Manfrotto Befree GT Carbon Test – größer und trotzdem leicht!

Seit 6 Monaten habe ich das Manfrotto Befree GT Carbon im Einsatz. Wie ich das Stativ finde, erfährst du im heutigen Test!

Manfrotto Befree GT Carbon Test

Manfrotto Befree GT Carbon Test

Gründe für den Wechsel

Ich habe die letzten 6 Jahre das Manfrotto Befree genutzt. Es hat wirklich gute Dienste geleistet und ich kann es vorbehaltlos weiterempfehlen. Zum “normalen” Befree hatte ich auch mal einen Test geschrieben.

Wie kam es nun zum Wechsel? Ich wollte ein größeres Stativ haben. Ich bin 198 cm groß. Wenn ich das Befree normal aufgebaut habe und die Mittelsäule aus Gründen der Stabilität selten nutze, dann befindet sich die Kamera etwa auf Bauchhöhe für mich. Für viele Situationen ist das vollkommen ausreichend, zumal ich oft eher niedrige Kamerapositionen bevorzuge.

Es gab aber immer wieder Momente, in denen ich mir eine größere Arbeitshöhe gewünscht habe. Aber viel schwerer als das bisherige Befree sollte das neue Stativ nicht sein. Geht das? Voilà – das Manfrotto Befree GT Carbon.

Produktdaten

Hier ein kurzer Überblick über die wichtigsten Produktdaten direkt vom Hersteller:

  • Artikelnummer: MKBFRTC4GT-BH
  • Typ: Dreibein-Stativ
  • Beinmaterial: Carbon
  • Maximale Traglast: 10 kg
  • Minimale Höhe: 43 cm
  • Maximale Höhe Mittelsäule oben: 162 cm
  • Maximale Höhe Mittelsäule unten: 138 cm
  • Beinsegmente: 4
  • Verschluss der Beine: Drehverschluss
  • Mitgelieferter Kopf: Manfrotto 496
  • Stativplatte: Manfrotto 200 PL Pro

Größe und Gewicht

Ich habe bisher noch kein Carbon-Stativ genutzt. Grund war immer, dass ich es als zu teuer empfand. Wenn ich das Stativ beim Fotografieren mal beschädige, wollte ich es schnell ersetzen können. Nun hatte ich aber in den letzten 15 Jahren noch kein Stativ beschädigt. Es ist außerdem schwierig, ein größeres Stativ zu finden, das nicht zu schwer ist, ohne in Richtung Carbon zu schauen.

Das normale Befree wiegt 1,4 kg, während das Befree GT Carbon 1,55 kg wiegt. Das ist also nur minimal schwerer. Dafür ist das GT Carbon 18 cm höher. Genau das, was ich für meine Körpergröße brauche. Es kam übrigens auch bei meinem Sony A7 III Test zum Einsatz.

Beine des Manfrotto Befree GT Carbon

Beine des Manfrotto Befree GT Carbon

Stabilität

Für mein Gefühl ist das Manfrotto Befree GT Carbon stabiler als mein bisheriges Manfrotto Befree. Das mag auch daran liegen, dass Carbon allgemein verwindungssteifer ist. In jedem Fall kann ich nun auch bis Windstärke 6 längere Belichtungszeiten fotografieren, ohne dass das Bild verwackelt.

Mehr Infos – Worauf solltest du bei einem Stativ achten: Der ultimative Stativ Guide

Kopf

Das Manfrotto Befree GT Carbon bringt den bewährten Manfrotto 496 Kugelkopf mit. Dieser bietet eine Friktionskontrolle und eine Panoramafeststellung. Ich habe fast den gleichen Kopf bereits auf einem Manfrotto 055 genutzt, als ich meine Dark Monuments Serie fotografiert habe. Er funktioniert tadellos und die Bedienung ist absolut durchdacht. Ich habe nicht das Bedürfnis, einen anderen Kopf einzusetzen. Der Kopf ist aber nicht fest verbaut und lässt sich somit bei Bedarf austauschen.

