Sony A7 III Test [2019] – Besser geht es kaum!

In der vergangenen Woche hatte ich die Sony A7 III zum Testen da. Wie sich die Vollformat Kamera geschlagen hat, erfährst du hier!

Wie kam es zum Test der Sony A7 III?

Ich bin seit 14 Jahren Canon Nutzer und schiele seit einiger Zeit immer mal wieder zu Sony hinüber. Gründe dafür sind hauptsächlich der größere Dynamikumfang und das geringere Gewicht einer Systemkamera. Um wirklich mal den direkten Vergleich zu haben, habe ich mir die Kamera für eine Woche ausgeliehen.

Sony A7 III Test

Sony A7 III Test

Eckdaten

Die Sony Alpha 7 III ist eine Systemkamera von Sony. Sie bringt einen Vollformatsensor mit 24 Megapixel mit. Der Anschluss für Objektive ist Sony E-Mount. Im Gehäuse ist ein Bildstabilisator verbaut.

Größe und Gewicht

Für meinen Test habe ich mir die Sony A7 III zusammen mit dem Sony FE 4/16-35 mm OSS ausgeliehen. Meine Hauptgebiete sind die Landschafts- und Architekturfotografie. Deshalb lag es auch nahe, ein Weitwinkelobjektiv für diesen Test auszuwählen. Mehr Infos zu diesem Objektiv findest du in meinem Sony FE 16-35 mm F4 ZA OSS Test.

Die A7 III ist mit 650 Gramm ein wenig schwerer als meine Canon EOS 77D, die 540 Gramm auf die Waage bringt. Natürlich handelt es sich bei der Sony auch um eine Vollformatkamera, was sich dann eben auch im Gewicht widerspiegelt. Wenn man aus der Alpha 7 III eine gute Bildqualität herausholen will, so sind gute Objektive Pflicht. Das 16-35mm wäre an dieser Kamera auch meine Wunschlinse für Landschaften. Es ist sehr solide gebaut, bringt aber eben auch 518 Gramm Gewicht mit sich.

Die Sony A7 III mit dem Sony FE 16-35 mm F4 ZA OSS

Die Sony A7 III mit dem Sony FE 16-35 mm F4 ZA OSS

Mein erster Eindruck, als ich diese Kombination in die Hand nahm, war also: Gar nicht mal so leicht.

Die Größe finde ich sehr angenehm. Die A7 III greift sich gut. Ich hatte nie das Gefühl, dass die Kamera unsicher in der Hand liegt oder dass ich bestimmte Knöpfe nicht erreichen kann, weil die Kamera zu klein ist. Sie fühlt sich sehr “richtig” an.

Haptik & Bedienung

Sucher – Groooß

Als erstes fiel mir der elektronische Sucher positiv auf. Dieser ist im Gegensatz zu meiner Spiegelreflexkamera riesengroß. Während des gesamten Tests war es mir eine wahre Freude, damit Bilder zu machen. Eine Sache, die ich immer wieder merke, wenn ich andere Kameras teste: Mit einem größeren Sucher ist es wesentlich angenehmer die richtige Bildkomposition zu finden.

Zudem gefällt mir gut, dass der Sucher nicht auf der gleichen Tiefe wie das Display endet, sondern etwas weiter heraus steht. So drückt man sich nicht immer die Nase am Display platt.

Der Sucher befindet sich angenehmerweise nicht auf der gleiche Tiefe wie das Display

Der Sucher befindet sich angenehmerweise nicht auf der gleiche Tiefe wie das Display.

Einstellrädchen – Schnell erlernt

Obwohl ich für den Test kein Handbuch zur Verfügung hatte, fand ich mich auch als Canon Nutzer schnell mit der Bedienung zurecht. Die Sony A7 III hat drei Rädchen für Blende, Zeit und ISO. Dazu kommt ein eigenes Rad für die Belichtungskorrektur, was ich von der Fuji X100F bereits gewöhnt bin. Die Einstellungen für Fotos aus der Hand waren also schnell erlernt.

Gehäusequalität – Solide

Die Kamera ist sehr solide gebaut und durchdacht. Der Body fühlt sich wertig an, ohne dabei zu schwer zu sein. Der Druckpunkt der Knöpfe passt, der Joystick funktioniert wunderbar.

Klappdisplay – Gut für Querformate

Das Display der Sony A7 III lässt sich 45° nach unten und etwas über 90° nach oben neigen. Das ist für mich besonders für Aufnahmen vom Stativ relevant, da sich die Kamera hier oft auf Bauch- oder Kniehöhe befindet. Diese Neigung funktioniert also für Aufnahmen im Querformat gut. Da sich das Display jedoch nicht zur Seite drehen lässt, muss ich mich bei Aufnahmen im Hochformat vom Stativ aus immer noch verrenken.

Rückseite mit Display

Rückseite mit Display

Darüber hinaus ist das Display immer gut ablesbar und auf jeden Fall scharf genug.

