Sony RX100 V Test – Die beste Highend Kompaktkamera

Am Wochenende konnte ich mit der Sony RX100 V von einer Freundin ausgiebig fotografieren. Wie schlägt sich die Highend Kompaktkamera im Test?

Zur Vorgeschichte: Ich nutze seit 6 Jahren eine Canon Powershot S95. Diese Canon Kamera hat eine gute Bildqualität, allerdings hat sich seit dem Release technisch eine Menge getan. Die Sensoren sind größer geworden, die Bildschirme schärfer und die Geschwindigkeit hat sich verbessert. Darum schaue ich ab und an nach einer neuen Kompaktkamera. Vor einigen Monaten habe ich die Canon G7X Mark II ausprobiert, mit der ich allerdings nicht zufrieden war.

Sony RX100 V Test

Sony RX100 V Test

Mein erster Eindruck der Sony RX100 V

Das Erste was mir auffiel war das Gewicht der Kamera. Die Sony RX100 V ist im Gegensatz zu anderen Kompaktkameras nicht gerade leicht. Auf der anderen Seite fühlt sich die Kamera sehr wertig an. Sie ist rundum gut verarbeitet und nichts wackelt. Die Bedienelemente sind auf den ersten Blick logisch aufgebaut. Die Kamera hat ein Display, was sich neigen lässt, sodass du von oben oder von unten auf darauf schauen kannst. Das ist bei besonders hohen oder tiefen Aufnahmepositionen sinnvoll.

Sony RX100 V Test 2

Nach oben und unten neigbares Display

Liebe auf den ersten Blick – Der elektronische Sucher

Ich benutze für meine Infrarotfotografie eine Sony F828. Es ist eine alte Bridgekamera von 2003. Was ich sehr daran mag: Der Sucher ist an der linken oberen Ecke angebracht. Dadurch kann ich mit dem rechten Auge durch den Sucher schauen, ohne mir am Display die Nase platt drücken zu müssen. Genauso ist es auch bei der RX100 V. Als ich die Kameras aus der RX100 Serie im Saturn durchprobiert habe, konnte ich mir nicht vorstellen, dass dieser elektronische Sucher viel taugt.

Sony RX100 V Test 3

Oben links befindet sich der ausziehbare elektronische Sucher

Nun habe ich endlich in Ruhe Zeit zum ausprobieren des Suchers gehabt und ich bin begeistert. Gleich zu Beginn fand ich die Schärfe des Suchers grandios. Du siehst praktisch keine Pixel. Es gibt keine Verzögerung oder Schlieren, wenn du die Kamera bewegst.

Wieso mag ich elektronische Sucher noch? Im Gegensatz zum Display kannst du sie auch noch bei starker Sonne gut betrachten. Du kannst dir andere Bildformate wie zum Beispiel das quadratische 1:1 direkt anzeigen lassen. Mir fällt es viel leichter quadratische Bilder direkt in der Kamera zu komponieren als sie in 2:3 aufzunehmen und dann am Rechner zurecht zu schneiden. Du kannst dir das Bild live in Schwarz-Weiß anzeigen lassen. Du kannst dir eine Wasserwaage einblenden lassen. Ich könnte noch weiter schwärmen, kurzum: Ich bin begeistert vom elektronischen Sucher der Sony RX100 V.

Sony RX100 V Test 4

Oberseite mit Programmrad und ausgezogenem Sucher

Extrem schneller und treffsicherer Autofokus

Sony bewirbt die RX100 V mit dem schnellen Autofokus. Im Test konnte ich das auch bestätigen. Die Kamera fokussiert sehr zuverlässig und schnell. Der Fokus traf bei meinen Bildern praktisch immer. Die Geschwindigkeit ist mir zu keiner Zeit negativ aufgefallen. Im Gegenteil – je länger ich fotografiert habe, umso mehr habe ich gemerkt, wie schnell der Fokus ist.

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Sony RX100 V Beispielbild 1

Gutes Display und flüssige Bedienung

Auch das große und scharfe Display auf der Rückseite lässt sich bei Sonneneinstrahlung noch gut ablesen. Es ist einfach heller als das meiner alten Canon PowerShot S95. Die Kamera startet schnell und ist nach etwa einer halben Sekunde einsatzbereit. Ich konnte mich im Menü und generell der Bedienung der Kamera recht schnell zurecht finden. Gefühlt ist es ein wenig wie bei Canon. Die Bedienung selbst war sehr flüssig, auch im Menü gab es praktisch keine Wartezeiten. Mitgedacht: Wenn man den elektronischen Sucher mit einem kleinen Schalter ausfahren lässt, dann geht die Kamera an, ohne dass man noch einmal den On-Schalter drücken müsste.

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Ich hatte Spaß beim Test 🙂

Lichtstarkes 24-70mm Objektiv mit dem Potential für wenig Schärfentiefe

Die Sony RX100 V besitzt ein 24-70mm Objektiv mit einer Blende 1.8 bei 24mm. Die Offenblende bei 70mm beträgt 2.8. Das ist für eine Kompaktkamera angenehm lichtstark. Ich habe beim Fotografieren ein wenig probiert, wie es mit der Schärfentiefe aussieht. Besonders bei 70mm wird der Hintergrund bei Blende 2.8 unscharf.

