Wie viele Megapixel sollte eine gute Kamera haben? – Eine realistische Einschätzung

Wie viele Megapixel sollte eine gute Kamera haben? Dieser Frage gehe ich heute auf den Grund.

Als ich 2004 meine erste Kamera gekauft habe, hatte diese digitale Kompaktkamera 3,2 Megapixel. Ein Jahr später habe ich meine erste digitale Spiegelreflexkamera gekauft, die Canon EOS 300D. Diese Kamera hatte 6 Megapixel. Über die Jahre wurde die Zahl der Megapixel (MP) immer mehr. Bis 15 Megapixel habe ich dieses Rennen der Hersteller noch mit Wohlwollen verfolgt, denn so konnte ich schärfere Drucke meiner Fotos anfertigen.

Drucke aus einer 6 Megapixel Spiegelreflexkamera

Drucke aus einer 6 Megapixel Spiegelreflexkamera in einer Ausstellung

Meine dritte Spiegelreflexkamera, die Canon EOS 700D, hatte bereits 18 Megapixel. Schon vor dem Kauf habe ich diese hohe MP-Zahl etwas kritisch gesehen. Aber warum?

Die Beugungsunschärfe limitiert

In Bereichen wie der Landschaftsfotografie ist es meist gewünscht, dass ein Bild in allen Bereichen scharf ist. Damit das funktioniert, muss beim Fotografieren die Blende geschlossen werden. Je nachdem, wie weit du die Blende schließt, ist die Schärfentiefe umso größer. Ab einem bestimmten Wert wird das Bild jedoch insgesamt wieder unschärfer, weil ein Effekt namens Beugungsunschärfe eintritt.

Daher schließe ich die Blende bei einer APS-C Kamera selten mehr als F8, weil ich eine gute Bildqualität und -schärfe erreichen möchte. Bei meiner aktuellen 24 Megapixel Vollformatkamera nutze ich meist Blende 11. Darüber nimmt die Gesamtschärfe deutlich ab.

Beugungsunschärfe bei Blende 11 (links) und Blende 22 (rechts)

Beugungsunschärfe bei Blende 11 (links) und Blende 22 (rechts)

Je höher die Megapixel einer Kamera, umso früher setzt der Effekt der Beugungsunschärfe ein.

Folgende Beispiele beziehen sich auf APS-C Kameras. Bei einer Kamera mit 12 MP kann ich die Blende für optimale Bildqualität bis F13 schließen. Bei 18 MP bis F9. Bei 24 MP bis F8.

Je höher die Anzahl der Megapixel ist, umso schwerer ist es die Schärfe in den Bildern zu bekommen.

Heutige Vollformatkameras haben mitunter 50 Megapixel. Hier kann ich die Blende nur noch bis F4 schließen, um die vollen 50 MP aus dem Sensor herauszuholen. Das bedeutet, dass diese Kameras eigentlich nur noch für Portraitfotografie geeignet sind, wo mit solch offenen Blenden gearbeitet wird.

8 Megapixel Werbung an einer Sony F828 Bridgekamera aus dem Jahr 2003

8 Megapixel Werbung an einer Sony F828 Bridgekamera aus dem Jahr 2003

Anspruch an die Objektive

Der Sensor einer APS-C Kamera hat beispielsweise bei Canon eine Fläche von 22,2 mm x 14,8 mm. Die Größe des Sensors hat sich in den letzten 15 Jahren nicht verändert. Die Anzahl der Megapixel, die ein solcher Sensor hat, ist aber immens gestiegen. Das bedeutet, dass sich auf der gleichen Fläche des Sensor mehr Bildpunkte befinden.

Je mehr Megapixel eine Kamera hat, umso besser müssen auch die Objektive an der Kamera sein, um die volle Bildqualität ausschöpfen zu können. Das Kitobjektiv einer Kamera von 2005 würde an einer aktuellen Kamera nicht mehr so scharfe Bilder wie damals liefern.

Wenn du also heute eine Kamera mit vielen Megapixeln kaufst, dann musst du im Budget auch sehr gute Objektive einplanen.

Sony FE 55mm 1.8 ZA von oben mit Streulichtblende

Sony FE 55mm 1.8 ZA von oben mit Streulichtblende

Betrachtungsabstand deiner gedruckten Bilder

Ich habe auch schon Bilder der damaligen 6 Megapixel APS-C Spiegelreflexkamera gedruckt und damit Ausstellungen veranstaltet. Aus der späteren 18 Megapixel Kamera waren die Drucke schärfer. Aber nie hat mich die (vermeintlich geringe) Anzahl der Megapixel davon abgehalten, meine Bilder auch in großen Größen zu drucken und zu zeigen.