Ungewohnt: Kein Schalter für Autofokus und Bildstabilisator

Nach Sonnenuntergang wollte ich einige Langzeitbelichtungen starten. Dafür war es etwas ungewohnt, am 16-35 mm F4 Objektiv keine Schalter zu finden, mit denen ich den Autofokus und den Bildstabilisator deaktivieren könnte. Diese beiden Einstellungen müssen über das Menü getätigt werden. Das ist auf den ersten Blick etwas umständlich. Ich bin mir aber sicher, dass es nach zwei Monaten Benutzung praktisch kein Kritikpunkt mehr ist.

Menüstruktur braucht etwas Einarbeitungszeit

Die A7 III bringt viele Funktionen mit. Bei der Menüstruktur merkt man, dass Sony Mühe damit hatte, die Einstellungsmöglichkeiten alle unter einen Hut zu bringen. Das Menü ist nicht generell unübersichtlich, es beinhaltet einfach sehr viele Einstellmöglichkeiten. Während meines Tests musste ich zweimal online ins Handbuch schauen, um herauszufinden, wo sich der entsprechende Punkt im Menü befindet. Ich denke aber, dass sich die meistgenutzten Menüpunkte nach kurzer Benutzungsdauer schnell einprägen. Zudem gibt es auch noch die eigene frei konfigurierbare Karteikarte im Menü, auf die man die meistgenutzten Funktionen legen kann.

Diverse Anschlüsse an der Seite der A7 III

Diverse Anschlüsse an der Seite der A7 III

Autofokus: Fix und treffsicher

Gegenüber dem Vorgänger wurde der Autofokus noch einmal stark verbessert. Während meines Tests traf der AF praktisch immer. Die AF-Geschwindigkeit ist angenehm schnell, wenngleich die einer guten Spiegelreflexkamera da gefühlt noch einmal eine Schippe drauf packt. Für 98 % der Aufnahmesituationen ist der Autofokus aber mehr als ausreichend.

Zwei Speicherkartenslots

Die Sony A7 III bietet zwei Speicherkartenslots, wobei der eine etwas schneller als der andere ist. Beides sind SD-Karten Slots.

Akkulaufzeit sehr gut

Ich habe mit der Sony A7 III eine Woche lang fotografiert. Dabei habe ich die Kamera insgesamt etwa 7 Stunden genutzt. Für diesen Zeitraum habe ich eine halbe Akkuladung gebraucht. In diesem Punkt macht die Kamera also eine sehr gute Figur.

Sony A7 III Oberseite

Sony A7 III Oberseite

Kombinierter Bildstabilisator für lange Belichtungszeiten aus der Hand

Von meiner Canon Kamera kenne ich es, dass es Objektive mit Bildstabilisator gibt. Die Alpha 7 III bringt wie oben erwähnt auch einen Bildstabilisator im Body mit. Die Kamera kann diese beiden Stabis miteinander kombinieren. Nimmt man ein Weitwinkelobjektiv, so lassen sich damit auch mal Belichtungszeiten von einer halben Sekunde aus der Hand halten.

Das fand ich beim Fotografieren ohne Stativ sehr angenehm. Ich habe aus der Hand ISO 50 für den maximalen Dynamikumfang und Blende 8 für eine gute Gesamtschärfe eingesetzt. Dank der Bildstabilisatoren konnte ich zahlreiche Lichtsituationen und Motive ohne Stativ aufnehmen. Ich stelle mir dieses Feature besonders hilfreich für Innenarchitekturaufnahmen vor.

Buttons auf der Rückseite

Buttons auf der Rückseite

Bildqualität

Die 24 Megapixel der Sony A7 III liefern Bilder in einer Auflösung von 6000 x 4000 Pixeln. Zum Speichern sind unter anderem die Optionen unkomprimiertes RAW, komprimiertes RAW und natürlich JPG verfügbar.

Schärfe

Dieser Punkt ist natürlich hauptsächlich vom verwendeten Objektiv abhängig. Während meines Tests hatte ich das Sony FE 16-35 mm F4 ZA OSS zur Verfügung. Es bildete in allen Brennweitenbereichen bis in die Ecken scharf ab. Vermutlich lässt sich mit einer guten Festbrennweite noch einmal ein Stück mehr aus dem 24 Megapixel Sensor herausholen.

Dynamikumfang

Der Dynamikumfang der A7 III ist sehr gut. Diesem Aspekt kommt auch zugute, dass die Belichtungsmessung der Kamera einen sehr guten Job macht. DxO gibt die A7 III mit einem Dynamikumfang von 14.7 Blendenstufen an. Damit ist sie noch einmal etwa eine Blende besser als meine Canon EOS 77D.

Fast alle “Alltagssituationen” meistert die A7 III hervorragend, ohne dass die Lichter ausfressen oder die Schatten zu dunkel werden. Sie kommt erst bei direkten Gegenlichtsituationen an ihre Grenzen.

