Der aktuelle Zustand meiner Fotografie

Heute berichte ich davon, welche H├Âhen und Tiefen es seit Oktober in meiner Fotografie gegeben hat. Wann wird eine kreative Pause zu lang?

Was in den letzten neun Monaten passiert ist

Wenn du mich fragen w├╝rdest, was meine Fotografie in letzter Zeit macht, dann w├╝rde es mir schwerfallen, dies treffend zusammenzufassen.

2023 war f├╝r mich fotografisch eher ein ruhiges Jahr. Ich habe zwar ein paar Fototouren gemacht, aber l├Ąngst nicht so viele wie in den Jahren davor. Eigentlich habe ich fast nur w├Ąhrend einer Woche auf R├╝gen so richtig fotografiert. Die meisten anderen Reisen waren eher Urlaub oder Dienstreisen.

Zu dieser Zeit hat sich das f├╝r mich auch absolut richtig angef├╝hlt, denn ich hatte einfach nicht so viel Lust aufs Fotografieren. Ich habe gelernt, dass es ein Teil des kreativen Prozesses ist, auch Pausen einzulegen. Deshalb konnte ich in dieser Zeit gut akzeptieren, dass eben gerade eine solche Pause ansteht. Ich kann dann ruhig bleiben, ohne dass ich mich frage, ob ich jemals wieder Lust auf Fotografie habe. Denn ich wei├č, dass die Inspiration irgendwann einfach von selbst zur├╝ckkehrt.

Der aktuelle Zustand meiner Fotografie

Der aktuelle Zustand meiner Fotografie

Andauernde Pause

Diese fotografische Schaffenspause h├Ąlt bis auf kleinere Ausnahmen seit Mitte letzten Jahres an. Wenn wir die Uhr mal acht Jahre zur├╝ckdrehen, dann h├Ątte ich mir Anfang des Jahres eine Liste dazu gemacht, welche Orte ich in diesem Jahr fotografieren will. Ich h├Ątte recherchiert und mir ├╝berlegt, wann der beste Zeitpunkt f├╝r die jeweilige Reise oder das Projekt w├Ąre. Ich h├Ątte die Reisen gebucht und meine Pl├Ąne in die Tat umgesetzt.

Dieses Jahr war die Lust dazu einfach gar nicht da. Und im ersten Drittel des Jahres war das auch voll ok f├╝r mich. Doch dann kam der Mai. Der wichtigste Monat f├╝r die Landschaftsfotografie, weil die Natur so richtig aufbl├╝ht. Sp├Ątestens dann zieht es mich f├╝r gew├Âhnlich nach drau├čen. Weil das dieses Jahr aber nicht der Fall war, hat es sich f├╝r mich seltsam angef├╝hlt. Gedanken wie ÔÇťSollte ich jetzt nicht rausgehen und fotografieren wollen?ÔÇŁ oder ÔÇťEigentlich m├╝sste ich sofort die n├Ąchste Fototour planen.ÔÇŁ kamen in mir auf. Doch jedes Mal, wenn ich dann wirklich angefangen habe zu planen, war einfach kein richtiges Interesse da.

Es f├Ąllt mir schwer, mir einzugestehen, dass diese Fotografie-Pause l├Ąnger andauert als sonst.

Das Bed├╝rfnis, etwas zu tun

Nun verging der Juni und als das letzte Wochenende dieses Monats vor der T├╝r stand, dachte ich mir: ÔÇťDie erste H├Ąlfte des Jahres ist am Montag schon vorbei und ich habe so gut wie gar nicht fotografiert.ÔÇŁ.

Ich hatte das Bed├╝rfnis, irgendetwas zu tun und mich mit meiner Fotografie zu besch├Ąftigen. Vielleicht k├Ânnte es ja helfen, etwas analytischer an die Sache heranzugehen. Und dann wieder mehr ins Tun kommen.

Dabei hatte ich zwei Ideen im Kopf:

  1. Welche Fotos habe ich in den letzten neun Monaten gemacht? Was kann ich aus diesen Bildern lernen?
  2. Welche Bilder habe ich auf Flickr favorisiert? Was kann ich aus diesen Bildern lernen?

Im Bezug auf meine eigenen Bilder musste ich ├╝berhaupt erst einmal wissen, was denn in den letzten neun Monaten entstanden ist. Wie oben beschrieben, war es gef├╝hlt nicht allzu viel. Ich beschloss also, alle Bilder auszusortieren und fertig zu bearbeiten, die noch offen waren.

