Letzte Woche war ich zum Fotografieren auf Mallorca. Hier kommt ein Einblick von dieser Reise mit satten 33 Making-of-Bildern!
Welches Fotoequipment habe ich mitgenommen?
Vor dem Abflug habe ich überlegt, was ich an Fotoequipment mitnehmen möchte. Beim letzten Mal hatte ich nur meine Fujifilm X100V und einige ND-Filter dabei. Diesmal wollte ich von den Brennweiten her noch etwas flexibler sein. Daher entschied ich mich für meine Sony Alpha 7 III Systemkamera. So sah mein gepackter Lowepro Flipside BP 500 AW II Fotorucksack aus:

Neben der Kamera habe ich meine beiden Zoomobjektive, also das Sony FE 16-35 mm F4 ZA OSS Weitwinkelzoom und das Sony FE 24-70 mm F4 ZA OSS Standardzoom, mitgenommen. Außerdem waren die beiden Festbrennweiten Sony FE 35mm 1.8 und Sony FE 55 mm F1.8 ZA dabei.
Ganz unabhängig von der Kamera war vollkommen klar, dass ich mein Manfrotto Befree GT Carbon Stativ mitnehme. Besonders nach Sonnenuntergang und vor Sonnenaufgang sind die Belichtungszeiten in der Landschaftsfotografie so lang, dass auf jeden Fall ein Stativ nötig ist.
In meiner Filtertasche nahm ich folgende Filter mit:
- Hoya HD Gold Polfilter
- K&F Concept Nano-X ND8 (3 Blenden/8-fache Belichtungszeit)
- K&F Concept Nano-X ND64 (6 Blenden/64-fache Belichtungszeit)
- K&F Concept Nano-X ND1000 (10 Blenden/1000-fache Belichtungszeit)
- Hoya R72 Infrarotfilter
Außerdem fand sich im Fotorucksack ein Kabelfernauslöser und der Giottos Super Rocket-Air Blower. Der Vollformatsensor der Sony Alpha 7 III ist ein echter Staubmagnet, deshalb wollte ich insbesondere vor Langzeitbelichtungen regelmäßig das Innere der Kamera mit diesem Blasebalg reinigen. Zu guter Letzt befanden sich noch zwei SanDisk Extreme Pro SDXC Speicherkarten im Gepäck.
Auf nach Mallorca
Ich bin nicht allein gereist, sondern mit Christian, einem guten Freund. Wir haben uns vor 20 Jahren über die Fotografie kennengelernt. Es ist aber schon eine ganze Weile her, dass wir mehrere Tage zusammen unterwegs waren. Mitte letzten Jahres entstand die Idee, im Februar nach Mallorca zu fliegen.
Unser Direktflug ging am späten Samstagnachmittag ab Leipzig/Halle. Im Flieger vertrieb ich mir die Zeit mit einigen vorher heruntergeladenen YouTube-Fotografie-Videos.

Nach der Ankunft um 19:30 Uhr in Palma wurden wir mit einem Shuttlebus zur Mietwagenstation gebracht, die ein wenig außerhalb des Flughafens liegt. Nachdem wir unser Gepäck im Auto verstaut hatten, ging es auf die Autobahn Richtung Nordosten.
Nach zehn Minuten meldete sich das Auto mit der Info, dass wir den Reifendruck kontrollieren sollten und noch maximal 80 km/h fahren dürften. So kam gleich gute Laune auf. Das Telefonat mit dem Mietwagenanbieter ergab, dass dessen Station vor wenigen Minuten bereits geschlossen hatte. Wir fuhren zur nächsten Tankstelle und pumpten den entsprechenden Reifen auf den richtigen Luftdruck. In der Hoffnung, dass dies bis zur Unterkunft halten würde, ging es wieder auf die Straße. Mittlerweile war es 22 Uhr und wir steuerten den ursprünglich angepeilten Burger-Laden an, um noch etwas zu essen. Gegen 23 Uhr kamen wir einigermaßen abgekämpft in unserer Ferienwohnung in Port de Pollença an und fielen nur noch ins Bett.
Der erste Tag nach der Anreise
Dementsprechend schliefen wir am nächsten Morgen erstmal aus. Beim Einstieg in den Mietwagen gab es erfreulicherweise keine neue Meldung zum mangelnden Reifendruck. Um es gleich vorwegzunehmen: Der Reifen meldete sich während der Woche zum Glück nicht weiter.
Nach einem größeren Lebensmitteleinkauf in der nahegelegenen Stadt Alcúdia haben wir am Nachmittag eine kleine Wanderung gemacht. Unweit unserer Unterkunft begann der Wanderweg zur Cala Bóquer. Dieser Ausflug war auch dazu gedacht, um herauszufinden, ob der Strand und der Weg dorthin vielleicht zum Fotografieren interessant sein könnten.
Der Wanderweg führt gleich zu Beginn an einem mallorquinischen Anwesen vorbei, welches etwas erhöht liegt. Von dort aus gibt es in Richtung Südwesten einen schönen Blick über die Landschaft.