Ich habe meine Fotos in mehr als 20 Ausstellungen gezeigt. Dabei ist es noch nie passiert, dass ein Besucher zu mir sagte, dass die Bilder unscharf seien. Oder ich eine Kamera mit mehr Megapixel hätte nutzen sollen.

Bei den Drucken geht es immer um den Inhalt des Bildes. Niemand geht mit der Nase auf 5 cm an das Bild heran. Der Betrachter steht immer mit einem gewissen Abstand davor.

Besucher der Ausstellung in der Galerie am Quadrat vor "Cloud Launching Pad"

Besucher der Ausstellung in der Galerie am Quadrat vor „Cloud Launching Pad“

Anforderungen an die Hardware

Mit mehr Megapixeln werden die Dateien aus der Kamera auch größer. Das bedeutet wiederum, dass du bessere Hardware für die Bildbearbeitung brauchst. Ein leistungsfähigerer Prozessor, mehr RAM und mehr Speicher in Form einer SSD oder Festplatte. Mehr Speicher für die Datensicherung.

Wie viele Megapixel brauchst du wirklich?

Mir genügen 15 Megapixel bei einer aktuellen Spiegelreflex- oder Systemkamera vollkommen. Ich bin ganz froh, dass sich dieses Megapixel-Rennen unter den Herstellern verlangsamt hat. Aktuell sind wir bei 24 MP und das ist auch ein Wert, der meines Erachtens nach für jeden ausreichend ist.

Mehr Megapixel sind nur dann sinnvoll, wenn du deine Bilder oft sehr groß druckst. Mit sehr groß meine ich 90 x 60 cm Kantenlänge und größer.

Druck von "Elgol 1" auf Kodak Pro Endura matt mit Passepartout hinter Floatglas matt mit Holzrahmen

Druck von „Elgol 1“ auf Kodak Pro Endura matt mit Passepartout hinter Floatglas matt mit Holzrahmen

Beim Kauf meiner aktuellen Kamera habe ich mit der Sony Alpha 7 III bewusst ein Mittelklasse-Modell unter den Vollformat-Systemkameras gewählt, welches „nur“ 24 Megapixel hat.

Wie sind deine Erfahrungen mit der Anzahl der Megapixel deiner Kameras? Schaust du beim Kauf auf diesen Wert? Schreib mir in den Kommentaren!

40 Kommentare

  1. Nutzer Avatar
    Werner Utz

    Hallo zusammen,
    Ich bin 2004 mit der Canon Pro1 (8 MP) in die digitale Welt gekommen. Es folgte die Canon G15, die jetzt als Westentaschen-Kamera immer noch gute Bilder im Raw-Format liefert. Da mir die ganzen digitalen Spiegelreflexkameras zu groß waren, bin ich dann bei der Sony A6500 mit 24 Mp gelandet, die jetzt von der Sony A7R3 Seite (42 Mp) ergänzt wird. An dieser Kamera hat mich die Dynamik von knapp 15 Blendenstufen gereizt und fasziniert. Von Anfang an hab ich aber meinen Objektiv-Fuhrpark so ausgesucht, dass die Kamera gut „bedient“ wird. Bei den Festbrennweiten habe ich bis auf eine Ausnahme (Sigma 85 DG DN) nur manuelle Gläser von Zeiss und Voigtländer in der Fototasche. Wobei das Samyang 12f2 für die APS/C-Kamera wiederum eine Ausnahme darstellt. Selbst ein geerbt es Zeiss Planar 50f1,4 ist mit entsprechendem Adapter auf der A7R3 im Einsatz und liefert bei Portrait Aufnahmen herrliche Bilder ohne die harte Schärfe der heutigen Portraitlinsen.
    Klar könnte man jetzt über Sinn oder Unsinn einer solchen Ausrüstung diskutieren. Aber 1. ist es mein Hobby, 2. konnte ich es mir leisten und hab 3. auch Spaß an der Bildbearbeitung mit Capture One.
    Im Nachhinein war und ist die hohe Auflösung ein Segen, da demnächst mehrere Bilder mit über 3 Metern Kantenlänge in öffentlichen Gebäuden als Dauerdeko für die nächsten Jahrzehnte hängen werden. Mit 12MP wäre dies „sportlich“ geworden…

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    Joachim Berneck

    Hallo Matthias,
    ich habe noch eine Verständnisfrage zur Objektiv-Konstruktion:
    Sind dann alle Objektive für die digitalen Cameras dann „billiger“ heißt schlechter gefertigt worden, als früher, als der analoge Film ja Vollformat „Standard“ war?
    Beugungsunschärf dann bei niedriger Pixel anzahl also einfach mit eingerechnet?

