Fujifilm X100F Test

Während der letzten paar Wochen habe ich fast nur mit einer neuen Kamera fotografiert. Es ist die Fujifilm X100F. Was ich von ihr halte, erzähle ich im heutigen Test.

Meine Vorgeschichte

Ich beschäftige mich vorrangig mit Landschafts- und Architekturfotografie. Hauptsächlich fotografiere ich mit einer Canon EOS 700D. Ich habe bisher bereits eine Fujifilm X100S und eine X100T genutzt. Beide Fujifilm Kameras habe ich wieder verkauft/zurückgegeben. Nun habe ich aber schon eine Weile nach der X100F geschaut und ich konnte den Drang einfach nicht abstellen, diese Kamera zu kaufen.

Fujifilm X100F Test - Optisch ist die Kamera an Messsucherkameras angelehnt

Optisch ist die Kamera an Messsucherkameras angelehnt

Technische Daten

Bevor ich mit dem eigentlichen Test starte, erst einmal die wichtigsten technischen Daten zur X100F auf einen Blick:

  • X-Trans III 24,3 Megapixel Sensor
  • APS-C Sensorgröße
  • 23 mm F2.0 Festbrennweite (35 mm Kleinbild equivalent)
  • Auflösung: 6000 x 4000 Pixel
  • Seitenverhältnisse: 3:2, 16:9, 1:1
  • Naheinstellgrenze: 10 cm
  • ISO: 100-51200
  • Display: 3″
  • Gewicht: 419 gr
  • Speicherkarten: SD, SDHC, SDXC

Ich erspare dir an dieser Stelle weitere Daten, denn die lassen sich auf der Fujifilm Website oder auf den einschlägigen Websites nachlesen. In meinem Fujifilm X100F Test wirst du auch keine Schärfetests oder genaue Zahlen zum Dynamikumfang der Kamera finden.

Die größte Herausforderung der X100F

Die größte Einschränkung an dieser Kamera war auch der Grund, warum ich damals die X100T wieder verkauft habe. Du musst dafür wirklich bereit sein.

Heute haben fast alle Kompaktkameras Zoomobjektive. Die erste Spiegelreflexkamera wird in 99 % aller Fälle zusammen mit einem Zoomobjektiv gekauft. Als Fotograf ist man sehr an diese Art von Objektiv gewöhnt und schätzt die Bequemlichkeit, nicht ständig zwischen 3 Festbrennweiten wechseln zu müssen. Ob Zoom oder Festbrennweite, beide Objektivarten haben Vor- und Nachteile.

Die Vorderseite der Kamera

Die Vorderseite der Kamera

Mit der X100F hast du aber praktisch nur noch eine Festbrennweite. Du kannst nicht mehr wechseln. Je nachdem an was für Linsen du gewöhnt bist, kann sich das gut oder schlecht anfühlen.

Eine Festbrennweite hat aber auch viele Vorteile:

  • In diesem Brennweitenbereich klein und leicht
  • Lichtstärker als die meisten Zoomobjektive
  • Du musst nicht mehr wählen, welches Objektiv du für die nächste Fototour einpackst
  • Du denkst mehr über deine Bildkomposition nach, was zu besseren Bildern führt
  • Die Bildqualität ist oftmals besser als bei Zoomobjektiven

Nur eine Festbrennweite zu haben, kann also auch ein Vorteil sein. Die Sache ist: Du musst dich darauf einlassen.

Newsletter Aufmacher 2 - Beliebte BeiträgeDie X100F hat ein 23 mm Objektiv, was 35 mm im Kleinbildformat entspricht. Das ist eine typische Brennweite für Reportagen. Das Objektiv hat eine Anfangsblende von 2,0. Kein Weitwinkelobjektiv. Kein Teleobjektiv. Oder wie Punkt 4 aus 21 Wege, um die eigene Fotografie zu verbessern sagt: Du hast nur deine Füße.

Ich musste erst an dem Punkt ankommen, an dem ich mich auf dieses 23 mm Objektiv einlassen konnte. Von der Landschaftsfotografie her bin ich eher ein Superweitwinkel gewohnt. Daher fiel es mir schwer, mich mit weniger Weitwinkel zufrieden zu geben. Ein Teleobjektiv hingegen vermisse ich nicht.

Fujifilm X100F Test - Die Rückseite der X100F

Die Rückseite der X100F

Was ich an der Fujifilm X100F liebe

Ich liebe es, wie klein und leicht diese Kamera ist. Sie ist einfach immer dabei und manchmal vergesse ich, dass ich sie auf der Schulter trage.