Von der Himmelsrichtung und der Lage mit den Bergen rechts daneben war dies für mich eine Location für flaches Licht nach Sonnenaufgang. Die weitere Wanderung durch das Tal zum Strand hin war zwar schön, aber der Wanderweg zum Strand hinunter durch ausgetrocknete Flussbetten mehr als holprig. Daher kam der Strand selbst nicht zum späteren Fotografieren in Frage.

Normalerweise mache ich gleich zu Beginn einer Reise am ersten Tag ein ausgiebiges Scouting der Locations, die ich mir vorher herausgesucht habe. Da ich aber bereits zum neunten Mal auf Mallorca war, war das bei dieser Reise nicht weiter nötig.
Ich hatte die Lage der Unterkunft so ausgewählt, dass die Anfahrt zur Halbinsel Formentor möglichst kurz ist. Diese Halbinsel zählt für mich zu den schönsten Teilen Mallorcas. Relativ am Anfang gibt es einen Aussichtspunkt namens “Es Colomer” mit spektakulären Perspektiven in mehrere Richtungen.
Nach einer Pause in der Ferienwohnung steuerten wir diesen Aussichtspunkt mit dem Auto an. Obwohl der Februar als Nebensaison gilt, war der Parkplatz zum Sonnenuntergang mit 30 Autos belegt. Dementsprechend war auch auf dem Aussichtspunkt viel los. Es handelt sich um eine Reihe von Plattformen, die über mehrere Treppen zu erreichen sind. Ich wartete bis nach Sonnenuntergang, damit nur noch weiches, indirektes Licht auf die Landschaft fällt. Mit dem restlichen Licht im Rücken fotografierte ich unter anderem die Formentor Halbinsel.

Wir fotografierten noch bis eine Stunde nach Sonnenuntergang, also auch in der blauen Stunde. Ich probierte unterschiedliche Perspektiven in fast alle Himmelsrichtungen aus.

Ich habe mich an diesem Abend mit den vielen Besuchern auf dem Aussichtspunkt jedoch nicht sehr wohlgefühlt und fuhr später mit einem unguten Bauchgefühl zur Unterkunft zurück.
Für den Sonnenaufgang früh aufstehen
Für den nächsten Tag entschlossen wir uns, an der gleichen Stelle noch einmal zum Sonnenaufgang zu fotografieren. Hoffentlich mit weniger Besuchern.
Bei Shootings zum Sonnenaufgang versuche ich immer, etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang an der Location zu sein. So kann ich in Ruhe ankommen, die Atmosphäre genießen und mir langsam Gedanken um mögliche Bildkompositionen machen. Weil ich diese Location gut kenne, waren ein paar Minuten weniger vorher ankommen auch ok. Der Sonnenaufgang in dieser Woche war um 7:30 Uhr. Wir stellten uns den Wecker auf 6 Uhr. Um 6:45 Uhr kamen wir auf dem Aussichtspunkt an und waren die Einzigen dort.