    Interpretiere ich richtig, dass wenn man jetzt eine neue Camera sich anschafft mit hoher MP dass dann nur die neuesten Objektive Sinn machen?

    • Nutzer Avatar

      Hallo Joachim,

      die neuen Objektive für die digitalen Kameras sind wesentlich präziser gefertigt als früher. Das liegt auch daran, dass ein Film fast plan ist, während ein Sensor in mehreren Ebenen arbeitet und es wichtig ist, dass die verschiedenen Farben an der richtigen Stelle ankommen.

      Für eine neue Kamera mit hoher Megapixel Anzahl brauchst du dann schon auch recht neue Objektive, um die volle Auflösung ausschöpfen zu können.

      Liebe Grüße,

      Matthias

      • Nutzer Avatar
        Joachim Berneck

        Vielen Dank, Matthias,
        jetzt ist mir so einiges klarer, denn ich dachte bei Analogfilm haben wir ja eigentlich noch einen höhere Auflösung, aber richtig, der Film war definitiv auf einer Ebene und die Farbschichten ja nur ganz dünn.
        Bin schon dabei so nach und nach meine Objektive zu aktualisieren.
        Guter Nebeneffekt, der Spritz- und Staubschutz und die bessere Bildstabilisierung bei Panasonic macht es um einiges leichter seinem Hobby nachzugehen.

        Viele Grüße
        Joachim

  3. Nutzer Avatar

    Ich habe die Nikon D780 Vollsensor 24mB für Tele F 2,8-8, Macro F8 , Portrait F1,4-2,8 und Weitwinkel in Innenraum mit F4-8 und Aufhellblitz Nikon SB-700 später SB-5000. Eine Nikon D700 habe ich mir gut gebraucht gekauft, weil der Vollsensor nur 12 mB hat und man Weitwinkel außen für Häusr, Landschaften bis F11 schliesen kann ohne Schäfe zu verlieren und auch im Innenraum mit einem NIKKOR 50mm F1,8 tolle Aufnahmen ohne Blitz und bis ISO 1600-3200 gehen kann und fast ohen ISO-Rauschen. Viel Aufwand, aber es lohnt sich. Kann man machen, müß aber nicht.

  4. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias,

    ich verwende überwiegend eine Sony A7s, NEX 5 und NEX 3 die haben so um die 12-15 Megapixel.

    Das reicht mir völlig aus für meine Altglasfotografie

    LG Bernhard

  5. Nutzer Avatar

    Hallo Mathias, ich fotografiere mit Mft Lumix G9 und Vollvormat Nikon D850 und ab und an mit dem Handy Huawai P20 Pro.
    Prinzipiell ist schon beim Fotografieren der Bildausschnitt wichtig, so kann ich mit meinem Handy bei 10MP schon eine Superschärfe erreichen im DIN A4 Ausdruck .
    Die Sensorgröße und die Auflösung bei der D850 (43MP) hat aber bei Ausschnittsvergrößerungen für mich den Vorteil, auch mit einem weitwinkligem Objektiv, was gerade auf der Kamera ist, zum Beispiel einen Vogel zu fotografieren. Der wäre dann klein im Bild aber in der Ausschnittsvergrößerung noch scharf. Manchmal bin ich auch nur faul oder habe auch nicht immer sämtliche Objektive dabei. Das Gewicht der Kamera und den Objektiven ist nicht zu unterschätzen.
    Die Beugungsunschärfe werde ich bei meinen Objektiven mal duchtesten, da ich Landschaften gerne mit Blende 8 bis 11 fotografiere, ein interessanter Punkt, den du da gezeigt und beschrieben hast.
    Vielen Dank für den Beitrag.
    L.G Jürgen

  6. Nutzer Avatar
    Joachim Berneck

    Ich habe es noch einmal genau geprüft:
    Mit 16 Megapixel/Micro-Thour-Thirds Sensor (Größe 50 % vom Vollvormat Sensor) erreiche ich bei Vergrößerungen von 40×60 cm gestochen Scharfe Bilder.
    Die Auflösung ist so, dass man noch „Sandkörner“ vom Strand erkennen kann.
    Bei analogen Schwarz Weißaufnahmen hatte ich in dieser Vergrößerung da eher das Korn des Films bei einem 100 ASA Ilford FP 4 schon gesehen.

    • Nutzer Avatar
      Peter Reinert

      Moin Joachim, die Diagonale vom FF ist doppelt so groß wie die Diagonale vom MFT Sensor. Die Fläche aber ist fast vier mal so groß.