Gef├╝hl vs. Realit├Ąt

Auch wenn es viel weniger Bilder als sonst waren, so hatte ich doch ab und zu schon mal aussortiert. Zudem hatte ich angefangen, einige Bilder zu bearbeiten. Deshalb reichten zwei Abende f├╝r die Fertigstellung aus. Das Resultat waren 67 Bilder, die nun f├╝r die Ver├Âffentlichung bereit w├Ąren.

Aussortierte und fertig bearbeitete Bilder der letzten neun Monate

Aussortierte und fertig bearbeitete Bilder der letzten neun Monate

Als ich am darauffolgenden Morgen all diese Bilder sah, wurde mir klar, dass ich vielleicht doch gar nicht so wenig fotografiert habe, wie es sich f├╝r mich anf├╝hlte.

Analyse meiner eigenen Bilder

In der folgenden Analyse habe ich die Bilder nach diesen Punkten ausgewertet:

  • Motivgruppe (Landschaft/Architektur/Anderes)
  • Brennweite
  • Tageszeit
  • Wetterverh├Ąltnisse
  • Stativ genutzt?
  • Ist das Bild auf Reisen oder in der Umgebung meines Wohnortes entstanden?

Ich hatte gehofft, durch das Analysieren besser zu verstehen, unter welchen Bedingungen und mit welcher Technik die Fotos entstanden sind.

Als ich die Tabelle dann mit allen Daten gef├╝llt hatte, wurde mir klar, dass ich aus den meisten Spalten gar nichts lerne. Die einzigen Learnings ergaben sich aus der Auswertung, wie viele Bilder ich auf Reisen gemacht habe.

Analyse meiner eigenen Bilder

Analyse meiner eigenen Bilder

Etwa die H├Ąlfte der Bilder sind in meiner n├Ąheren Umgebung entstanden, die andere H├Ąlfte auf Reisen. Die Reisen fanden dann aber fast ausschlie├člich in den letzten drei Monaten von 2023 statt. Damit wurde mir auch klar, woher mein Gef├╝hl kam, in diesem Jahr fotografisch kaum etwas geschaffen zu haben – ich war nur sehr wenig gereist. Offensichtlich h├Ąngt fotografieren f├╝r mich zu einem gewissen Teil mit reisen zusammen.

Doch ist dann das Fotografieren in meiner n├Ąheren Umgebung f├╝r mich gar kein richtiges Fotografieren? Das konnte nur ein Trugschluss sein. Es geh├Ârt nat├╝rlich genauso zu meiner Fotografie dazu, aber irgendwie f├╝hlt es sich f├╝r mich anders an.

Analyse meiner Favoritenbilder anderer K├╝nstler

Auch wenn ich im ersten Halbjahr 2024 gar nicht sooft fotografiert habe, so habe ich dennoch eine fr├╝here Gewohnheit wieder etabliert. Ich schaue mir fast t├Ąglich Fotos an. Dabei bin ich fast ausschlie├člich auf Flickr unterwegs, selten noch auf Instagram.

Ich analysierte nun im n├Ąchsten Schritt meine Favoriten von anderen K├╝nstlern. Dabei beschr├Ąnkte ich die Auswahl auf die letzten f├╝nfzehn Bilder, die ich favorisiert hatte. Vorrangig schaute ich mir an, zu welcher Tageszeit die Bilder entstanden sind und mit welcher (vermutlichen) Brennweite fotografiert wurde. Wichtig war au├čerdem zu pr├╝fen, welche Motive in dieser Bilderauswahl vorkommen.

Analyse meiner letzten Flickr Favoriten

Analyse meiner letzten Flickr Favoriten

Was wollte ich mit dieser Analyse erreichen? Der wichtigste Aspekt war, Inspiration f├╝r neue Locations und damit Fototouren zu erhalten. Welche Motive kamen in meinen favorisierten Bildern vor? Wo k├Ânnte ich mich hinbegeben, um auch solche Bilder zu machen?

