Startseite » Blog » Fortsetzung meiner Serie „Japanischer Garten im egapark Erfurt“

Fortsetzung meiner Serie „Japanischer Garten im egapark Erfurt“

Ich setze meine Serie des japanischen Gartens im egapark Erfurt mit sechs neuen Bildern fort. Heute zeige ich dir, wie es dazu kam.

Die Entstehung der ursprünglichen Serie

Zwischen 2018 und 2019 ist meine Serie “Japanischer Garten im egapark Erfurt” entstanden. Obwohl ich schon drei Jahre zuvor das erste Mal in diesem Park war, habe ich erst zu diesem Zeitpunkt damit begonnen, dort zu fotografieren. In meinem damaligen Blogbeitrag schrieb ich:

“Mit einer analogen Mittelformatkamera – der Pentacon Six TL – und einem Schwarz-Weiß-Film hatte ich erstmals das Gefühl, das Besondere dieses Ortes einfangen zu können.”

Im japanischen Garten in Erfurt mit der Pentacon Six TL (Danke an Christian Heinrich für dieses Bild)
Im japanischen Garten in Erfurt mit der Pentacon Six TL (Danke an Christian Heinrich für dieses Bild)

Trotzdem sind die Bilder dieser Serie damals nicht nur mit einer analogen Kamera entstanden, sondern auch mit einer digitalen. Es war eine Mischung aus beiden Welten, die gut zusammen funktioniert hat.

Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht abzusehen, was diese Serie für mich und meine Fotografie bedeuten würde.

Wieso dieser japanische Garten etwas Besonderes für mich ist

Der japanische Garten im egapark Erfurt strahlt für mich eine große Ruhe aus. Ich bin gern dort, auch ohne Kamera. Ich genieße es, mir die unterschiedlichen Bereiche und Details anzuschauen. Die Stimmung auf mich wirken zu lassen. Auf der Website des egaparks findet sich folgende Beschreibung:

“Der Japanische Fels- und Wassergarten folgt dem Leitprinzip japanischer Gartenkunst, die ein Gleichgewicht zwischen natürlicher und künstlicher Schönheit anstrebt. Felsen, Wasser und fernöstliche Pflanzen bilden ein eindrucksvolles und harmonisches Gesamtensemble. […]”Erfurter Garten- und Ausstellungs gemeinnützige GmbH

Weil der japanische Garten nur ein Teil des egaparks ist, befinden sich dort meist auch nicht allzu viele Besucher. Dann wandle ich ganz langsam über die Pfade und sauge die Stimmung eines ganz kleinen Teils von Japan in mich auf.

Genau dieser Garten ist auch etwas Besonderes für mich, weil es der erste japanische Garten war, den ich fotografiert habe. Ich fand dieses Thema so interessant, dass ich es noch weiter vertieft habe. Mittlerweile sind drei weitere Serien hinzugekommen:

Damals hatte ich noch nicht im Sinn, dass ich überhaupt mehrere Serien über japanische Gärten fotografieren würde. Es war nur etwas, was mich interessierte und eine gewisse Faszination auf mich ausstrahlte.

Die bisherige Serie

Die Serie bestand bisher aus acht Fotografien:

Die Umstände des Fototrips

Im September 2024 war ich ein paar Tage im nördlichen Bayern. Kurz bevor ich zurückfuhr, ist dort eine zwischenmenschliche Sache passiert, die mich sehr aufgewühlt hat. So hatte ich auf meiner dreistündigen Rückfahrt zurück nach Halle genug Zeit, darüber nachzudenken. Nach der Hälfte der Fahrt kam ich an Erfurt vorbei und entschied mich, mir selbst etwas Gutes zu tun und mein Inneres zu beruhigen. Ich war mir nicht sicher, ob es eine gute Idee war, in dieser Stimmung den japanischen Garten zu besuchen, weil ich noch recht aufgebracht war. Aber mir war auch bewusst, dass mich das Fotografieren oftmals erdet und ich mich dann innerlich wirklich nur damit beschäftige. Also fuhr ich spontan runter von der Autobahn und in den egapark.

Es war ein Dienstagnachmittag außerhalb der Ferienzeit, weshalb nicht allzu viele Menschen den Park besucht hatten. Ich ging direkt zum japanischen Garten und setzte mich in den Bereich des Teegartens. Es brauchte einige Zeit, bis ich innerlich ruhiger wurde. Dann konnte ich mehr und mehr den Garten genießen. Ich begann, über erste Bildkompositionen nachzudenken.

Mein Wunschlicht

Am liebsten fotografiere ich diese Gärten bei bewölktem Wetter, weil das diffuse Licht ruhiger wirkt, während direktes Sonnenlicht durch harte Schatten schnell Unruhe ins Bild bringt.

An diesem Tag war es jedoch wolkig, sodass das Licht immer mal wieder zwischen diffus und direkt wechselte. Als ich mit dem Fotografieren begann, befand sich gerade eine Wolke vor der Sonne und ich hatte mein gewünschtes Licht. Es war jedoch abzusehen, dass auch sonnige Minuten folgen würden. Ich entschied mich, dies anzunehmen und einfach weiter zu fotografieren, falls die Sonne rauskommen sollte.

Was die Fotografie kann

Während des Fotografierens hatte ich nicht im Sinn, dass ich mit diesen Bildern die Serie fortführen würde. Ich fotografierte einfach, ohne dem zu viel Bedeutung oder Planung beizumessen.

Als ich nach einer Stunde die letzten Fotos aufgenommen hatte, ging es mir innerlich wesentlich besser. Die Fotografie kann für mich etwas Meditatives sein, bei dem ich mich auf nichts anderes konzentriere.

In einem wesentlich besseren Zustand als zuvor machte ich mich auf den Heimweg.