Ich fotografierte wieder mehrere Perspektiven, sowohl mit dem Licht, als auch gegen das Licht. Häufig ist der Blick in Richtung Sonnenaufgang spektakulärer, sodass man den Blick in die entgegengesetzte Richtung vergisst. Es lohnt sicher aber sehr, auch in diese Richtung zu schauen und zu fotografieren.

Selbst nach Sonnenaufgang ist das Licht hier deutlich einfacher zu fotografieren, weil der Dynamikumfang nicht so groß wie mit Gegenlicht ist.

Die meiste Zeit habe ich auf der Reise mit Brennweiten zwischen 24 und 55 mm fotografiert. Seit etwa zwei Jahren fotografiere ich fast ausschließlich mit diesem Bildwinkeln, die auch jedes normale Standardzoomobjektiv abdeckt. An diesem Morgen habe ich aber “wie früher” mal wieder mit dem Sony FE 16-35 mm F4 ZA OSS Weitwinkelobjektiv ein paar extremere Bildkompositionen ausprobiert.

Insgesamt fand ich die Erfahrung zum Sonnenaufgang an diesem Aussichtspunkt wesentlich angenehmer als am Vorabend, sodass ich selig den Weg zurück zur Unterkunft antreten konnte.
Dort angekommen gingen wir mit den Kameras gleich nochmal den ersten Teil des Wanderweges zur Cala Bóquer vom Vortag. Von besagtem Anwesen aus fand sich nun genau das gewünschte Licht auf der Landschaft.

Nach dem Rückweg schliefen wir nochmal ein Stündchen. Anschließend ging es zum Mittagessen auf eine Pizza an die Ostküste der Insel, um uns mit einer Leserin der Website zu treffen. Obwohl wir beide von der kürzeren Nacht noch recht müde waren, entschlossen wir uns, danach noch den Capdepera-Leuchtturm zu besuchen, der nur 25 Minuten entfernt liegt. Dort hatte ich bei meinem letzten Aufenthalt zum Sonnenaufgang fotografiert. Diesmal konnte ich auch ohne Kamera die Landschaft und die Nachmittagssonne genießen.
Am Abend wollte ich am Hafen von Port de Pollença fotografieren. Nach der Rückfahrt aus Capdepera und einer Pause in der Unterkunft ging es dann zur Sonnenuntergangszeit an den Hafen. Ich hatte diese Location vorher noch nicht groß besucht. Insofern lief ich hauptsächlich an der Promenade entlang und hielt nach möglichen Motiven und Bildkompositionen Ausschau. Ich fand so gut wie nichts, was mich so richtig ansprach. Etwas missmutig probierte ich noch eine Langzeitbelichtung während der blauen Stunde.

Stadtfotografie & Gebirgstour
Am Dienstagmorgen besuchten wir nach dem Aufstehen die nahegelegene Stadt Pollença. Tagsüber habe ich meine Kameraausrüstung selten dabei, weil mir das Licht meist ohnehin nicht gefällt. Für den Besuch in Pollença habe ich aber eine Mindestausrüstung ohne Stativ und Filter mitgenommen, also nur die Sony A7 III mit dem Sony FE 35mm 1.8. Wir schlenderten durch die Gassen und fotografierten die typisch mallorquinischen Häuser und Wege.

Für den Nachmittag entschieden wir uns für eine Fahrt ins Serra de Tramuntana Gebirge, welches ebenfalls zu meinen Favoriten der Mittelmeerinsel zählt. Die einstündige Fahrt nach Cala Tuent und Sa Calobra bietet spektakuläre Ausblicke, aber es gibt nur wenige Möglichkeiten zum Anhalten. An einem kleinen Parkplatz gab es diese Perspektive in Richtung Norden.