Durch die Analyse haben sich die folgenden m├Âglichen Orte f├╝r Fototouren herauskristallisiert:

  • Eine St├Ądte-Tour mit dem Fokus auf moderne Architektur (z. B. M├╝nchen/Valencia/Oslo)
  • Roadtrip in den USA
  • Schroffe K├╝stenlandschaften bei schlechtem Wetter (Nordspanien)
  • Serie von kleinen heruntergekommenen Bahnh├Âfen (in meiner Umgebung)

Wie k├Ânnte es jetzt weitergehen?

Der logische n├Ąchste Schritt w├Ąre es, diese Fototouren nun konkret zu planen. Doch ich werde mir noch ein paar Tage Zeit geben. Ich will immer mal wieder in mich hineinh├Âren, inwieweit ich diese Reisen wirklich realisieren m├Âchte. Oder ob die Pause noch l├Ąnger andauern sollte.

Wie stehst du zu meinen Gedanken? Kennst du diese Pausen ohne Inspiration? Was funktioniert f├╝r dich in dieser Zeit, um wieder aktiv zu werden? Schreib mir in den Kommentaren!

19 Kommentare

  1. Nutzer Avatar
    14. Juli 2024

    Hallo ihr Lieben,

    ich freue mich sehr ├╝ber eure Kommentare. Es sind wundervolle Worte, Anregungen, Einblicke und Tipps dabei. Auch wenn ich diesmal nicht auf jeden einzeln antworte, so habe ich doch jeden Kommentar gelesen und bedanke mich auf diesem Wege bei euch daf├╝r!

    Liebe Gr├╝├če,

    Matthias

  2. Nutzer Avatar
    Manfred Linke
    13. Juli 2024

    Hallo Mathias, wirklich kreativ bin ich nur, wenn ich mit allen Bereichen meines Lebens zufrieden bin und mit schwierigen Situationen meinen Frieden geschlossen habe oder diese aufl├Âsen konnte. Und ich denke damit bin ich nicht alleine. Es ist einfach spannend und gro├čartig deinen Gedanken zu folgen und an den ein oder anderen einen Hacken machen zu k├Ânnen. Ich habe auch schon ├╝ber ein Jahr nicht fotografiert und irgendwann hat es mich dann wieder gepackt. Ich denke das wird bei dir ├Ąhnlich sein. Ein Leben ohne Fotografie kann ich mir gar nicht mehr vorstellen, auch wenn ich dieses Jahr ÔÇ×nurÔÇť mit dem Smartphone fotografiert habe.

    Danke f├╝r deine spannenden und offenen Worte.

  3. Nutzer Avatar
    Marianne Zimmermann
    10. Juli 2024

    Hallo Matthias!
    Ja, diese Lustlosl├Âcher kennt wohl jeder. Sie wollen manchmal keine Ende nehmen, machen ein schlechtes Gewissen und schlechte Laune! Obwohl oder vielleicht gerade weil ich nur hobbym├Ąssig fotografiere ging und geht mir das so!

    Und jeder hat dann sein/e Mittel und Wege um wieder Lust an seiner „Arbeit“ zu bekommen.

    Ich w├╝nsche dir viel Spass, Lust und Freude bei neuen Herauforderungen.

    Liebe Gr├╝sse
    Marianne

  4. Nutzer Avatar
    10. Juli 2024

    Spannender Beitrag. Krass, wie analytisch Du die kreative Pause unter die Lupe nimmst.

    Ich habe auch immer lange Phasen wo ich fast ausschlie├člich beruflich fotografiere. Ein Jahr ist da gar nichts. Irgendwann kommt dann bei mir aber immer das Projekt, die Reise oder die Inspiration, wo man richtig Bock drauf hat.

    LG

  5. Nutzer Avatar
    Marion
    10. Juli 2024

    Lieber Matthias,

    ich verfolge deine Beitr├Ąge schon lange und habe gro├čen Respekt und Bewunderung vor deiner Herangehensweise und Umsetzung rund um die Themen der Fotografie. F├╝r mich ein toller Mix aus Leidenschaft und komplexer Auseinandersetzung f├╝r das bestm├Âgliche Foto.

    ÔÇÜWann wird eine kreative Pause zu lang?ÔÇś
    Nach meiner Meinung kann sie nicht – z u – lange dauern. Sie dauert genau so lange, bis die gefundene Antwort sich stimmig anf├╝hlt, wieder etwas brennt, eine Resonanz sp├╝rbar ist.
    Bei deiner systematischen Suche nach Antworten, nach neuen Inspirationen bist du hoffentlich auf einem guten Weg dorthin.