Rauschverhalten

Als letzten Abschnitt zur Bildqualität muss ich noch ein Wort zum Rauschverhalten verlieren. Ich bin sehr beeindruckt davon, wie wenig Rauschen die A7 III speziell bei niedrigen ISOs produziert. Wann spielt das für mich als Landschaftsfotograf eine Rolle? Wenn ich dunkle Bildbereiche in der Nachbearbeitung aufhellen muss. Das folgende Bild habe ich mit ISO 50 aufgenommen. Der untere Teil mit dem Feld war fast schwarz, dementsprechend musste ich die Belichtung dafür um zwei zwei Blenden erhöhen und zusätzlich den Tiefenregler in Adobe Camera RAW auf +50 setzen. Das Ergebnis ist dafür, was ich in der Ausgangsdatei überhaupt noch an Bildinformationen hatte, wirklich fantastisch.

Sony A7 III Rauschverhalten

Sony A7 III Rauschverhalten

Farben & Kontrast

Die Farbwiedergabe würde ich als natürlich beschreiben, hier gibt es keine besonderen Aspekte. Bezüglich des Kontrasts könnte man vermuten, dass die Bilder wegen des höheren Dynamikumfanges flau werden, aber dem ist nicht so. Die Kontraste sind angenehm knackig, ohne zu aggressiv zu wirken.

Beispielbilder

Nachfolgend findest du eine kleine Auswahl von Bildern, die während meines Sony A7 III Tests entstanden sind. Mit einem Klick auf das jeweilige Bild kannst du es vergrößern.

Sony A7 III mit Sony FE 16-35 mm F4 ZA OSS - Beispielbild 1

Sony A7 III mit Sony FE 16-35 mm F4 ZA OSS – Beispielbild 1

Sony A7 III mit Sony FE 16-35 mm F4 ZA OSS - Beispielbild 2

Sony A7 III mit Sony FE 16-35 mm F4 ZA OSS – Beispielbild 2

Sony A7 III mit Sony FE 16-35 mm F4 ZA OSS - Beispielbild 3

Sony A7 III mit Sony FE 16-35 mm F4 ZA OSS – Beispielbild 3

Sony A7 III mit Sony FE 16-35 mm F4 ZA OSS - Beispielbild 4

Sony A7 III mit Sony FE 16-35 mm F4 ZA OSS – Beispielbild 4

Unterschiede zwischen Sony A7 III und Sony A7R III

Vielleicht stehst du vor der Entscheidung, ob du die A7 III oder die A7R III kaufen willst. Im Großen und Ganzen unterschieden sich beide Kamera nur durch zwei Aspekte: Sucher und Megapixel. Ich persönlich glaube, dass fast alle Nutzer mit der A7 III besser bedient sind, weil sie die hohe Megapixel-Zahl nicht brauchen. Mehr Megapixel bedeutet auch, dass du bessere Objektive benötigst. Auch dein Computer muss ausreichend dimensioniert sein, um mit den größeren Dateien flüssig arbeiten zu können. Der Sucher der A7R III ist minimal besser, aber der von der A7 III ist bereits sehr gut. Ich persönlich würde definitiv die Sony A7 III bevorzugen.

Fazit zu meinem Sony A7 III Test

Die Sony A7 III ist eine großartige Kamera. Sie hat etwa das Gewicht einer Einsteiger-Spiegelreflexkamera, der Body liegt sehr gut in der Hand. Für mich als Canon Nutzer war die Bedienung insgesamt schnell erlernt. Ein für mich besonders positiver Punkt ist der Sucher, mit dem es eine wahre Freude ist, die richtige Bildkomposition zu finden. Auch die Bildqualität ist über jeden Zweifel erhaben. Man benötigt ein paar Tage, um die Menüstruktur zu erlernen, aber danach geht alles sehr flüssig von der Hand. Angesichts des gebotenen Gesamtpaketes empfinde ich den Preis mehr als fair.

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33 Kommentare

  1. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias,

    bei Landschaftten und Architektur mögen Deine guten Erfahrungen zutreffend sein. Bei Portraits – wie ich von einem Bekannten weiss – auch.

    Für Tier- und / oder Sportaufnahmen ist diese Kamera gänzlich ungeeignet.
    Der Autofocus versagt ständig bzw. fokussiert völlig falsche Punkte an.
    Meiner Meinung nach funktioniert hier die Verriegelungsfunktion nicht bzw. äusserst schlecht. Die funktionierte bei meiner alten A7 wesentlich besser.
    Da hilft es auch leider nicht, verschiedene Einstellungen auszuprobieren.
    Das Ergebns ist immer gleich schlecht. Bei ca. 90% Ausschuss, bei denen ca. 70% auf einen danebenliegenden Autofokus zurückzuführen sind, macht es keinen Spass mit dieser Kamera.
    Fazit nach 5 Wochen Test.
    Die Kamera geht zurück.
    Viele Grüße
    Rolf

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