Eigentlich war der kurze Stopp nur zum Anschauen gedacht, weil auch das Licht fotografisch nicht spannend genug war. Trotzdem sollte dieser Halt später noch einmal interessant werden.
Wir fuhren zur Bucht von Cala Tuent und genossen dort die Blicke aufs klare Wasser und ins Gebirge. Anschließend ging es nach “Nebenan” zu einer der Top Sehenswürdigkeiten auf Mallorca – Sa Calobra und Torrent de Pareis. Hier hat sich über die Jahrhunderte ein Fluss seinen Weg in die Felsen geformt. In diesem Flusstal steigen links und rechts die Felsen steil an und bieten atemberaubende Natur.
Es war ein wenig wie zwei Tage zuvor am Aussichtspunkt von Es Colomer. Trotz Sonnenuntergangszeit war es noch relativ gut besucht und fast schon “lärmig”. Mit Noise-Cancelling Kopfhörern in den Ohren ging ich nach und nach weiter in das Tal hinein und fotografierte unterschiedlichste Motive.

Ich fand es hier ausgesprochen schwierig zu fotografieren, weil sich in dem Tal so viele Elemente und Details befinden. Ich versuche immer, meine Bilder möglichst einfach zu gestalten. Diese Einfachheit zu erreichen, war in diesem Fall eine echte Herausforderung.
Nach Sonnenuntergang wurde es langsam ruhiger und ich fotografierte auch mehr am Wasser. Auf dem langsamen Rückweg entlang der überhängenden Felsen nahm ich einige Kompositionen auf, die ich vorher noch nie probiert hatte.

Während der blauen Stunde experimentierte ich mit unterschiedlichen Ansichten zu diesem einzeln stehenden Baum.

Das letzte Bild habe ich 60 Minuten nach Sonnenuntergang fotografiert. Nun war eigentlich nur noch der einstündige Rückweg über die kurvenreiche Bergstraße geplant. Dort kamen wir auch an dem besagten kleinen Parkplatz vorbei, an dem wir bei der Hinfahrt schon einmal gehalten hatten. Ganz spontan parkte ich wieder dort und entschied mich, dass jetzt einige Aufnahmen mit dem Sternenhimmel eine gute Idee sein könnten.

Ich fotografierte nicht nur Einzelbilder, sondern auch eine Reihe von Fotos für Startrails. Statt einer einzelnen langen Aufnahme für die Sternspuren mache ich hier viele 30 Sekunden Belichtungen, damit das Bildrauschen nicht zu groß und der Vordergrund nicht zu hell wird.
Seit 18 Jahren empfehle ich (unter anderem in meinem E-Book), bei Belichtungen vom Stativ den Bildstabilisator auszuschalten. Es kann sonst zu verwackelten Bildern kommen. Entgegen meiner eigenen Empfehlung habe ich dies jedoch für die Sternaufnahmen an diesem Abend nicht beherzigt. Später habe ich am Display gesehen, dass mehrere Aufnahmen aus dieser Startrails-Reihe verwackelt sind. Mal sehen, was ich von den Bildern noch nutzen kann.
Scouting, Sightseeing und eine neue Fotolocation
Mittlerweile lag die Hälfte der Reisezeit bereits hinter uns, es war Mittwoch. Nach dem Frühstück ging ich ohne Kamera nochmal an den Hafen von Port de Pollença, um weitere Fotomöglichkeiten auszukundschaften. Nachdem ich am Montagabend wie beschrieben keine passenden Motive gefunden hatte, wählte ich diesmal einen anderen Weg am Wasser entlang. Ich fand drei Locations, die für Langzeitbelichtungen interessant sein könnten und dokumentierte sie mit meiner Smartphone-Kamera. Eine davon ist diese.

Anschließend war Zeit für Sightseeing. Wir besuchten die Tropfsteinhöhlen von Campanet und genossen die Sonne am Playa de Muro Sandstrand.