    Ich kann mir aber auch vorstellen, ein Perspektivwechsel k├Ânnte spannend sein und die Leidenschaft neu entflammen.
    M├Âglicherweise durch eine ÔÇÜnotwendigeÔÇÖ Pause mit der Landschafts- und Architekturfotografie mit meist ÔÇÜruhendenÔÇÖ Objekten. Hin – vielleicht nur f├╝r eine gewisse Zeit – zur Street Photographie. Es ist eine ganz andere Herangehensweise, eine mehr oder weniger von der ├ťberraschung des Moments gepr├Ągte Aufnahme. Gleichzeitig kommt es auf eine gute Vorbereitung an, dein gro├čer Erfahrungsschatz k├Ânnte dabei so richtig aus dem Vollen sch├Âpfen.

    Du k├Ânntest in einer neuen Herausforderung wieder Spannendes erleben und die fr├╝here Freude am Fotografieren wiederentdecken. Und wer wei├č, vielleicht kombinierst du etwas aus beiden Welten und schaffst etwas Neues.

    Ich w├╝nsche dir sehr, dass deine Begeisterung am Fotografieren zur├╝ckkommt und du irgendwann wieder morgens mit Freude auf dein Fotoprojekt in den Tag gehst.

    Ganz herzlich
    Marion (Hobby- und Urlaubs-‚Fotografin‘)

    PS: Hier beispielhaft zwei Links, wahrscheinlich kennst du das alles schon)
    https://independent-photo.com/de/news/20-street-photographers-you-should-know/
    https://streetberlin.net/de/strassenfotografie-tipps-besser-streetfotos/

  6. Nutzer Avatar
    Joachim Berneck
    10. Juli 2024

    Lieber Matthias,
    ich kenne das Gef├╝hl sehr gut, das Du gerade durchmachst. Nur habe ich es vielleicht deshalb einfacher, da ich bis dato die Fotografie „nur“ als Hobby und nicht so professionel mache wie Du.
    Fotografie ist aus meiner Sicht ein k├╝nstlerischer Prozess und je mehr man sich damit besch├Ąftigt, desto h├Âher werden auch die Anspr├╝che an sich selbst, das kann uns dann auch v├Âllig ausbremsen. Zudem ver├Ąndern wir uns ja auch in unserer Pers├Ânlichkeit st├Ąndig weiter und da kann es durchaus sein, dass man pl├Âtzlich andere Interessen entdeckt und das Haupthobby dann doch einmal nicht im eigenen Fokus liegt, aber das ist v├Âllig O.K.
    Was dazukommt, wenn wir in unserer gewohnten Umgebung sind, nehmen wir vieles nicht mehr war. Man l├Ąuft immer wieder an den gleichen Stellen vorbei, oft auch zu gleichen Zeiten und da verlieren wir den Blick auf Neues. Fr├╝her hatte ich deshalb einfach meine gewohnte Stadt ganz fr├╝h morgens durchschritten. Das Licht war anders und es war nicht die gewohnte Hektik mit Verkehr und Menschen vorhanden. Das gab dann wieder neue „Ein-Blicke“ und Motive.
    Reisen haben den gro├čen Vorteil, dass man aus seiner gewohnten Umgebung raus ist und wieder offener von der Wahrnehmung wird und man sich viel mehr auch im Detail anschaut. Und man ist ja im Urlaubsmodus, ist lockerer drauf, das Tagesgesch├Ąft steht nicht im Fokus und ich pers├Ânlich bekomme dann so einen inneren Fotografie-Faszinations-Schub, dass ich aufpassen muss nicht gleich am ersten Tag 100te Fotos zu machen. Ich lasse mich dann viel von den Formen und Farben leiten. Manches entsteht dann aber auch ├╝ber Tage, d.h. ein Motiv in immer anderen Perspektiven und Lichtern wiederholt zu fotografieren.
    Was ich dann nur am Ende sehe, …..vieeeeel….vieeell.. Arbeit beim ehrlichen Aussortieren, was ist gut und was ist nicht gut…. das ist f├╝r mich oft der schwierigste Prozess und deshalb auch mal der Grund NICHT zu fotografieren.
    UND das wichtigste in unserem Leben ist doch, dass wir nur das tun was gut f├╝r uns selbst ist und womit wir uns selber wohlf├╝hlen. Das hat absolut nichts mit Egoismus zu tun. Wir machen es schlie├člich f├╝r uns selbst. Dass Du Matthias so viele Tipps gibst ist f├╝r Deine Leser nat├╝rlich absolut toll, aber wenn es nicht mehr f├╝r Dich passt, dann ist es auch in Ordnung. Sollte ein anderer Schwerpunkt uns besser tun, dann kann man auch pausieren. Ich hatte ├╝ber 10 Jahre lang keine Musik gemacht und dann wieder angefangen. In der Zeit waren Familie und meine Kinder mein Schwerpunkt, das war auch v├Âllig gut so.

