Interview: Dave Derbis

Dave habe ich während meines Studiums kennen gelernt. Zusammen haben wir schon unzählige Fototouren unternommen. Es war interessant, diesmal einen Freund zu interviewen. Auf seiner Website gibt es weitere Arbeiten von ihm zu sehen.

Wer bist du und was machst du?

Hallo, mein Name ist Dave Derbis. Ich bin ein 30 jähriger Web-Entwickler und komme ursprünglich aus Brumby, habe aber auch schon in Lüneburg, Köthen, New York und Potsdam gelebt, studiert und gearbeitet, bevor es ich mich dann vor circa zwei Jahren nach Leipzig verschlagen hat.


Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Während des Studiums in Köthen wurde ich durch einen Kommilitonen namens Matthias Haltenhof auf die Fotografie aufmerksam. Da er sich schon länger mit dem Thema beschäftigte und wir durch andere gemeinsame Interessen recht viel Zeit zusammen verbrachten hat es sich ergeben, dass ich erst durch seine Fotos dann durch die anderer Fotografen direkt Feuer für das ganze Thema gefangen habe. Ich wollte wissen wie das funktioniert und das auch können! Ich fing an mich wirklich für die Aufnahmen und deren Entstehung und Wirkung zu interessieren. Wir sprachen damals sehr viel darüber, ich las viel im Netz und sah mir sehr viele Bilder an und fing schließlich mit meiner Kompaktkamera selber an zu fotografieren. Dann fuhren wir gemeinsam auf die ersten kleinen „Fototouren“ rings um Köthen und Umgebung, später dann in den Harz und viel später auch ins Ausland. Seit diesen ersten Tagen während des Studiums beschäftige ich mich quasi täglich in irgendeiner Form mit der Materie. Es macht mir einfach Spaß und ich werde der Sache auch irgendwie nicht überdrüssig. Wegen mir kann das auch noch eine ganze Weile so bleiben!


Wie hast du dein jetziges Fotowissen erlangt?

Ich sehe mir praktisch täglich Arbeiten anderer Fotografen an, die ich teilweise recht genau unter die Lupe nehme und analysiere. Dann lese ich viele Artikel im Netz über Fotografie im Allgemeinen, neue Aufnahmetechniken oder Nachbearbeitungsmöglichkeiten und mögliche neue Locations. Natürlich lernt man zudem viel durch den Austausch mit anderen Fotografen. Am meisten lernt man wahrscheinlich aber durch üben und die eigenen Fehler, die sich schmerzlich ins Gedächtnis einbrennen und die man dann nicht wieder macht (Stichwort falsche ISO z.B.). Viel üben hilft dabei auch viel!


Auf deiner Website hast du Fotos aus verschiedenen Bereichen, meist Natur und Rural. Man hat den Texten nach den Eindruck, daß es dich mehr in die Natur zieht. Wie kommt es, daß du trotzdem eine ganze Reihe von Stadtaufnahmen dabei hast?

Mein Interesse an der Fotografie beschränkt sich praktisch auf diese zwei Bereiche. Ich sehe mir zwar auch sehr gern Fotos aus anderen Sparten wie Street, Sport und konzeptionelle Fotografie an, hatte aber bisher kaum Interesse selbst Bilder in diesen Bereichen zu erstellen. Es stimmt, dass es mich mehr in die Natur zieht zum Fotografieren. Diese Art von Erfahrung, „das draußen sein“ und diese Bilder reizen mich definitiv am meisten! Andererseits mag ich auch die Architektur- bzw. Stadtfotografie. Immerhin verbringe ich ja, wie die meisten von uns, auch einen Großteil meiner Zeit in Städten. Sie stellt derzeit meinen Hauptlebensraum dar und ist auch einfach deshalb ein Teil meiner Fotografie, weil ich mich so viel darin aufhalte und zwangsläufig damit beschäftige. Ich kann nicht mehr von mir behaupten ein großer Freund von Großstädten, deren Krach, Hektik und den Menschenmassen zu sein. Ich denke dass drücken einige der Bilder auch aus. Andererseits spiele ich eben gern einfach mal mit dem Licht, den Linien und Formen im Lebensraum Stadt.


Das Jahr hat gerade begonnen, wie sind deine Fotopläne für 2012?

In den letzten Jahren hatte ich mehr oder weniger immer langfristige Pläne, die sich dann teilweise in die Realität umsetzen ließen, meistens jedoch nicht. Dadurch war ich dann doch gezwungen spontan zu entscheiden. Dieses Jahr habe ich noch keine langfristigen festen Pläne gemacht. Ich habe allerdings noch eine lange Liste an Locations, die ich noch unbedingt sehen und auch fotografieren möchte. Dazu zählen Norwegen (nördl. des Polarkreises) zur Mitternachtssonne, die National Parks der kanadischen Rocky Mountains in British Columbia und Alberta, die amerikanische Westküste sowie Portugal und Schottland. Seit einiger Zeit interessiere ich mich auch viel für Japan und Südamerika, allerdings nicht nur aus fotografischer Hinsicht.


Gibt es bestimmte Orte an denen du am liebsten fotografierst? Warum grad dort?

Rückblickend gibt es zwei Wanderrouten im Harz, die ich schon viel öfter als andere Orte aufgesucht habe, wenn es mich in die Natur zog. Aber so wirkliche Lieblingsplätze zum Fotografieren habe ich nicht – nur die Natur im Allgemeinen, möglichst ohne viele Menschen, aber ich habe keine speziellen Plätze. Der Reiz des Neuen und mein Entdeckerdrang immer wieder neue Orte zu erkunden sind stärker als das es mich ständig an die gleichen Orte zurück ziehen würde.


Was war dein interessantestes Erlebnis beim Fotografieren?

Das ist keine leichte Frage. Es gibt mittlerweile so einige interessante Erlebnisse, die beim Fotografieren oder im Rahmen einer Fototour passiert sind. Sehr einprägsam war ein einstündiges „Wettkampfshooting“ während eines Fluges in einem Heißluftballon in der Nähe von Wien, der Flug und die Landung mit einer kleiner Propellermaschine in einem Fjord in Nordisland und das Fahren auf engen italienischen Serpentinen in den Dolomiten auf einer Höhe von fast 3000 Metern mit einem Nagel im Reifen! Ich kann mich im Grunde gar nicht für ein spezielles Erlebnis entscheiden.


Wo siehst du deine Fotografie in 10 Jahren?

Das kann ich nicht sagen. Momentan versuche ich nichts zu forcieren. In den letzten sechs Jahren hat es mir einfach viel Spaß gemacht mich damit zu beschäftigen und es hat sich praktisch eine große Leidenschaft daraus entwickelt. Ich hoffe einfach das ich mir diese Begeisterung auch in den kommenden Jahren erhalten kann und weiterhin viel Spaß am Reisen und Fotografieren habe, mich weiterhin wie selbstverständlich täglich damit beschäftige, neue Techniken ausprobiere, neugierig bleibe und dabei Bilder entstehen auf die ich auch in 10 Jahren und darüber hinaus noch stolz sein kann.

Wenn dich ein Anfänger nach einem Tipp fragen würde, wie er sich stetig verbessern könnte, was würdest du ihm sagen?

Ich kann nur raten möglichst viel zu fotografieren sich mit dem Thema zu beschäftigen, viel zu hinterfragen, die Arbeiten anderer Fotografen zu studieren und üben üben üben.

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