Christian wollte den Tag eher ruhig ausklingen lassen, aber ich wollte noch fotografieren. So fuhr ich allein zum Strand von Sant Vicenç, der von unserer Unterkunft aus nur 10 Minuten entfernt lag.
Ich hatte eine gute halbe Stunde zusätzliche Zeit eingeplant, um erst einmal mögliche Motive zu scouten. Mit der Smartphone-Kamera ging ich am felsigen Strand entlang und fotografierte mehrere mögliche Motive. So versuche ich zu beurteilen, ob es später sinnvoll ist, für dieses Motiv die große Kamera auszupacken. Während des Sonnenuntergangs ändert sich das Licht mitunter relativ schnell, sodass zwei bis drei finale Motive und Bildausschnitte bereits klar sein sollten.
Ich entschied mich für einen höher gelegenen Aufnahmestandpunkt, bei dem die Felsen im Hintergrund noch direktes Licht vom Sonnenuntergang bekamen, der hinter mir stattfand.

Nachdem die Sonne untergegangen war, nutzte ich dann das weiche Licht, um zwei weitere, vorher gescoutete Motive, aufzunehmen.


Die linke Seite des Strandes von Cala Sant Vicenç ist nicht bebaut, hier findet sich die trockene und steinige Natur Mallorcas. Meine Belichtungen machte ich von einer Betonplattform aus, die direkt an ein neu gebautes Hotel hinter mir grenzte. Auf Mallorca sind Ziegen etwas relativ Normales. Ab und zu hört man ein “Määääh”. So auch, als ich meine Langzeitbelichtungen aufnahm. Ich habe mich nicht weiter darauf konzentriert. Irgendwann war dieses “Määääh” aber deutlich näher als sonst. Als ich mich umdrehte, kam hinter einem Verschlag in 15 Metern Entfernung ein kleines Zicklein hervor. Kurz darauf folgte eine Eltern-Ziege. Dahinter Ziege Numero drei. Und vier. Und fünf. Und sechs. Alle gingen vor dem neu gebauten Hotel vorbei in Richtung Dorf. Es war ein bizarres Bild.

Belustigt von dieser Situation fotografierte ich noch eine Weile, bis die blaue Stunde vorbei war und fuhr danach zur Unterkunft zurück.

Weil wir ja am Abend zuvor schon Sterne fotografiert hatten, kam ich auf die Idee, das an diesem Abend noch vom Es Colomer Aussichtspunkt zu wiederholen. Für Aufnahmen vom Sternenhimmel spielen aber auch die Mondphasen eine Rolle. An diesem Mittwochabend war zunehmender Halbmond. Für Sternaufnahmen ist wenig Mond meistens besser. Mit jedem weiteren Tag würde es also noch mehr Mondlicht geben. Obwohl ich vom Tag schon etwas mitgenommen war, setzte ich mich deshalb aber nochmal ins Auto und fuhr die zehn Minuten zum Aussichtspunkt hinauf.
Ich habe diesen Aussichtspunkt über die Jahre sicherlich schon 30 mal besucht. Aber nachts fühlt sich dort alles trotzdem nochmal viel größer und bedrohlicher an. Im Mondschein ging ich die Treppen hinauf und erschrak mehrmals, weil Ziegen vor mir flohen.
Ich fotografierte zwei Perspektiven in Richtung Formentor-Halbinsel, bei denen über der Landschaft die Sterne zu sehen waren. Für Startrails allein dort oben war es mir aber zu gruselig, daher blieb es bei diesen beiden Belichtungen.
Ein fotofreier Tag
Am darauffolgenden Tag entschieden wir uns für eine typische Tourifahrt zu den Gärten von Alfabia, einen Spaziergang an der Steilküste in Port de Sóller und eine Besichtigung des Dorfes Valdemossa. Es war der einzige Tag in der Woche, an dem ich die Kamera gar nicht benutzt habe. Gleichzeitig war es auch der erste Tag, an dem überhaupt mal ein paar Wölkchen zu sehen waren. Bisher hatten wir praktisch nur Sonne. Für einen Urlaub ist das schön, aber zum Fotografieren dürfen es gern ein paar Wolken sein.
Spektakuläres Wetter & Langzeitbelichtungen
Für den Freitag war erfreulicherweise ein wenig mehr Bewölkung vorhergesagt. Als mein Wecker wieder um 6 Uhr klingelte, war ich deutlich schlaftrunkener als am Montag. Christian blieb im Bett. Zu diesem Zeitpunkt war es auf Meereshöhe bedeckt. Als ich mit dem Auto den Berg hinaufkletterte, fuhr ich durch diese Wolken hindurch. Entsprechend neblig war es um mich herum. Etwa 50 Höhenmeter vor dem Parkplatz am Aussichtspunkt war wieder klares Wetter – ich befand mich über der Wolkendecke. Mit dem Fotorucksack auf dem Rücken lief ich schnell über die Treppen zum Aussichtspunkt, denn in der Ferne sah ich schon das Schauspiel.