    Viele Gr├╝├če

    Joachim

    • Nutzer Avatar
      10. Juli 2024

      Lieber Joachim,
      wie sehr erkenne ich mich in deiner sch├Ânen Beschreibung. Ich sage dann u.a. welch „armer Mensch“ darf dann all diese Bilder wieder aussortieren, bearbeiten usw., dass schaut nach Arbeit aus … ich kenne nicht viele die das gerne tun.
      Und ja, vor Jahren hatte ich die Idee toll gefunden, meinen Lebensunterhalt durch die Fotografie zu bewerkstelligen … heute bin ich sooo froh, dass ich darf und nicht muss!!! Das ist einfach genial!!!
      Lieben Gruss J├╝rg

  7. Nutzer Avatar
    Werner
    10. Juli 2024

    Hallo Matthias,
    Ich dachte es geht nur mir so. Ich fotografiere im Winter wenig, bis gar nicht. Im Fr├╝hjahr startet das oft sehr heftig, als ich dann diese Jahr noch mehrere WE st├Ąndig auf Foto-Jobs (bei mir reines Hobby, aber da ist schon mal eine Hochzeit auch dabei) war und ich tausende Fotos zu bearbeiten hatte, bekam ich schon ein wenig einen Koller. Jetzt mache ich gerade Pause und fotografiere nur wenn ich richtig Lust habe. Das tut mir grad gut und der Hunger auf mehr kommt sicher bald wieder. Zur Info ich fotografiere seit ca. 40 Jahren, seit 20 Jahren nur Nikon, und derzeit (nach Umstieg 2019 auf des Z-System) mit der Z6 II & Z8, hab ca. 15 Z-Nikkore. Mein letztes Objektiv war das erste nicht Nikon, n├Ąmlich das Sigma Art 105/1.4 – zauberhaftes Objektiv – das beste Portr├Ąt-Objektiv das ich bis jetzt hatte.
    Am meisten hab ich immer Lust oder kriege ich wieder Lust, wenn es dunkel wird und ich „available-light“ fotografieren kann. Mein Lieblingsobjektiv ist das Z 50/1.2 – habe Wochen damit verbracht dieses „wilde Pferd“ in den Griff zu bekommen – heute w├╝rde ich es nicht mehr hergeben! ├ähnlich geht es mir langsam, mit dem Sigma,. Beide sind halt schwer und gro├č, man wird der reinste Gewichtheber. Ich hasse es aber, die „16 kg“ nicht dabei zu haben, wenn man gute Spots hat. Am wenigsten fotografiere ich mit meinen „Urlaubs-Kit-Objektiven“. Im Urlaub nehme ich lieber das 24-120/f4 (oder manchmal das 24-70/2.8 das eigentlich mein „immer drauf“ ist) und eine gute Festbrennweite (35-1.8) mit. Manchmal auch das 105/2.8 Macro. Das ist noch leicht, lichtstark, super Portr├Ątobjektiv, Street Fotografie tauglich, nat├╝rlich Mega in der Makrofotografie – auch frei Hand – ein v├Âllig untersch├Ątztes Objektiv.
    Was mich auch immer wieder motiviert ist. mir mal f├╝r einen Zeitraum (2-4 Wochen) ein Objektiv aufzuzwingen und nur noch mit dem zu fotografieren. Man lernt das Objektiv in allen Facetten kennen und es entstehen immer wieder tolle Fotos, die ich so nie gemacht h├Ątte.
    Gru├č,
    Werner

  8. Nutzer Avatar
    Ralf
    10. Juli 2024

    …und ich habe mir beinahe schon selber Vorw├╝rfe gemacht!