      • Nutzer Avatar
        Joachim Berneck

        Moin, Reiner,
        schau mal hier nach:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Micro_Four_Thirds
        Richtig ist deine Angabe zur Diagonale (Vollformat = 43,267 mm
        u. MFT= 21,63 mm) aber leider nicht zur Sensorgröße. Die ist definitiv die Hälfte vom Vollvormat.
        Sonst wäre auch der Cropfaktor nicht 2 sondern 4, und damit wären wir fast auf „Handy-Größe“ mit ca. 13 mm x9 mm

  7. Nutzer Avatar

    Hallo ihr Lieben,

    auch wenn ich heute nicht jeden Kommentar einzeln beantworte, so habe ich doch alle gelesen und danke euch für das Feedback! Ich freue mich über eure Zeilen und Erfahrungsberichte.

    Liebe Grüße,

    Matthias

  8. Nutzer Avatar

    Hej ich meine du hast recht, eine gewisse Anzahl MP ist notwendig um auch so bis A0 zu drucken. Aber es kommt mir vor wie mit bei KW bei Autos. Man kann es verfolgen es werden jedes Jahr immer MP beworben obwohl es irgendwann sinnlos wird. Jedes Smartphon hat heute 1000 mal mehr MP als die ersten Digitalen aus den 90ern und jede analoge hat da noch bessere Bilder gemacht. Du hast recht das eine gute Optik dir hilft gute Bilder zu machen und das an jeder Kamera, egal ob Vollformat, Crop oder Analog. Da bin ich deiner Meinung und einiger die vor mir einen Kommentar abgegeben haben

  9. Nutzer Avatar
    Joachim Berneck

    Hallo Matthias,
    da ich wegen Geschwindigkeit und Qualität erst 2006 mit der Kompaktkamera Soni DSC 1 die digitale Welt betrat, war mein damaliger Eindruck mit 5 Mio Pixel für Urlaubsbilder schon sehr gut.
    2008 habe ich mit 10 Mio Pixel mit OM E 410 sehr viel fotografiert und war bis 2013 sehr zufrieden damit. Ebenso erstaunt war ich, als Freunde von meinen Fotos, die ich auf Feiern geschossen hatte, Großfotos drucken ließen die ca. DIN A 2 groß waren. War erstaunt wie scharf die Bilder waren.
    Von Ende 2013 bis 2019 war ich dann mit OM E 620 mit 13 mio Pixel unterwegs und habe dann erst auf 16 Pixel das Panasonic System mit der Panasonic DSC G 81 getestet und bin dann auf 20 Mio Pixel mit der Panasonic DSC-G9 umgestiegen, die schon seit mehreren Jahren auf Platz 3 liegt und jetzt deutlich unter 900 € liegt. Selbst schon die Großausdrucke der DSC G 81 mit 16 mio Pixel sind überzeugend. Könnte man auch schon für Ausstellungen gebrauchen, so wie Du es berichtest.
    Ich habe seit dem sehr viel ausprobiert, Landschaftsaufnahmen mit gutem Panasonic Objektiv auch bei Blende 8 begrenzt mit sehr guten Schärfe-Ergebnissen.
    Der jeweilige Camera-Wechsel war für mich weniger alleine die Entscheidung der Megapixel, als die Qualitätssteigerung in Bildstabilisierung, Geschwindigkeit und abgedichteten Gehäuse. Es gibt nichts schöneres als in der Natur in Wassernähe zu fotografieren! Natürlich habe ich als Hobby-Fotograf auch erst einmal abgewartet was sich in der Camera-Entwicklung bessert, denn die Kosten sind bei Neuanschaffungen ja nie unerheblich, vor allem bei System-Wechsel.

    Übrigens, wohl eher aus sentimentalen Gründen schalte ich meine Sony DSC 1 an, die Fotos sind immer noch gut, nur haben die neuen Cameras und auch die Handys bei der Videofunktion deutlich dazugelegt.

  10. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias, danke für diesen wie immer großartigen Beitrag. Ich hatte mit der 5 DM III 24 MP und riesige Leinwände sind super, aber auch mit den 20 MP der R6 sind 120 mal 80 ohne etwas zu beanstanden. Dennoch ist es gut, daß der Horizont gerade ist, der Blickfang an der richtigen Stelle sitzt usw. , damit man bei 20 MP nicht noch so viel verliere.
    Aber es ist ja immer die beste Wahl, vorher das Bild fertig zu haben, als am Computer viel dran zu basteln.
    Liebe Grüße Anne-B.