Eine solche Wetterlage habe ich an diesem Aussichtspunkt zuvor noch nicht erlebt. Im Tal der Halbinsel Formentor hatten sich die Wolken gesammelt und flossen von dort aus ins Meer. Ein atemberaubender Anblick.

Während der Himmel immer heller wurde, fotografierte ich jede Menge Bilder, um nichts zu verpassen. Eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang ging ich langsam Richtung Auto zurück. Auf dem höchsten Punkt der Treppen fotografierte ich aber noch Richtung Südwesten, als die Wolken höher stiegen und die Felsen oberhalb des Parkplatzes umschlossen.

Zurück an der Unterkunft ging ich nochmals zum Wanderweg-Anwesen, um zu sehen, ob die nebelige Aussicht von dort aus auch interessant sein könnte. Ich fotografierte ein paar Bilder, aber vermutlich war das Wetter am Montagmorgen passender.

Dann ging es noch einmal für ein Stündchen ins Bett. Nach dem Mittagessen schauten wir uns Alcúdia an, welches früher mal die Hauptstadt von Mallorca war und eine sehenswerte Stadtbefestigung besitzt.
Ich hatte gehofft, dass die Wettervorhersage vom Vortag für stärkere Bewölkung zutrifft. Daher fuhren wir zum Sonnenuntergang noch einmal nach Cala Sant Vicenç, wo ich schon den vorherigen Abend verbracht hatte. Auch wenn zwischendurch die Sonne herauskam, hatte ich hier noch einmal die Gelegenheit, einige Bilder mit Belichtungszeiten um die fünf Minuten aufzunehmen. Für diese Langzeitbelichtungen kamen meine ND Filter (ND8, ND64, ND1000) zum Einsatz.

Fotografieren trotz Abreisetag
Für den Samstag, unseren Abreisetag, war ganztägig bewölktes Wetter angesagt. Ich hatte am Abend zuvor schon Sachen gepackt und wachte glücklicherweise schon gegen 7 Uhr auf, um am Hafen von Port de Pollença noch Langzeitbelichtungen zu fotografieren.

Von den drei zuvor gescouteten Locations waren nur noch zwei möglich, weil ein Hotel am Vortag nun bereits seine Terrasse mit Tischen und Sonnenschirmen versehen hatte. Trotzdem war ich froh, diese Motive nun auch bei passendem Wetter noch ablichten zu können.

Ebenso hatte ich Zeit, mich innerlich wieder von Mallorca zu verabschieden, bevor wir mit dem Auto zum Flughafen zurück fuhren.
Weil Check-In und Sicherheitskontrollen sehr schnell gingen, hatten wir innerhalb des Flughafens noch mehr Zeit als gedacht. So ergab sich noch die Möglichkeit, moderne Architektur zu fotografieren.