    In deinem Beitrag sehe ich mich zumindest in der ersten voll und ganz wieder. Ok, den Analyseteil habe ich nicht so in Betracht gezogen. Aber zeitweise hatte ich auch schon fast ein schlechtes Gewissen, zumal ich gerade vor gut einem Jahr meine Ausr├╝stung etwas „upgegradet“ hatte.
    Aber so eine kreative Pause muss man sich selber eingestehen – sonst kommt nur Krampf dabei rum. Zumindest war das mein pers├Ânliches Fazit, womit ich dann meinen inneren Frieden fand.
    Kleiner Nachtrag: So langsam nehme ich dann jetzt auch wieder Fahrt auf – manchmal hilft da auch ein Schwerpunktwechsel. W├Ąhrend ich fr├╝her in der Hauptsache mich der Landschaftsfotografie widmete, tritt jetzt immer mehr die Streetphotography bei mir in den Vordergrund. Ebenfalls ein sehr spannendes Thema.
    Nochmal Danke f├╝r┬┤s posten dieses Beitrags, Matthias!

    Gru├č
    Ralf

  9. Nutzer Avatar
    10. Juli 2024

    Thank you Matthias for your honesty. I found it interesting the way you were able to use analytics to forge a way forward into some new project ideas. To question these plans again before jumping in is another take-home lesson I learnt from your experience.

  10. Nutzer Avatar
    J├╝rgen Hoffmann
    9. Juli 2024

    Hallo Matthias,
    vielen Dank f├╝r den tiefen Einblick in Dein Innenleben. Spiegelt sich dieses nicht auch in den Bildern, die man macht?
    Also was die Bahnh├Âfe angeht – „Lost Places“ – bietet sich Griechenland an!!!
    Traumhafte Photo-Location auf der Peleponnes in Lerna In der N├Ąhe von Argos! Letztes Jahr zuf├Ąllig einen solchen Bahnhof in Volos /Thessalien entdeckt (Bilder noch nicht ausgewertet wegen einer vergleichbaren „lustlosen“ Phase wie bei Dir). Dort auch ein kleiner interessanter Bahnhof in Mil├ęai.
    W├╝nsche weiterhin f├╝r viele Kreative Phasen. Denk an die gro├čen Maler und deren „Schaffensphasen“. Auch bei denen waren Auszeiten nur Auftakt zu neuen Sp├Ąren!

    LG nach Halle
    J├╝rgen

  11. Nutzer Avatar
    Franz
    9. Juli 2024

    Hallo Matthias,

    vielen Dank f├╝r Deinen ehrlichen Bericht zu unserem Hobby und die H├Âhen und Tiefen der Motivation zum Motto „auf zu neuen Taten“. Mir erging es ├Ąhnlich wie Dir. Wegen beruflicher Auslastung 2023 nur wenig Zeit f├╝r Reisen, die lohnenden Motive daheim hab ich ja schon „alle“ abgegrast. Irgendwann meldet sich der innere *wei├čtschonwas*: Das H├Ąndy macht ja auch ganz tolle Fotos, ich verkauf den 16 kg schweren Krempel.
    Bis ich dann im Februar 2024 gesch├Ąftlich nach Valencia musste und die „Stadt der K├╝nste und der Wissenschaften“ vom Taxi aus sah. Das Feuer war wieder da, nur meine Fotoausr├╝stung nicht! 2 Wochen sp├Ąter war ich – nun rein privat und mit meinen 16 kg „Krempel“ – wieder f├╝r 3 Tage in Valencia…
    Und schon sehen die schon x-mal abgegrasten Motive daheim auch wieder lohnend aus.
    Danke f├╝r Deinen Blog und Deine Beitr├Ąge darin!
    Liebe Gr├╝├če und immer einen guten Blick durch den Sucher … Franz