Ansätze der Beine und Kugelkopf Manfrotto 496

Ansätze der Beine und Kugelkopf Manfrotto 496

Anstellwinkel der Beine

Die Beine des Befree GT Carbon lassen sich in drei Winkeln (22°, 54°, 89°) anstellen. Das ist besonders für niedrigere Kamerapositionen interessant. Makrofotografen profitieren hier besonders. Ich nutze die Anstellwinkel aber auch in der Landschaftsfotografie immer mal, wenn es sehr windig ist. Dann steht das Stativ gefühlt noch etwas stabiler. Zudem gibt es in der Natur Aufnahmesituationen, in denen ich ein einzelnes Bein höher anstelle, weil es der Untergrund nicht anders zulässt.

Beinverschlüsse

Für die Arretierung der Beinauszüge kommt ein Drehverschluss zum Einsatz. Ich habe bisher immer mit Klemmverschlüssen gearbeitet, habe aber grundsätzlich keine Präferenz. Ich finde beide Systeme funktionieren gut, man muss sich nur daran gewöhnen. Beim Klemmverschluss kann es natürlich mal passieren, dass man sich die Finger daran klemmt. Das kommt beim Drehverschluss nicht vor.

Die Verschlüsse des GT Carbon funktionieren gut, hier hatte ich während des gesamten bisherigen Einsatzes keine Probleme.

Drehverschlüsse

Drehverschlüsse

Mittelsäule

Die Mittelsäule ist ebenfalls aus Carbon und lässt sich über einen Drehverschluss arretieren. Meist fotografiere ich mit eingezogener Mittelsäule, weil das bei Wind mehr Stabilität bietet. Wenn es jedoch fast windstill ist, spricht beim Befree GT Carbon nichts dagegen, die Mittelsäule auch höher ausgezogen zu nutzen. Sie ist ausreichend stabil konstruiert.

Mittelsäule halb ausgezogen

Mittelsäule halb ausgezogen

Füße

Die Füße sind aus Gummi und bieten ein gewisses Profil. Ich habe damit bisher auf Fels, Sand und in Bachläufen fotografiert. Auch hier gibt es nichts zu beanstanden.

Stativfüße

Stativfüße

Pro und Kontra

Eine Übersicht der Vor- und Nachteile:

Pro

  • Verhältnismäßig leicht
  • Gute Arbeitshöhe
  • Hohe Stabilität
  • Unterschiedliche Anstellwinkel der Beine
  • Carbon fässt sich im Winter angenehmer an als Aluminium
  • Hohe Qualität
  • Relativ kleines Packmaß
  • Guter Halt auf unterschiedlichen Oberflächen

Kontra

  • Etwas teurer
  • Gummiauflage in der Stativplatte war zu Beginn etwas locker, sitzt aber nun fest

Fazit zu meinem Manfrotto Befree GT Carbon Test

Ich bin sehr zufrieden mit dem Manfrotto Befree GT Carbon. Für mich war der Wechsel eine gute Entscheidung. Das Stativ ist größer als mein bisheriges Befree, dabei aber nur minimal schwerer. Ein großer Pluspunkt ist die höhere Stabilität. Ich kann nun auch bei Windstärke 5 und 6 Langzeitbelichtungen machen, ohne dass das Bild verwackelt.

Ich habe dieses Stativ nun seit 6 Monaten im Einsatz und kann es ohne Einschränkung empfehlen. Für mich als Landschaftsfotograf ist es eine sehr gute Wahl. Der Preis ist natürlich höher als bei Alustativen. Wenn man sich jedoch andere Carbon-Stativ anschaut, dann kann man beim Befree GT Carbon schon von einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis sprechen.

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2 Kommentare

  1. Nutzer Avatar

    Hi Matthias,
    ja das Problem mit den „STATIVEN“, es ist nicht einfach das passende zufinden. Ich habe ein kleines Alu-Reisestativ, mit dem gleichen Problem wie bei dir zu geringe Arbeitshöhe ohne Mittelsäule. Mir hat Landschaftsfotograf einmal folgendes gesagt, kaufe überlegt (Arbeitshöhe, Gewicht) deshalb habe ich vor kurzen ein Schnäppchen machen können. Es ist ein „Rollei Rock Solid Alpha Mark II“ geworden, das Gewicht ist ca 2,1 Kg aber die Arbeitshöhe ohne Mittelsäule ca 1,7 m, für mich die beste Entscheidung. Da ich nicht den ganzen Tag mit dem Stativ im Wald unterwegs bin.
    Ich wünsche dir viel Freude mit deinem Stativ und immer gut Licht.
    Tschüß Jo-Be

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