  11. Nutzer Avatar

    Liebe Fotogemeinde,

    auch ich habe die Entwicklung der Digitalfotografie, begonnen mit mageren 3 Megapixeln mitgemacht. Als die ersten Kameras mit 16 MP und mehr auf dem Markt auftauchten, mit teilweise katastrophalem Rauschverhalten, gab es die ersten lebhaften technisch-wissenschaftlichen Diskussionen dazu im Netz.

    Daraus hat sich folgender Fakt eingeprägt. Für die haptische Reproduktion eines Bildes (z. B. 2:3) sind 6 MP (2000×3000) völlig ausreichend. Und zwar unabhängig von der Größe des Drucks (z. B. 200 x 300 cm)!
    Dabei wird ein „Normalbetrachter“ mit guter Sehkraft und einem Betrachtungsabstand angenommen bei dem noch der gesamte Bildinhalt erfasst werden kann. Geht man näher ran (Pixelpeeper) sieht man halt dann die Pixeldetails. Probiert das mal in einem Museum vor einem der großen Ölbilder. Da seht ihr zwar den Pinselstrich, aber nicht mehr das Bild! Wer fragt schon den Maler nach seinem Pinsel?

    Ein gutes Bild ist einfach ein gutes Bild! Ist es handwerklich ordentlich umgesetzt wird es erfolgreich sein, egal ob mit einer 6- oder 50-MP-Kamera aufgenommen. Der Fokus auf die Technik verstellt den Blick auf das gute Bildergebnis!

    Für meine Anforderungen mit etwas Beschneidungsreserven wären 16 MP völlig ausreichend. Meine Fuji liefert 26 MP. Weniger, aber größere Pixel wären besser. Zum Glück hat sich die Qualität der Sensoren bezüglich Rauschverhalten gesteigert, so dass ich damit gut leben kann.

    Die anderen Ausführungen zum Pixelwahn teile ich ebenfalls. Dieser ist halt dem Marketing geschuldet. 😉
    Bei meinen Ausführungen schließe ich ausdrücklich Spezialanwendungen aus. Andreas Gursky wäre vermutlich mit einem 50 Giga-Pixel-Sensor hinter einer hochauflösenden Optik gut bedient 😉

    Viele Grüße und gut Licht
    Hans

  12. Nutzer Avatar
    Wolfgang Ruff

    Hallo Matthias,
    Deinen Bericht finde ich sehr interessant, da ich überlegt habe, mir eine neue OM-D 5 zuzulegen. Ich stelle fest, dass ich umdenken muß.
    Danke dafür.
    Gruß Wolfgang

  13. Nutzer Avatar
    Karsten Spielvogel

    Hi,
    Ich habe immer noch meine EOS 700D
    Mir reichen die 18MP auch.
    Dann lieber in ein gutes Objektive investieren.
    Da kann man aus den 18MP noch mehr rausholen.

  14. Nutzer Avatar
    Torsten Schäfer

    Da alle top Optiken zwischen Blende 4 und 5,6 ihre optimale Auflösung liefern, nutze ich mit großem Erfolg diese Werte auch bei Landschaft und Astro.
    Ich habe 36MP und mehr an Vollformat eigentlich nur, weil andere benötigte Features nur mit diesen Bodies bezahlbar waren.
    Aber inzwischen möchte ich s nicht mehr missen: otus 55 mit crop an D850 ist immer noch schärfer als 85mm an 12MP . Ich spare also Geld für weitere Festbrennweite.
    Trotzdem darf und muss D3s bleiben …

  15. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias,
    nach einer Nikon D7000 (16 Megapixel auf APSC) im Jahr 2011 habe ich mir 2014 eine gebrauchte D700 ( 12 Megapixel auf VF) gekauft, von der ich sehr begeistert war! Meine Tochter aber auch und so habe ich sie ihr überlassen, sie ist noch heute ihr ein und alles!
    Ich kaufte mir eine D800( 36 Megapixel auf VF), mit der ich heute noch vor allem vom Stativ fotografiere , die Auflösung ist toll, das Handling aber auch speziell. Ich trauerte aber der unkomplizierten, Handlingsfehler verzeihenden D700 nach und kaufte mir 2019 nochmal eine gebrauchte D700. Diese nutze ich vor allem beim aus der Hand Fotografieren und bei Schnappschüssen und in bestimmten Lichtsituationen: ich finde , die wenigen, aber großen Pixel zaubern dann eine Lichtstimmung auf den Sensor, die einmalig ist! Ich habe es nicht bereut, obwohl ich als Hobbyfotograf absolut überausgerüstet bin.