Ein paar Stunden später kamen wir wohlbehalten wieder am Flughafen Leipzig/Halle an.
Meine fotografische Bilanz der Woche
Während der Woche habe ich 367 RAW-Dateien aufgenommen. Darin enthalten sind aber auch schon mehrere Belichtungsreihen, die ich am Freitagmorgen am Aussichtspunkt brauchte, weil die Helligkeitsunterschiede und somit der nötige Dynamikumfang dort immens waren.
Rückblickend hätte ich nicht alle vier Objektive mitnehmen müssen, das 16-35 mm und das 24-70 mm hätten gereicht.
In den nächsten Wochen werde ich mich mit der Bildauswahl und der Nachkatebearbeitung befassen. Dazu gibt es dann natürlich wieder einen eigenen Beitrag.
Wie hat dir dieser fotografische Reisebericht gefallen? Hast du für dich etwas mitnehmen können? Schreib mir in den Kommentaren!
Ich bin Matthias und ich fotografiere seit mehr als 20 Jahren leidenschaftlich gern Landschaften und Architektur. Mehr über mich
Wow! Mit dem Nebel über dem Cap Formentor hast du wirklich mega viel Glück gehabt. Die Insel war rund 20 Jahre mein zweites Zuhause. So habe ich diesen Teil der Landschaft nur nie gesehen. Absolut fantastisch!
Hallo Matthias,
ein interessanter Reisebericht mit schönen Aufnahmen. Wäre gerne dabei gewesen.
Könntest du deine Fotoausrüstung samt Stativ als Handgepäck mitnehmen?
Viele Grüße,
Rai
Hallo Rai,
danke dir für dein positives Feedback. Das Stativ transportiere ich auf dem Flug immer im Koffer.
Liebe Grüße
Matthias
Hallo Matthias,
bei den Wolkenbildern wäre ich gerne dabei gewesen. Diese Aussichtsplattformen und Cap Formentor kenne ich tatsächlich nur bei Schönwetter und nur bei Tageslicht. Ja, es stimmt, dass man sich gerne mal die „Rückseite“ vom Sonnenaufgang anschauen sollte. Die angestrahlten Felsen sehen toll aus wenn sich das rötliche Sonnenlicht darauf spiegelt.
Ich freue ich auf die „fertigen“ Fotos!
Liebe Grüsse
Marianne
Hallo Marianne,
ich freue mich über deine Zeilen, danke dir!
Liebe Grüße
Matthias
Hallo Matthias,
danke für den tollen Bericht. Mir gefallen diese „making-of“-Berichte sehr sehr gut. Ich hätte jetzt auch gerne die Zeit mal wieder Mallorca für eine Fototour zu besuchen. Natürlich hattet ihr auch mega interessante Wetterbedingungen. Aber Glück gehört auch zur Fotografie 🙂 Freue mich schon auch die Endergebnisse .
Gruß
Andreas
Hallo Andreas,
danke dir! Eigentlich waren die Wetterbedingungen gar nicht so gut, denn im Wesentlichen Hatten wir an 5 von 6 vollen Reisetagen nur Sonnenschein. Dann verlagere ich meine Fotozeiten entsprechend, aber mit Wolken wäre natürlich noch Anderes möglich gewesen.
Liebe Grüße
Matthias
Sehr schöne und gelungene Aufnahmen, macht Spaß die anzuschauen.
Hallo Jörg,
danke dir, das freut mich!
Liebe Grüße
Matthias
Hallo Matthias,
wieder ein schöner und interessanter und lesenswerter Artikel über deinen Fototrip nach Mallorca. Ich war zur gleichen Zeit da und an dem besagten Tag mit den Wolkenformationen auch unterwegs. Ich habe sie vom Albercuxt Watchtower fotografiert. Es war einfach atemberaubend schön.
Schöne Grüße
Uwe
Hallo Uwe,
ich danke dir! Da waren wir ja nur 300 Meter Luftlinie voneinander entfernt. Hast du online schon irgendwo ein Ergebnis von dem Morgen?
Liebe Grüße
Matthias
Hallo Matthias,
vielen Dank für den netten Reisbericht. Ich war selbst schon mehrfach auf der Insel, bislang aber immer nur mit dem Fahrrad. Die meisten Punkte, die Du angefahren bist, sind mir bekannt. Der Bericht hat mein Interesse an einer ähnlichen Tour geweckt…….
Gruß
Günther
Hallo Günther,
es freut mich, wenn ich das in dir auslösen konnte.
Liebe Grüße
Matthias