  12. Nutzer Avatar
    J├╝rgen Schwarz
    9. Juli 2024

    ­čĹŹ, dennoch bleib am Ball. ­čÖő­čĆ╝

  13. Nutzer Avatar
    9. Juli 2024

    Hallo, lieber Matthias, vielen Dank f├╝r diesen Beitrag!
    F├╝r mich ist er einer der interessantsten, weil sehr pers├Ânlich und mutig! Eigentlich geht es nicht um „Fotografie“ oder „Technik“, wie sonst ├╝blich. Es geht um: k├╝nstlerische Arbeitsweise.
    Wer glaubt, ein K├╝nstler (Fotografen sind auch K├╝nstler!…k├Ânnen K├╝nstler sein…) plant und setzt anschlie├čend einfach um, der kennt sich nicht aus.
    Kunst entsteht in einem PROZESS – und der ist verdammt komplex: Vom pers├Ânlich Psychischen ├╝ber die engere Lebenssituation bis hin zur politisch gesellschaftlichen Lage… da muss sich ein K├╝nstler irgendwo einsortieren und seinen (!) Platz finden.
    Ich erinnere mich an den Beginn des Kunststudiums meines Sohnes:
    Ich fragte ab und zu, was er so mache und was er bereits gestaltet habe. Als Vater, der ein Studium finanziert, interessierte mich nat├╝rlich der Fortschritt des Studiums.
    Die Antwort meines Sohnes: „Nichts“
    Auf (bange) Nachfragen wurde mir alsbald klar, was ablief.
    Die Professoren vermittelten keine Rezepte, keine Fertigkeiten, keine Techniken…
    Stattdessen stellten sie Fragen. Diese Fragen mussten die Studierenden f├╝r sich selbst beantworten.
    Die Fragen: Wozu ├╝berhaupt Kunst? Was ist ein K├╝nstler? Welche Aufgaben hat ein K├╝nstler? Wo ist die Kunst heute? Wohin geht es mit der Kunst in Zukunft? Wie ist das Verh├Ąltnis von Kunst und Gesellschaft? Wie steht es um die Finanzierung des eigenen Lebens via Kunst? …und viele viele andere Fragen…
    Aber selbst diese wenigen Fragen zeigen auf, wie kompliziert es ist und wird, wenn man k├╝nstlerisch unterwegs ist.
    An dieser Stelle wird es wirklich nicht einfach! Da muss man sich ehrlich positionieren, hinterfragen, Konzepte (er-)finden und in hohem Ma├če kreativ werden. Man muss Sinn (!) finden und die Frage nach dem WOZU beantworten. Das ist schwer, das ist gewichtig.
    Kein Wunder, dass sich K├╝nstler immer wieder dieser Herausforderung ehrlich stellen und sogar in Selbstzweifel verfallen. (Manch ein K├╝nstler ist daran zerbrochen.)
    Matthias, ich hoffe und w├╝nsche dir, dass du diese „Pause“, wie du sie nennst, dazu nutzen kannst, deinen speziellen Weg weiterhin zu finden. Du bist – vermutlich – in einer spannenden und vielleicht auch sehr fruchtbaren Phase der Reflexion. Und du machst es richtig: Du bleibst ruhig und besonnen und schaust, wohin der Weg geht. Mit Zwang und „Gewalt“ geht in der Kunst gar nichts…
    Alles Gute und die besten W├╝nsche und Gr├╝├če
    Rudi

  14. Nutzer Avatar
    9. Juli 2024

    Lieber Matthias,

    ja, diese Pausen kenne ich auch!

    Manchmal denke ich, dass ich einfach satt bin! Ich habe (fast) alles, was mich interessiert schon einmal fotografiert.

    Selbst im Urlaub! Wir sind fast nur im Winter im hohen Norden unterwegs. Und auch da ist nicht mehr jedes Tier und jeder Blick ins Tal fotografierenswert. Nicht, weil es nicht sch├Ân ist, sondern weil es einen ├Ąhnlichen Blick schon mehrmals gab.

    Nur Nordlicht und ├Ąltere M├Ąnner mit grauen/wei├čen Haaren (sw) geht/ gehen immer!!!!!!!!

    Und es gibt eben nicht immer etwas Neues.

    Meinem Mann und mir (und weiteren 4 Fotografen) kam da ein Portraitkurs in einem kleinen Theater gerade recht. Es sind tolle Fotos entstanden. Sie h├Ąngen in einer Ausstellung und wurden vom Theaterleiter hoch gelobt. Allerdings war dann zu einer Nachbesprechung mit den Schauspielern keine Zeit, obwohl die Fotografen und das Team verabredet waren. Ebenso gab es keine R├╝ckmeldung einzelner Schauspieler.

    Warum schreibe ich das? In Zeiten von Insta und Co geht Fotografie in der Masse unter. Und es ist nichts Besonderes mehr. Und wird auch nicht mehr als solches wahrgenommen.