  16. Nutzer Avatar
    Andreas Lucke

    Hallo,
    mit meiner Olympus PEN-F (20 MP) bin ich sehr zufrieden, da auch die Objektive einfach hervorragend sind. Ich benutze nur Festbrennweiten mit Ausnahme des ebenfalls hervorragenden 12-40/2,8 Objektivs. Für mich gilt in der Fotografie immer die Reihenfolge: Fotograf – Objektiv – Kamera.
    Deinen Artikel über die Anzahl der Megapixel finde ich darüber hinaus hervorragend: Kühl, sachlich, klar; jeden Deiner Artikel schätze ich sehr, da diese mir immer wieder die eine oder andere Anregung verleihen!
    Herzlichen Dank, und

    allzeit ‚gut Licht‘ , Andreas.

  17. Nutzer Avatar
    Bernd Herbst

    Hallo Matthias, ich benutze eine EOS 6D Vollformat mit 20MP
    und eine EOS R Vollformat mit 24MP. Als Objektive Canon 4,0 24-105mm und Canon 2,8 70-200mm.
    Da ich meist Portraits mache, sind Blendenwerte bis 8,0 meist optimal. Maximal Blende 4,0 für Portrait könnte problematisch werden wegen fehlender Tiefenschärfe. Also besser keine 50MP !!
    Wie ich sehe, habe ich die richtige Auswahl getroffen.
    VlG Bernd

    • Nutzer Avatar

      Hallo Bernd,
      Ich habe auch eine EOS R, aber meine hat 30 MP. Habe auch eine EOS 5 DSR mit 50 MP und bin richtig happy, in der Landschaftsfotografie benutzte Blende 8-11 und bei Portraits von Blende 1,4 bis 8. Ich finde es kommt immer auf die Brennweite an wie viel Tiefenschärfe man bekommt, bei 16 mm habe ich schon eine sehr gute Tiefenschärfe was bei 200 mm nicht der Fall wäre.
      LG Michael

  18. Nutzer Avatar
    Karl-Ludwig Menck

    Hallo,
    ich bin erst 2003 schweren Herzens von meiner geliebten Analog Canon A1 auf die Digitalfotografie umgestiegen. Meine erste Kamera war eine Sony DSC-S85 mit 0,25 MP. Sie machte dennoch schon ganz brauchbare Bilder. Doch die Spiegelreflex ließ mich nicht los und so wurde es eine Canon EOS 400 D mit 10 MP. Die Bildqualität war schon excellent, doch in Sachen Kameratechnik ging die Entwicklung auch bei mir weiter. 2016 erwarb ich eine EOS 60 D mit 18 MP. Die Bildqualität ist bei dieser Kamera schon mehr als ausreichend und ich setze die 60 D auch heute noch ein, insbesondere für das Abfotografieren meiner analogen Schätze mittels Kaiser VCP 600 Color Vergrößerer in Umkehrstellung und Canon EFS 60 mm macro. 2019 schenkte mir meine Frau dann einen Body Canon EOS D 6 Mark2, da ich mir schon immer eine Vollformat SLR gewünscht hatte. Da nun, bis auf den „Yoghurtbecher“ EF 50 1.8 alle meine Objektive nicht mehr passten, habe ich mir mittlerweile ein gutes Sortiment hochwertiger Canon EF Objektive zugelegt. Nur damit lassen sich die 26 MP dieser tollen Kamera ausnutzen. Da gebe ich Dir, lieber Matthias, recht. Mehr MP braucht es allerdings auch künftig nicht. Für mich ist damit das Ende des Pixelwahns erreicht und wie gut, dass mein Laborequipment noch auf dem Dachboden ruht und die A1 noch voll funktionsfähig ist. Analog ist doch wieder am Kommen.

  19. Nutzer Avatar

    Lieber Matthias,

    Deine Sichtweise ist einerseits richtig, aber andererseits …

    Erstens: Alles seht und fällt mit den Objektiven. Dabei ist längst nicht gesagt, dass ein teueres Exemplar unbedingt auch besser als ein preiswerteres ist. Viele meinen, sie müssten sich ein 1,2er, 1,4er oder 1,8er zulegen, aber die objektiven Test zeigen dann, dass diese Objektive erst ab Blende 4,0 oder gar 5,6 auch in den Ecken „funktionieren“. Daher Obacht, und sich „vorher“ informieren (und so Geld sparen).