Wie gut die Bildqualität dabei ist. Für die Größe und das Gewicht der Kamera ist die Bildqualität einfach umwerfend. Es ist ein APS-C Sensor verbaut und das besagte 23 mm Objektiv liefert eine fantastische Schärfe.

Wie gut die JPG Dateien sind. Im Moment fotografiere ich komplett JPG. Ich nutze kein RAW an der X100F. Ich habe einfach nicht das Bedürfnis. Es hat etwas Ursprüngliches und Analoges, einfach nur die fertigen Dateien aus der Kamera zu bekommen.

Ich liebe die Filmsimulationen von Fuji. Ich fotografiere sehr viel in Schwarz-Weiß mit dem Fuji Acros. Für Landschaften mit kräftigen Farben nehme ich natürlich auch gern Fuji Velvia. Es ist ein Stück befreiend für mich, direkt mit diesen Filmsimulationen fotografieren zu können und sich nicht in der Nachbearbeitung um die Farben oder den Kontrast Gedanken machen zu müssen.

Die Fujifilm X100F von oben - Drehregler für alle wichtigen Einstellungen

Die Fujifilm X100F von oben – Drehregler für alle wichtigen Einstellungen

Ich liebe es, alle wichtigen Einstellung an Drehreglern direkt an der Kamera zu machen. Es gibt Drehregler für ISO, Belichtungszeit, Blende und Über- und Unterbelichtung. Wie habe ich in einem anderen Test gelesen? „Das Display der Kamera könnte ausfallen und ich könnte trotzdem noch alle nötigen Einstellungen machen.“

Und ich liebe den elektronischen Sucher. Ich habe auch schon in meinem Sony RX100 V Test davon geschwärmt. Die X100F bringt sogar einen Hybridsucher mit, aber ich benutze den optischen Sucher praktisch nicht, sondern nur den Elektronischen. Es ist einfach ungemein hilfreich. Die Bilder schon im finalen Format mit den finalen Farben oder der finalen Tiefenschärfe sehen zu können. Ohne die Spiegelungen auf dem Display. Auch hier muss ich wieder loben, dass der Sucher an der Kamera links oben platziert ist. Dadurch drückt man sich nicht die Nase platt.

Der Hybridsucher ist optimal links oben an der X100F platziert

Der Hybridsucher ist optimal links oben an der X100F platziert

Was könnte an der X100F besser sein?

Die Geschwindigkeit des Autofokus Systems ist nicht besonders schnell. Aber das stört mich irgendwie auch überhaupt nicht. Vielleicht liegt es daran, dass ich selten schnelle und bewegte Motive fotografiere. Mehr fällt mir wirklich nicht ein.

Vergleich der Bildqualität der X100F mit einer Canon EOS Kamera

Ich fotografiere nicht nur mit der X100F, sondern auch noch mit anderen Kameras. Meine Hauptkamera ist aktuell eine Canon EOS 77D. Ich habe mal Testbilder mit beiden Kameras aufgenommen, um sie zu vergleichen. Die Fujifilm X100F mit dem 23mm Objektiv gegen die Canon EOS 77D mit dem 24mm 2.8 Pancake Objektiv. Ich kann keinen eindeutigen Sieger feststellen. Wenn du möchtest, kannst du dir die Bilder unter

https://www.matthiashaltenhof.de/wp-content/uploads/77d-x100f.zip (Zip Datei, 69 MB)

herunterladen und selbst vergleichen.

Das beste Zubehör für die Fujifilm X100F

Streulichtblende

Die originale Streulichtblende lässt sich Fuji gut bezahlen, aber der JJC LH-X100 Nachbau ist super verarbeitet und sitzt wie angegossen.

JJC LH-X100 Streulichtblende

JJC LH-X100 Streulichtblende

Akkus

Die Originalakkus von Fujifilm sind ebenfalls nicht ganz günstig, ich benutze stattdessen Patona Premium Akkus, mit denen ich sehr zufrieden bin. Die X100F frisst deutlich mehr Strom als meine Canon EOS 700D, deshalb besitze ich zwei Zusatzakkus.