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70mm F2.8 – weniger Schärfentiefe

Eine schöne Sache: Die Kamera bringt einen eingebauten und automatischen ND Filter mit. Wenn du also auch bei viel Licht mit Offenblende fotografieren willst, dann klappt in der Kamera dieser ND Filter vor den Sensor, sodass die Bilder nicht überbelichtet sind.

Speichern von Bildern dauert mit RAW ein wenig

Ich habe die Sony RX100 V während des Tests praktisch nur in RAW fotografieren lassen. Ich will einfach maximale Bildqualität herausholen, daher kommt JPG nicht in Frage. Die Kamera brauchte immer einen Moment zum Speichern des gemachten Bildes, was aber auch an meiner etwas älteren Speicherkarte liegen kann. Nicht so cool: Während dieses Speicherprozesses lässt sich die Kamera nicht bedienen. Wenn du also die RX100 V kaufst, dann nimm am besten gleich eine schnelle Speicherkarte dazu.

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Sony RX100 V Beispielbild 2

Der wichtigste Punkt: Bildqualität

Der für mich mit Abstand wichtigste Punkt ist die Bildqualität. Ich hätte gern eine Kamera, die dahingehend fast auf DSLR-Niveau ist, aber eben in der Größe einer Kompaktkamera. Entsprechend gespannt war ich auf das, was an Dateien aus der RX100 V heraus kommt.

Die Kombination aus 1 Zoll Sensor und Zeiss 24-70mm Objektiv liefert für eine Kompaktkamera eine sehr gute Schärfe. Was diesen Punkt angeht würde ich sagen, dass es für die Klasse der Highend Kompaktkameras die beste Schärfe ist, die ich bisher gesehen habe. Dabei sind die Bilder sowohl in der Mitte als auch bis zum Rand hin scharf. Wenn man sich dagegen die Resultate der Canon G7X Mark II anschaut, hat Sony hier auf jeden Fall die Nase vorn.

Sony RX100 V Test 9

Sony RX100 V Beispielbild 3

Wie ist der Dynamikumfang der Sony RX100 V?

Wie immer bei meinen Tests schaue ich natürlich neben der Schärfe auch gern auf den Dynamikumfang. Oft fotografiere ich Landschaften und nutze dafür ein Stativ. Um den Dynamikumfang in den Griff zu bekommen, nutze ich mehrere Belichtungen. Ich bin froh, dass Hersteller wie Nikon und Sony in diesem Bereich derzeit Fortschritte machen, weil ich irgendwann hoffentlich das Bild mit einer einzigen Belichtung machen kann. Entsprechend gespannt war ich natürlich, was die Sony RX100 V hier kann. Nach meinen Tests unterscheidet sich der Dynamikumfang jedoch kaum von meiner 700D oder der Canon S95. DxOMark gibt den Dynamikumfang mit 12,4 Blenden an.

Sony RX100 V Test

Sony RX100 V Beispielbild 4

Der ultimative Vergleich: Sony RX100 V vs Canon PowerShot S95 vs Samsung Galaxy S7

In Zeiten von guten Smartphones wollte ich wissen, wie denn die RX100 V gegen mein Samsung Galaxy S7 abschneidet. Zudem habe ich sie auch gegen meine 6 Jahre alte Canon PowerShot S95 getestet. Mein eigenes Fazit: Alle drei Kameras machen gute Bilder. Ich finde den Unterschied nicht so groß. Was die Bildschärfe angeht kommt es darauf an, ob man sich die Mitte oder die Ecken der Bilder anschaut. Ich habe daher einige Vergleichsbilder im RAW Format gemacht. Wer möchte, kann sich die RAWs selbst in Lightroom oder Photoshop anschauen (44,4 MB, Zip Datei).

Sony RX100 V vs Canon Powershot S95 vs Samsung Galaxy S7 Center 1

Sony RX100 V vs Canon Powershot S95 vs Samsung Galaxy S7 Center 1

Sony RX100 V vs Canon Powershot S95 vs Samsung Galaxy S7 Center 2

Sony RX100 V vs Canon Powershot S95 vs Samsung Galaxy S7 Center 2

Sony RX100 V vs Canon Powershot S95 vs Samsung Galaxy S7 Corner

Sony RX100 V vs Canon Powershot S95 vs Samsung Galaxy S7 Corner

Mein Fazit zum Sony RX100 V Test

Die Sony RX100 V hat mir im Test sehr gut gefallen. Besonders die Bedienbarkeit und der elektronische Sucher sind toll. Die Bildqualität ist sehr gut. Ich halte sie für die aktuell beste Kompaktkamera auf dem Markt.

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1 Kommentare

  1. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias,

    danke für den tollen Test, da hat sich deine Freundin ja ein schönes Schätzchen gekauft. Der Preis ist ja nicht ganz zu verachten, aber das wird sicherlich auch an der Größe liegen. Da es auf dem Markt ja noch alle Modelle der RX 100 gibt, würde mich preislich eher die Version III interessieren und ob der Unterschied sehr groß ist, wobei ich auf 4K Video gut verzichten kann. Mich reizt eher die Größe und die Möglichkeit die Kamera einfach aus der Jackentasche zu ziehen.

    Gruß Rita.

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