    Zweitens: Wenn das Objektiv-Problem geklärt ist, kommt die Kamera. Klar reichen 16 MP für etwa 95% der Bilder aus, wenn … ja … wenn die Kamera und das Objektiv „ideal“ eingesetzt werden. Geht das aber nicht, weil z.B. das Objekt doch zu weit weg ist, dann kann (!) es hilfreich sein, eine höher auflösende Kamera zu haben, um aus dem vorhandenen Bild einen Ausschnitt zu wählen, dann ohne Qualitätseinbuße.

    Drittens: Bildrauschen. Wenn nicht genügend Licht vorhanden ist, neigen wir dazu, schnell den ISO-Wert hoch zu drehen. Das aber produziert ein verstärktes Bildrauschen, Artefakte und ab und zu auch noch Chromatische Aberrationen (CA), die zwar meist die Technik (besonders bei der RAW-Entwicklung) mindern kann, ABER das Bild wird im Endeffekt logischerweise nicht besser. Fotografiere ich aber das identische Motiv statt mit 24 MP nun mit 48 MP, dann habe ich zwar keine Verdoppelung, sondern nur (!) eine 40%ige Vergrößerung, aber das Rauschen reduziert sich runtergerechnet auch auf fast 60%.

    Viertens: So hat eigentlich jedes Motiv seine Kamera und sein Objektiv, um zu einem optimalen Ergebnis zu kommen. Daher sind solche Allgemeinplätze immer etwas problematisch.

    Ich verwende neben einer 45 MP-Kamera auch eine zweite MFT mit 20 MP, jedes System hat deutlich seine Vor- und Nachteile. Klar ist die Vollformatkamera samt Objektiv voluminöser als das 20-MP-MFT-System. Dafür ist letzteres „immer dabei“.

    So muss jeder fotografierende Mensch für sich und seine Motive entscheiden, was ER/SIE/ES will …

    Danke und gesund bleiben mit Abstand

  20. Nutzer Avatar
    Ingo Krehl

    Gut, unaufgeregt und sachlich geschrieben.
    Bei einer höheren Pixeldichte braucht man auch eine kürzere Belichtungszeit um Bewegungsunschärfe zu vermeiden, was dann zu höheren ISO führen kann. Jeder Vorteil hat auch einen Nachteil, manchmal sind die Nachteile nicht leicht zu erkennen.

  21. Nutzer Avatar
    Uwe Sköries

    Hallo Matthias,
    ich war in den vergangenen Jahren häufig mit Fuji xt 2/3 und X-Pro1/2
    unterwegs.Z.Zt. habe ich eine Ausstellung mit dem Thema Menschen – Begegnungen laufen.
    Die Formate der SW Ausdrucke sind 60 cm X 80 cm, ein Foto habe ich 2004 auf Mauritius mit einer Panasonic Bridge Kamera mit 10 MP gemacht.
    Auch bei genauerer Inanscheinnahme kann ich mit bloßem Auge keine Unschärfe erkennen.
    ich stimme dir in deinen Ausführungen ganz u gar zu
    Liebe Grüße Uwe Sköries

  22. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias, vielen Dank für den Bericht über die MP. Ich benutze eine Bridgekamera von Lumix, die 1000 Mark 2, und habe nur „20“ MP. Aber insgesamt bin ich mit dieser Kamera trotzdem zufrieden. Sollte die Schärfe nicht so optimal sein, so regle ich das über das Bearbeitungsprogramm.

    Jedenfalls war Dein Artikel über die MP für mich sehr lehrreich – nochmals vielen Dank!

  23. Nutzer Avatar
    Werner Hahn

    Ich habe eine D90 und D7500, dh 12 zu 20 mp und hier merke ich beim Sigma 18-200 den Unterschied bei Format 30 mal 40. Für immer dabei habe ich eine fuji x100s und die ist extrem scharf bei 5,6 und 8, selbst Konvertern . Sie hat 16 mp. Ich kann dir nur zustimmen.

  24. Nutzer Avatar
    Johannes Müterthies

    Hallo Matthias,
    erst mal danke für deine immer tollen Beiträge 👍😃
    Zum Thema Pixelwahn:
    Ich habe mich irgendwann auf meiner langen Fotografie-Reise für eine Canon 5DS Vollformat-Kamera mit 50 MP entschieden.
    Wenn man Großformate druckt ist die Kamera was Schärfe angeht der Hammer.
    Auch beim Zuschnitt hat man viel Reserven.
    Man muss natürlich passende Optiken verwenden.
    Ich gebe dir aber recht, man kommt auch mit weniger zurecht.
    Ich benutze als Spontan-Reisekamera die Sony RX 10 Mark IV.
    Die bringt auch viel Spaß und tolle Aufnahmen.