Patona NP-W126 Premium Akku

Patona NP-W126 Premium Akku

Speicherkarte

Die Fujifilm X100F ist kein Geschwindigkeitswunder, daher reicht eine mittelmäßige Karte aus. Ich habe dennoch zur High End Variante gegriffen, weil ich hier keinerlei Einschränkungen haben möchte. Die 24 Megapixel Bilder aus der Kamera haben eine 6000 x 4000 Pixel Auflösung, selbst die JPGs sind relativ groß. Um etwas Luft nach oben zu haben, habe ich hier eine SanDisk Extreme Pro mit 64 GB gewählt.

SanDisk Extreme Pro 64 Gb Speicherkarte

SanDisk Extreme Pro 64 Gb Speicherkarte

Tasche

Wie oben geschrieben schätze ich die geringe Größe und das niedrige Gewicht der Kamera sehr. Damit es so bleibt, wollte ich auch eine sehr kleine und leichte Tasche haben. Mit der X100S hatte ich mal die originale Ledertasche von Fujifilm, allerdings wird mir die Kamera damit zu groß und unhandlich. Deshalb habe ich mir diesmal eine kleine Neopren Tasche gekauft, mit der ich sehr zufrieden bin.

Fujifilm X100F Neopren Tasche in rot

Fujifilm X100F Neopren Tasche in rot

Filter

Da ich oft Landschaft und Natur fotografiere, gibt es einige Filter die ich dafür brauche. Genauer gesagt sind das ein Polfilter und zwei ND Filter. Ich nutze einen Hoya Pro1 Polfilter, einen Hoya ND8 und einen Hoya ND400 an der X100F. Wenn ich noch mehr Abdunklung brauche, dann hat die Kamera auch noch einen internen ND Filter. Dieser Filter schluckt 3 Blenden Licht und lässt sich per Menü dazuschalten.

Polfilter Pro1 Digital von Hoya

Polfilter Pro1 Digital von Hoya

ND Filter ND8 und ND400 von Hoya

ND Filter ND8 und ND400 von Hoya

Fernauslöser

In einem Forum habe ich vor dem Kauf den Tipp gelesen, dass der Canon RS60-E3 auch an die X100F passt. Vorteil ist, dass dieser Fernauslöser dank Klinkenstecker besser hält als der Original Fujifilm Fernauslöser mit Mikro-USB. Da ich sonst Canon Nutzer bin, hatte ich diesen Auslöser schon und kann ihn an beiden Kameras nutzen.

Canon RS60-E3 Fernauslöser

Weitwinkel- und Teleaufsatz

Fujifilm bietet sowohl einen Weitwinkel- als auch einen Teleaufsatz für die X100 Serie an. Die optische Qualität soll sehr gut sein. Da ich aber froh über Gewicht und Größe der Kamera bin, habe ich gar kein Bedürfnis, mir diese Aufsätze zuzulegen. Ich mag das 23 mm sehr. Es gibt übrigens auch Berichte im Netz, dass sich der Weitwinkel-Konverter der Fujifilm X70, also der WCL-X70 sehr gut an der X100F macht.

Fujifilm TCL X100 II

Fujifilm TCL X100 II

Fujifilm WCL X100

Fujifilm WCL X100

Thumbrest

Diese Daumenauflage von Lensmate wird in den Blitzschuh gesteckt. Die Griffigkeit der Kamera soll sich damit radikal verbessern. Die Fotografen, die den Thumbrest nutzen, schwören darauf.

Lensmate Thumbrest für die X100F

Lensmate Thumbrest für die X100F

Auslöseknopf

Der Auslöseknopf der X100F hat ein kleines Einschraubgewinde. Darüber lassen sich eigene Auslöseknöpfe anbringen. Es gibt von Holz bis Kunststoff über Metall alle Möglichen Varianten. Ich mag diese Idee sehr! Stell dir vor, jeder kann seine Kamera nach seinen Wünschen anpassen, tunen und farblich gestalten – wie geil ist das denn! Auf meiner Wunschliste steht als nächstes ein roter Auslöseknopf aus Aluminium.

X100F Auslöseknopf in rot

X100F Auslöseknopf in rot

Beispielbilder zu meinem Fujifilm X100F Test

Es mag vielleicht komisch erscheinen, dass die meisten Beispielbilder hier in Schwarz-Weiß sind. Ich liebe aber einfach die Acros Filmsimulation! Das letzte Bild ist mit der Velvia Simulation aufgenommen. Alle Bilder habe ich in JPG fotografiert.

