollformat Kameras die Möglichkeit, auch DX Objektive zu verwenden, indem nur der mittlere Teil des Sensors genutzt und damit auch die Megapixel Zahl reduziert wird.

Wie bekomme ich einen unscharfen Hintergrund?

Diese Eigenschaft ist von drei Faktoren abhängig.

Sensorgröße

Einen unscharfen Hintergrund bekommst du, je größer der Sensor ist. Im Vergleich zu einer Kompaktkamera ist bereits bei einer Spiegelreflexkamera für Einsteiger der Sensor sehr groß. Dadurch kannst du hier einen unscharfen Hintergrund erreichen.

Lichtstärke

Je lichtstärker ein Objektiv ist, umso mehr kannst du damit den Hintergrund verschwimmen lassen. Ein Objektiv mit 1.4 hat also einen weicheren unscharfen Hintergrund als eines mit Blende 4.0.

Brennweite

Die Unschärfe im Hintergrund ist abhängig von der Brennweite. Bei einem Weitwinkelobjektiv ist die Schärfeebene recht groß, sodass der Hintergrund relativ scharf ist. Mit der längeren Brennweite eines Teleobjektives hast du mit der gleichen Lichtstärke / Blende bereits einen unschärferen Hintergrund, weil die Schärfeebene kleiner ist. Mehr Brennweite = mehr unscharfer Hintergrund.

Lady in Red

Lady in Red

Ist Canon oder Nikon besser?

Diese Frage wird gern diskutiert und bezieht sich nicht mehr nur auf Canon oder Nikon, auch diverse andere Hersteller geraten immer mehr in den Fokus von Diskussionen. Die Wahrheit ist jedoch: Fast alle heutigen Spiegelreflexkameras sind durchweg sehr sehr gut. Die Unterschiede liegen im Bereich der letzten 10 %. Daher lohnt es sich nicht darüber zu diskutieren, welcher Hersteller besser ist.

Egal welche Kamera du wählst: Es ist am Ende nur wichtig, dass du die Kamera gut kennst.

In- und auswendig.

Wenn du die Kamera im Schlaf bedienen kannst, dann kannst du dich auf das konzentrieren, was vor der Kamera passiert. Denn so entstehen die wirklich guten Bilder.

Die Fotoausrüstung ist nur ein Werkzeug. Viel wichtiger ist, welche Gedanken du dir zu deinem Bild machst, welche Ideen dahinterstecken und wie du dem Betrachter deiner Bilder das vermittelst, was du damit sagen willst.

Elgol 2

Elgol 2

Filmen mit der DSLR

Aufgrund der Nachfrage können viele der heutigen Spiegelreflexkameras auch Filme aufzeichnen. Die Qualität ist dabei sehr gut. Die zweite Staffel von Dr. House wurde beispielsweise komplett mit einer DSLR gefilmt.

Ich setze meine DSLR Kamera selten zum Filmen ein. Ich weiß aber aus diversen Testberichten, dass die Spiegelreflexkameras für Einsteiger auch dafür sehr gut geeignet sind. Auch hier gilt wieder: Nicht die günstigste nehmen, dann hast du sehr gute Voraussetzungen.

Lohnt sich ein Batteriegriff?

Ein Batteriegriff macht die Kamera größer und schwerer. Wenn du gern mehr in der Hand hast, weil sich die Kamera dann wertiger für dich anfühlt, ist ein Batteriegriff (BG) für dich interessant. Doch auch wenn du vielleicht wie ich große Hände hast, dann greift der kleine Finger mit einem BG nicht mehr ins Leere. Das Handling verbessert sich damit also ein ganzes Stück. Darüber hinaus können die meisten Batteriegriffe zwei Akkus aufnehmen, sodass du damit länger fotografieren kannst. Mit einem BG kannst du auch im Hochformat fotografieren und die Kamera dabei weiterhin von der Seite greifen anstatt von oben oder von unten.

Fazit: Wenn du große Hände hast oder viel Hochformat fotografieren wirst, dann kann sich ein Batteriegriff für dich lohnen.