    Gut Licht 💡

    Viele Grüße

    Johannes

  25. Nutzer Avatar
    Jochen Schaede

    Hallo Matthias,
    24 MPix sind wirklich OK. Irgendwann bin ich von APS-C auf Vollformat gegangen, weil ich noch aus der Filmpatronen-Zeit 2 Weitwinkel-Objektive habe, die an der APS-C nicht ganz zur Geltung kommen konnten. Die aktuellen 24 MPix Vollformat-Sensoren sind auch bezüglich der Dynamik absolut überraschend. Aus einer Fehlbelichtung (auf die Sonne eingestellt) wurde eine spannende Erfahrung: Die Tiefen konnten bei der Bildverarbeitung so angehoben werden, dass auch hier der Bildinhalt annähernd wie wie bei „Belichtung auf die Tiefen“ zu sehen war, vielleicht nicht ganz vergleichbar, dafür aber mit einer Sonne im Bild, die – weil bei der Bildverarbeitung in der Helligkeit natürlich nicht mit angehoben – längst nicht eine gewissermaßen „brüllende“ Helligkeit im fertigen Bild hatte. Natürlich ist das heute für Motive mit Sonne im Bild zu einer reizvollen Herausforderung geworden, wobei man beachten muss, dass ein Sensor zwar mehr Sonnenstrahlen verträgt als das menschliche Auge, aber das auch nicht unbegrenzt. Bei kleineren Pixeln, also „mehr Pixel auf gleichem Sensor“ hat man nicht nur eine früher einsetzende Beugungsunschärfe, sondern zu allem Überfluss auch noch weniger Reserven in den Tiefen, soweit ich es weiß.

  26. Nutzer Avatar
    Christoph Wesemann

    Hallo Matthias,
    Der Umstieg von der Lumix Gx80 mit 16MP auf eine Fuji xt-3 hat einen deutlichen Zugewinn an Schärfe gebracht. Wobei ich davon überzeugt bin, dass ein nicht unerheblicher Teil den sehr guten Fuji-Objektiven zugeschrieben werden kann. Der größte Vorteil von mehr Pixeln ist, dass ich auch mal cropen kann, wenn man mal nicht das optimale Objektiv dabei hat. Aber mehr als die 26MP der Fuji sind für mich in 99,9% aller Fälle unnötig.
    Viele Grüße
    Christoph

  27. Nutzer Avatar

    Meine backup kamera ist immer noch eine 450d mit 12megapixeln, als hauptkamera habe ich immer noch die 77d
    Meiner meinung nach steht und fällt alles mit dem Objektiv und dem Fotografen

    Andreas

  28. Nutzer Avatar

    Hey,
    Meine erste Digi war eine Casio QV 5700 in 2003, die hatte 5MP und hat, bei ausreichenden Lichtverhältnissen, sehr gute Bilder geliefert. Danach kam eine EOS 450d mit MP 12, dann lange nur‘n iPhone und jetzt eine Fuji X t200 mit MP 24. Bei dieser habe ich trotz APSC bis f 11 keine Probleme, ist ja auch ein wenig vom Bau des jeweiligen Objektivs abhängig.
    Und dann kommt noch das Rauschen dazu, was mit steigender MP Zahl zunimmt.
    Also auf 50 werde ich nie gehen, ist auch eine Kostenfrage.
    Gruessle aus L.E.😀
    Matthias

  29. Nutzer Avatar
    Ursula Maurer

    Ich habe die Fuji X-T3 mit APS-Sensor 28 MP und bin damit voll zufrieden. Eben habe ich Fotos von Produkten 40×60 cm in S/W drucken lassen und bin sehr zufrieden.
    Viele Grüsse
    Ursula

  30. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias
    Persönlich finde ich viele MP gut, da man gut digital reinzoomen kann im Bild. Das wurde hier gar nicht besprochen… so kann ich mit einem fixen WW den Bereich auswählen, welcher interessant ist. Und für einen 4K-Fernseher (nicht alle drucken ihre Bilder aus) reichen 8.3MP – Daten aus….
    Wie Karl-Heinz nutze ich mit Ausnahme im Telebereich, nur Festbrennweiten.
    Grüsse Richard

  31. Nutzer Avatar

    Hallo,
    ich benutze eine Nikon Df mit 16 MP und bin sehr zufrieden. Als Blende benutze ich Werte von 5,0 (1/3 unter 5,6) bis 8.

    Ich arbeite nur mit Festbrennweiten und habe folgende Reihe (bis jetzt):
    20 mm; 28 mm; 35 mm; 50 mm; 105 mm.

    Zu deiner Einstellung hinsichtlich des Pixelwahns teile ich deine Meinung.

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