Fujifilm X100F Beispielbild 1

Fujifilm X100F Beispielbild 1

Fujifilm X100F Beispielbild 2

Fujifilm X100F Beispielbild 2

Fujifilm X100F Beispielbild 3

Fujifilm X100F Beispielbild 3

Fujifilm X100F Beispielbild 4

Fujifilm X100F Beispielbild 4

Fujifilm X100F Beispielbild 5

Fujifilm X100F Beispielbild 5

Fujifilm X100F Beispielbild 6

Fujifilm X100F Beispielbild 6

Mein Fazit zum Fujifilm X100F Test

Die Fujifilm X100F ist ein Edelstein, für den man selbst bereit sein muss. Bereit, sich auf eine 35 mm Festbrennweite einzulassen. Wenn du das kannst, dann wirst du diese Kamera lieben. Fuji hört seit Beginn der X100 Serie auf die Anwender der Kamera und verbessert kontinuierlich die Hard- und Software. Ist die Kamera zu teuer? Fujifilm hat das geschafft, was Apple vorher ebenfalls geschafft hat: Sie haben ein Produkt gebaut, in das sich Menschen verlieben und dafür gern mehr bezahlen.

Zur Fujifilm X100F auf Amazon

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3,25 von 5 Punkten, basierend auf 28 abgegebenen Stimmen.
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81 Kommentare

  1. Nutzer Avatar

    Super Artikel zur X100F, hatte damals direkt zur Einführung die X100 vorbestellt, sie dann aber durch den Reaktor Zwischenfall damals nicht erhalten.
    Im Urlaub in Griechenland in einem Winzigen Fotoladen durch Zufall entdeckt und sofort gekauft.
    Habe diese bis jetzt genutzt, und wollte erst auf einen Nachfolger der F warten, aber nun – auch aufgrund des Artikels – doch die F bestellt.

  2. Nutzer Avatar

    Durch Zufall gerade auf deiner Webseite gelandet nachdem ich nochmal die Ausstattung der X100F googeln wollte…

    Da ich auch schon seit 1986 fotgrafiere und dass phasenweise auch gewerblich, versuche ich mich mal daran die Faszination dieser Kamera zu erklären.
    Für mich beruht der stärkste Effekt primär auf der Brennweite 23mm respektive 35mm KB. In all meinen Jahren der Fotografie habe ich immer wieder festgestellt, dass es sich um die universellste Brennweite von allen handelt. Sie stellt Dinge/Personen in den Zusammenhang ohne zuviel wie ein Weitwinkel oder zu wenig wie 50mm order 85mm miteinzubeziehen. Gesichter werden nicht verzeichnet und in Kombi mit einer grossen Blende entsteht eine fast schon magische Räumlichkeit. 35mm kann sowohl weit als auch nah sein, ohne an beiden Extremen befremdlich zu wirken. Das können weder Weitwinkel- noch Teleobjektive. 35mm ist noch mehr als die 50mm für mich die goldene Mitte der Fotografie.

    Selbstverständlich kann man die 23mm auch an zahlreichen Fuji Zooms einstellen, aber durch die Festbrennweite an der X100F wird man eben gezwungen diese magische Allround-Brennweite konsequent zu nutzen. Und ja ich denke dieser Zwang kann viele Amateure fotografisch mächtig nach vorne bringen und führ zu „besseren“ Bildern.

    Wem das alle zu hochgestochen klingt, vergisst es einfach und genießt einfach nur den Retro-Touch der X100F 😉

  3. Nutzer Avatar
    NAT ;RINALDO

    Ich weiss nicht ob ich die x 100 F kaufen soll oder warten muss bis eine nachfolge herauskommt

  4. Nutzer Avatar
    Daniel Hadorn

    Hallo Matthias
    Danke für deine Erfahrungen mit der X100F, welche ich bestätigen kann. Nach jahrelanger Suche (zuerst Canon dann Olympus) bin ich mittlerweilen bei der Fuji X-Pro2 und eben der X100F gelandet und bin mit beiden sehr glücklich. Am bestechendsten ist für mich, dass die X110F (fast) alles mitbringt, was die X-Pro2 auch hat, nur eben kompakter und leichter verpackt! Und an die Festbrennweite gewöhnt man sich schnell, wenn man sich, wie du auch schreibst, darauf einlässt. Ich möchte jedenfalls nichts anderes mehr als Fuji, die haben mich mit den beiden erwähnten Modellen mitten ins Herz getroffen. gebe beide nicht mehr her!
    LG
    Daniel

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