Canon BG-E8 Batteriegriff

Canon BG-E8 Batteriegriff

Meine Empfehlungen nach Budget

Unter 300 Euro – gebrauchte Spiegelreflexkamera für Einsteiger

Für 300 Euro würde ich dir zu einer gebrauchten Spiegelreflexkamera auf eBay raten. Denkbar ist beispielsweise eine Nikon D5000 oder eine Canon EOS 450D, jeweils mit 18-55mm Kit Objektiv. Achte beim Kauf darauf, dass die Anzahl der Auslösungen unter 30.000 liegt. Das ist so etwas wie der Kilometerstand beim Auto.

Mit etwas Geduld erwischst du hier eine Kamera für etwa 240 Euro, dann kannst du das restliche Geld noch in Speicherkarte, zwei neue Akkus (die Alten werden vielleicht nicht mehr die Besten sein) und eine Tasche investieren.

700 Euro – neue Spiegelreflexkamera für Einsteiger

Für 600-700 Euro bekommst du eine neue und gute Spiegelreflexkamera für Einsteiger. Ich empfehle dabei zwei Modelle: Die Canon EOS 700D oder die Nikon D5300. Beide haben alle Features, die du brauchst und kommen mit einem 18-55mm Kit Objektiv mit Bildstabilisator daher. Ich benutze die 700D schon seit 3 Jahren und bin sehr zufrieden damit. Noch mehr Details zu dieser Kamera findest du in meinem detaillierten Canon EOS 700D Test.

Komplette Einsteigerpakete – Sets

Diese beiden Zusammenstellungen von mir bieten alles, was du zum Einstieg in die Fotografie brauchst:

Sinnvolle und gute Erweiterungen für den schmalen Taler

Wenn du beim Kauf deiner Spiegelreflexkamera noch etwas Budget übrig hast, dann kannst du auch für kleines Geld schon gutes Zubehör dazu kaufen, was dich in der jeweiligen Fotografierichtung weiter bringt.

Im Idealfall hast du bereits eine Vorstellung davon, was du fotografieren willst. Wenn du schon soweit bist, dann kannst du dir schon über ein zusätzliches Objektiv oder folgendes Zubehör Gedanken machen.

Portraits

Wenn du vor hast, Menschen zu fotografieren, dann nimm direkt ein 50mm 1.8 Objektiv dazu. Damit bekommst du eine hervorragende Bildqualität, kannst den Hintergrund verschwimmen lassen und das für “nur” rund 120 Euro. Andere Objektive dieser Klasse kosten oft deutlich mehr. Canon 50mm 1.8 STMNikon 50mm AF-S 1.8D.

Landschaft

Für Landschaftsfotografie würde ich wahrscheinlich erst einmal beim 18-55mm Kit Objektiv bleiben. Statt in ein anderes Objektiv würde ich in ein gutes Stativ (Empfehlung: Manfrotto Befree, ca. 140 Euro), einen Fernauslöser und in einige Filter investieren.

Für bessere Farben und Minderung von Reflektionen empfehle ich dir einen Polfilter (Empfehlung: Hoya Pro1, ca. 40 Euro).

Dazu kannst du mit ND Filtern schöne Langzeitbelichtungen erzeugen (Empfehlung: Hoya ND8 und Hoya ND1000, zusammen ca. 75 Euro).

Zu einem späteren Zeitpunkt wird für Landschaftsfotografie wahrscheinlich ein Weitwinkelobjektiv für dich interessant werden.

Ilsetal

Sport

Wenn du vor hast, bei Sportveranstaltungen im Freien zu fotografieren, dann empfehle ich dir ein Teleobjektiv dazu zu nehmen. Von Canon gibt es ein 55-250mm STM IS, also mit Bildstabilisator. Für 150 Euro bekommst du hier eine gute Bildqualität und kannst nah an dein Motiv heranzoomen.

Bei Sportveranstaltungen in der Halle wird es etwas schwieriger, weil du hier oftmals nicht genug Licht hast. Ähnlich wie bei den Portraits würde ich dir hier ein 50mm 1.8 Objektiv empfehlen. Das kommt auch mit wenig Licht aus, dafür musst du etwas näher an deinem Motiv dran sein als mit dem obigen Teleobjektiv. Canon 50mm 1.8 STMNikon 50mm AF-S 1.8D.

Tiere

Für Tierfotografie kannst du die Tiere meist nur aus der Ferne beobachten, egal ob im Zoo oder in freier Wildbahn. Zum Aufnehmen musst du also stark heranzoomen. Deshalb empfehle ich hier wieder das EF-S 55-250mm STM IS von Canon, sofern du dich für eine Canon Kamera entschieden hast. Wie oben beschrieben hat dieses Teleobjektiv mit ca. 150 Euro ein großartiges Preis-Leistungs-Verhältnis.