    Jetzt k├Ânntest Du sagen: Aber ich fotografiere doch f├╝r mich und nicht f├╝r die anderen.
    Das stimmt aber (meine Meinung!) nur bedingt. Wenn die Bilder fertig sind, dann m├Âchte man sie zeigen und wenn dann wenig Resonanz kommt, kann man es auch lassen.

    Was hilft? Abwarten! Vielleicht ist das Hobby wirklich „gestorben“ oder der Kick kommt irgendwann.

    Liebe Gr├╝├če
    Martina

  15. Nutzer Avatar
    Georg
    9. Juli 2024

    Hallo Matthias.
    Solche Schaffenspausen kenne ich auch. Man hat gef├╝hlt alles schonmal ÔÇ×geknipstÔÇť und dann gibt es auf einmal den Punkt, wo einem alle Motive irgendeiner ÔÇ×bekanntÔÇť vorkommen. Auch ich habe meine Kamera auch seit mehreren Monaten nicht mehr benutzt und lediglich die Fotosammlung sortiert/gepflegt (muss auch mal sein); ich nehme Deinen Blogbeitrag zum Anlass meine n├Ąchste Foto-Tour zu planen! Danke f├╝r den ÔÇ×SchubsÔÇť! ­čÖé
    Viele Gr├╝├če aus K├Âln
    Georg

  16. Nutzer Avatar
    Hans J├╝rgen Fl├Ârke
    9. Juli 2024

    Hallo, lieber Matthias,
    ich muss sagen, du bist eine ehrliche Haut. ├ťber so etwas reden/schreiben die Wenigsten. Wer, von uns Fotografen kennt das nicht? Wobei, was mich betrifft, h├Ątte ich das Wort „Hobby“ voransetzen sollen.

    Ich kann deine Denkweise vollkommen nachvollziehen. Solche Phasen kommen irgendwann, ob man will oder nicht. Aber sicher ist auch, dass du auf dem richtigen Weg bist, wie ich meine und alles ein wenig reflektierst. All das wird zu einem neuen, kreativen Schub f├╝hren. Jedenfalls freue ich mich, sowie bestimmt viele andere Menschen ebenfalls, auf deine kommenden Bilder. Lieber Gru├č und immer gutes Licht . . . J├╝rgen

  17. Nutzer Avatar
    Jennifer
    9. Juli 2024

    Lieber Matthias, ich fand deinen Beitrag sehr ehrlich und interessant. Ich bin eine Anf├Ąngerin und habe noch tausend Ideen wo und was und in welcher Weise ich etwas fotografieren m├Âchte. Du hast schon sehr viel Fotoerfahrung und ├╝ber Jahre hinweg fotografiert. Es steht dir zu eine Pause zu machen. Es ist wie bei vielen Situationen oder Begebenheiten, man wird nach einer Zeit „blind“. Man muss einen Schritt auf die Seite machen und alles neu betrachten. Dazu braucht man auch eine Pause! Toll, dass du Statistiken gemacht hast. Dadurch kann auch erkennen, was man vielleicht auch nur aus Gewohnheit fotografiert hat? Vielleicht solltest du genau das Gegenteil davon vor die Linse nehmen. Das w├Ąre auch eine neue Herausforderung. Ich w├╝nsche dir viel Erfolg und bin gespannt auf die Ergebnisse nach deiner Pause, die du auch machen darfst und zwar so lange wie du sie ben├Âtigst.

  18. Nutzer Avatar
    Torsten
    9. Juli 2024

    Das kenne ich und vermutlich jeder. W├Ąhrend der Lockdowns hatte ich Zeit zum fressen, aber null kreativen Bock. H├Ątte mit Makro und angefangen;-)
    Mal wieder einen interessanten Fotofilm o.├Ą. anzuschauen hilft mir auch, manchmal.
    Hier noch ein Tipp f├╝r einen motivierenden querbeeten Videokanal eines Schweizers. Und das Beste an dem: es wird nie gesprochen, nur fotografiert und gefilmt.
    https://youtube.com/playlist?list=PLk3DFBN51nNA4iGoOqH7qqXtKhH1i2zlD&si=HgYs2OxcC4RQaUs_
    Bin nicht verwandt oder verschw├Ągert mit Herrn Rhinow.

    Motivierende Gr├╝├če
    Torsten

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