Interview: Christian Öser

Über Christian Öser bin ich vor einigen Jahren gestolpert, als ich auf Deviantart unterwegs war. Seine fotografischen Themengebiete ähneln Meinen mitunter. So konnte ich ihm heute mit ein paar Fragen auf den Zahn fühlen.

Wer bist du und was machst du?

Hallo, mein Name ist Christian Öser, ich bin 29 Jahre alt und lebe in Wien. Hauptberuflich arbeite ich als Bildbearbeiter und Pressefotograf in der Online-Redaktion des Österreichischen Rundfunks. Nebenbei verfasse ich Artikel für Zeitschriften und schreibe zahlreiche Rezensionen für http://blog.chip.de/itrezensionen/. Mein fotografisches Portfolio kann unter der Adresse http://coeser.de/showcase/ angesehen werden.

Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Ernsthaft erst im Jahr 2004. Ein Freund hat schon etwas intensiver fotografiert, mich hat es dann beim mehrmaligen Begleiten durch die Stadt erwischt. Begonnen habe ich mit einer einfachen Kompaktkamera, der Canon Powershot A60. Relativ schnell wurde diese Kamera durch eine Canon Powershot G6 mit Raw-Funktion ersetzt. Vor dem Umstieg auf eine Spiegelreflexkamera habe ich mich lange gedrückt, zu groß war anfangs der Respekt vor Größe, Gewicht und Bedienung der Kamera. Nach dem Erwerb der Canon EOS 400D Mitte 2007 waren diese Gedanken allerdings innerhalb eines Tages wie weggewischt und ein neues Kapitel hat für mich begonnen. Aktuell arbeite ich mit einer Canon EOS 5D und drei Objektiven.

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Wie hast du dein jetziges Fotowissen erlangt?

Durch Dinge, die sich immer wiederholen: Bücher lesen, Fotos von anderen Fotografen bewundern, selbst fotografieren, Fehler machen und daraus lernen. Das war 2004 so, das ist auch jetzt 2011 noch so. Ich bin generell eine Person, die sich ständig verbessern will und sehr selbstkritisch ist. Denn verbessern kann man sich (zum Glück) immer.

Du hast deine Internetseite in „Impressions“ und „Showcase“ unterteilt. Warum?

Diese Unterteilung besteht erst seit wenigen Wochen. Ursprünglich wollte ich immer eine Seite mit den besten Bildern haben („Showcase“), allerdings auch eine zweite Präsenz, auf der mehr persönliche Bilder und Eindrücke von meinen zahlreichen Reisen zu sehen sind. Bis vor kurzem gab es noch die Seite „On tour“, mit der ich allerdings mehr als unglücklich war. Ich habe dort zu viele Fotos in zu kleiner Auflösung online gestellt. Die neue Seite „Impressions“ bietet nur noch jeweils zehn ausgewählte, interessanteste Eindrücke aus verschiedensten Städten und Orten dieser Welt.

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Im Showcase sind dann Bilder von aus den Bereichen Architektur, Natur und Sport zu finden. Wie kommt es, daß dein Spektrum so breit gefächert ist?

Architektur hat mich schon immer fasziniert, vor allem liebe ich hier das Komponieren von Linien, Farben und Kontrasten. Den Bereich Natur verfolge ich erst seit wenigen Jahren und hier ist auch noch genügend Spielraum vorhanden, um besser zu werden. Ausschlaggebend für das Interesse an Naturfotografie war sicherlich meine Freundin, die ich 2007 kennengelernt habe und seitdem wieder recht oft wandern bin. Der Bereich Sport war mir komplett fremd, bis sich vor zwei Jahren die Chance aufgetan hat, für den ORF Sportveranstaltungen zu fotografieren. Seitdem konnte ich mich bei zahlreichen Fußballspielen, Tennispartien und Skirennen beweisen. Das Kapitel Porträtfotografie habe ich bis heute sträflich vernachlässigt, aber wer weiß, was in der Zukunft noch passiert. Wichtig ist, interessiert und offen für Neues zu sein.

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Gibt es bestimmte Orte an denen du am liebsten fotografierst? Warum grad dort?

Am wohlsten fühle ich mich zweifelsohne in der Natur an Plätzen mit Bächen, Wasserfällen oder Seen. Dort kann ich in Verbindung mit der Fotografie, die ja von sich aus schon Zeit erfordert, in Ruhe arbeiten und entspannen. Müsste ich einen Ort nennen, so wäre das mit Sicherheit Island, der faszinierendste Platz den ich je gesehen habe.

Was war dein interessantestes Erlebnis beim Fotografieren?

Nichts Spektakuläres. Am interessantesten bis jetzt fand ich das Fotografieren von Papageientauchern am westlichsten Punkt Europas in Island kurz vor Mitternacht. Es ist absolut faszinierend, wie ruhig und zutraulich diese Vögel sind. Am Bauch liegend konnte ich mit dem Weitwinkelobjektiv bis zu 20 Zentimeter nah an diese Tiere heran.

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Wo siehst du deine Fotografie in 10 Jahren?

Das wird die Zukunft zeigen. Auf jeden Fall bin ich gespannt, wie ich mich weiter entwickeln werde und welche neuen Möglichkeiten sich ergeben.

Wenn dich ein Anfänger nach einem Tipp fragen würde, wie er sich stetig verbessern könnte, was würdest du ihm sagen?

Zum einen bei jedem Wetter fotografieren! Zum anderen den Dialog mit anderen Fotografen suchen und sich gegenseitig austauschen. Es ist alles so viel einfacher zu lösen, wenn man nur miteinander redet. 🙂

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