Pflanzen und Insekten

An diese kleinen Motive musst du meist nah herangehen. Zusammen mit dem Kit-Objektiv kann sich hier eine Nahlinse (Empfehlung: B+W +4 58mm, ca 28 Euro) lohnen. Jedes Objektiv hat eine Naheinstellgrenze, bis wohin du dich damit einem Motiv nähern kannst. Bei einem Canon EF-S 18-55mm IS STM sind es beispielsweise 25 Zentimeter. Unterhalb dieser Grenze kann es nicht mehr scharf stellen. Eine Nahlinse schraubst du wie einen Filter an dein Objektiv. Damit verringert sich dann diese Naheinstellgrenze.

Wenn du dich längerfristig mit dieser Fotografierichtung beschäftigst, wird wahrscheinlich irgendwann ein Makroobjektiv für dich in Frage kommen.

Balance

Balance

Bonus: Welches ist die beste Kamera für Landschaftsfotografie?

Immer wieder bekomme ich per Mail die Frage, welches die beste Kamera für Landschaftsfotografie sei. Nach dem was ich oben geschrieben habe, ist die Kamera nicht so wichtig. Es kommt eher darauf an, wie gut du mit deiner Kamera umgehen kannst. Dennoch will ich drei Kamera nennen, die für die Landschaftsfotografie sehr gut geeignet sind.

In der Landschaftsfotografie kommt es oft darauf an, dass die Kamera einen guten Dynamikumfang hat, um die hellsten und dunkelsten Stellen im Bild einzufangen. Spiegelreflexkameras haben viel weniger Dynamikumfang als das menschliche Auge. Daher behelfen sich viele Landschaftsfotografen damit, dass sie vom gleichen Motiv zwei Belichtungen anfertigen und diese in der Nachbearbeitung zusammensetzen. Wie das genau geht, erkläre ich hier.

Einen gewissen Vorteil hat man mit Kameras, die einen großen Dynamikumfang haben. Hier liegen aktuell die Nikon D810, die Nikon D7200 und die Sony A7R vorn. Diese Kameras sind deshalb für die Landschaftsfotografie sehr gut geeignet. Preislich gehen diese Kameras natürlich über das normale Einsteiger-Budget hinaus.

Schlusswort – wie du mich unterstützen kannst

Ich hoffe, dass dir mein Beitrag weiterhilft, die für dich ideale Spiegelreflexkamera zu finden und dir damit einen Einstieg in das tolle Hobby Fotografie zu ermöglichen. Ich habe viel Arbeit in diesen Artikel gesteckt, weil ich dir helfen möchte.

Wenn du mich als kleines Dankeschön unterstützen willst und deine Kameraausrüstung vielleicht über Amazon kaufen wirst, dann bin ich dir sehr dankbar, wenn du dafür meinen Link benutzt. Das hilft mir, die Seite weiter zu betreiben und auszubauen. Danke dir!

Wenn du Anregungen zum Artikel hast oder ich dir sonst irgendwie helfen kann, dann schreib mir in den Kommentaren!

Ich hoffe dieser Artikel war für dich hilfreich. Wenn du möchtest, kannst du deine E-Mail Adresse da lassen. Dann schicke ich dir jedes Mal, wenn ich einen neuen Blogbeitrag online stelle, eine kurze Notiz.


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7 Kommentare

  1. Wahnsinn, was du hier für einen Aufwand reingesteckt hast. Großer Respekt und ich werde deinen Artikel auf jeden Fall als Referenz für Anfragen an mich verlinken. Bekomme selbst oft genug die Frage „Welche Kamera soll ich nehmen“. 😉

    • Habe sehr lange an dem Artikel gearbeitet, aber im Netz gab es auch keinen Zufriedenstellenden zu diesem Thema. Freu mich, wenn du bei der nächsten Frage an mich denkst 🙂

  2. Hallo Matthias,
    sehr gute Zusammenstellung, hätte ich nicht besser machen können. Deswegen würde ich deinen Artikel gerne auf meiner Webesite verlinken, wenn Du einverstanden bist.
    Im übrigen verfolge ich Deinen Blog immer mit grossem Interesse.
    Weiter so.

    Gruss aus Leverkusen
    Rolf

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