Wieso ich Fotografie liebe

Vor zwei Wochen habe ich eine Freudin besucht, die in Chemnitz wohnt. Ich bin mit dem Zug gereist und hatte am Leipziger Hauptbahnhof noch etwas Wartezeit. Ich mag es ohnehin, an Flughäfen und Bahnhöfen zu sein, wenn ich nicht selbst reisen muss. Einfach nur dort sein und die Atmosphäre genießen. Zwischen all den hektischen Menschen zu sitzen und die kleinen Geschichten zu beobachten. Als ich in Leipzig aus dem Zug ausstieg, war ich wirklich entspannt. Es war neun Uhr am Sonntag morgen. Dementsprechend wenig war auch am Bahnhof los, alle waren noch verschlafen. Als ich die Kamera aus der Tasche zog und durch die Halle lief, da passierte es wieder. Mein Geist öffnet sich für das, was um mich herum geschieht. Alle Ängste und Sorgen verschwinden. Ich beobachtete die Leute ganz genau, sah in Ihre Augen. Ohne ein Wort mit jemandem zu wechseln, kam ich Ihnen nur dadurch näher. Ich sah das Licht, die Reflektionen, die Geschichten hinter den alten Bahnfenstern. Es war ein toller Morgen und ich war sehr dankbar dafür, die Welt so wahrnehmen zu können. Dieses Bewusstsein dafür zu haben. Obwohl sich in dieser Welt kaum etwas verändert hatte seit gestern. Meine Kamera half mir, dieses Bewusstsein zu erreichen und die Dinge etwas anders zu sehen. Deshalb liebe ich Fotografie. Es geht nicht darum, die Welt zu sehen wie sie ist. Es ist der ganz eigene Blick auf die Dinge. Über das was man erlebt hat, ich welcher Stimmung man ist, wie man das Leben sieht. Das ist auch einer der Gründe wieso ich mich gern mit anderen Fotografen treffe. Sie sehen das Leben anders und nehmen andere Dinge und Nuancen wahr.

 

Hannover Airport
„Hannover Airport“

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