Gedanken zur Fortführung einer Serie

Erst später am PC sah ich mir die Bilder an und kam auf die Idee, die Serie fortzuführen. Es kostete mich etwas Überwindung, weil die Serie für mich ein bereits abgeschlossenes Werk war.

Ist es ok, eine Serie noch einmal zu öffnen und fortzuführen? Dieses “Problem” besteht offensichtlich nur in meinem eigenen Kopf. Nachdem ich von den “neuen” Fotos eine Auswahl getroffen hatte, fand ich, dass sie gut zur bisherigen Serie passen würden. Außerdem erweitern sie die Serie inhaltlich, weil sie Abschnitte des japanischen Gartens zeigen, die bisher noch nicht zu sehen waren.

Die neuen Bilder

Hier sind nun die sechs neuen Bilder dieser Serie:

Japanischer Garten - egapark Erfurt 9
Japanischer Garten – egapark Erfurt 9
Japanischer Garten - egapark Erfurt 10
Japanischer Garten – egapark Erfurt 10
Japanischer Garten - egapark Erfurt 11
Japanischer Garten – egapark Erfurt 11
Japanischer Garten - egapark Erfurt 12
Japanischer Garten – egapark Erfurt 12
Japanischer Garten - egapark Erfurt 13
Japanischer Garten – egapark Erfurt 13
Japanischer Garten - egapark Erfurt 14
Japanischer Garten – egapark Erfurt 14

Technisches

Die Aufnahmen sind mit der Fujifilm X100V entstanden. Ich habe im JPG-Format mit quadratischem Seitenverhältnis fotografiert und die kamerainterne Schwarz-Weiß-Filmsimulation Acros genutzt. Es fand keinerlei nachträgliche Bearbeitung am PC statt, ich habe die Bilder lediglich für die Ansicht hier auf der Internetseite verkleinert.

Wie gefallen dir die Bilder? Was denkst du über die Fortführung der Serie? Ich freue mich über dein Feedback in den Kommentaren.

Über mich
Matthias Haltenhof Ich bin Matthias und ich fotografiere seit mehr als 20 Jahren leidenschaftlich gern Landschaften und Architektur. Mehr über mich erfährst du hier. Wenn du keine Artikel mehr verpassen willst, dann lass einfach deine E-Mail-Adresse da und ich schicke dir regelmäßig meine neuen Blogbeiträge.

Bitte gib mir bei neuen Blogbeiträgen Bescheid

26 Gedanken zu „Fortsetzung meiner Serie „Japanischer Garten im egapark Erfurt““

  1. Hallo Matthias,
    vielen Dank, das du uns nicht nur an deinen Bildern teilnehmen lässt, sondern auch an deiner Stimmung und deinen Gefühlen zum Aufnahmezeitpunkt.
    Deine Serien der Japanischen Gärten gefallen mir sehr gut, auch das du sie immer wieder fortsetzen willst/kannst.
    Auf jeden Fall haben mich deine Bilder inspiriert doch endlich mal nach Erfurt zu fahren und im Jap. Garten zu fotografieren. Hatte ich schon nach der ersten Serie im Hinterkopf, hat sich leider bislang nicht ergeben.
    In der Nähe von Regensburg (bei Wiesent) gibt es einen Nepal-Himalaya-Park, der auch sehr interessant ist. Hat leider nur am Wochenende auf und ist dann meist sehr voll: https://www.nepal-himalaya-pavillon.de/
    Ich hoffe dir geht es wieder besser und du hast schon neue Fotoprojekte im Hinterkopf, alles Gute und noch viele schöne Erlebnisse!
    Liebe Güße aus Würzburg
    Werner Scheithauer

    Antworten
  2. Lieber Matthias,
    schön, dass du deine Serie fortleben lässt. Mir haben alle deiner „Japanische_Gärten“ Bilder überwiegend sehr gut gefallen, aber das ist ja subjektiv. Aus der letzten Serie mag ich nur das erste – #9 – nicht so doll, ohne es konkret festmachen zu können. Im Vergleich sind mir die Bilder der ersten Serie lieber als die der zweiten. Und nur jpeg, mutig bist du ja. Ich habe S/W auch sehr gern, Acros ist einfach Klasse, aber ich fotografiere immer auch noch parallel in RAW, um notfalls eingreifen zu können. Zur Zeit habe ich eine gestalterische Flaute, aus verschiedenen Gründen, aber wenn ich das so sehe, regt sich da leise etwas. Vielen Dank dafür von nebenan aus Leipzig und weiter gute Anregungen wünscht sich
    auch – Matthias.

    Antworten
    • Hallo Matthias,

      danke dir für dein Feedback, sehr interessant. Ich habe mit der Fuji auch eine zeitlang noch JPG + RAW fotografiert. Dann habe ich jedoch gemerkt, dass ich die RAWs für diese Art der Fotografie so gut wie nie brauche.
      Zur gestalterischen Flaute: Lass dir ruhig Zeit damit, das kommt ganz von selbst. So viel kann ich zumindest aus meiner eigenen Erfahrung sagen.

      Liebe Grüße

      Matthias

      Antworten
  3. Starke Bilder, das s/w passt sehr gut um die Stimmung zu transportieren.

    Ist alles subjektiv, aber Bild 11 finde ich nicht ganz so gut wie die anderen. Es wirkt etwas unruhig auf mich, das Auge findet keinen rechten Halt. Der Zaun, die Wand, der Baum links…

    Gruß aus Nürnberg
    Ansgar

    Antworten
  4. Hallo Matthias,

    warum sollte man eine Serie nicht weiterführen oder öffnen wenn einem danach ist? Ich finde das voll i.O.
    Die Bilder sind wieder toll geworden. Beim ersten Bild mit dem riesigen Felsblock in der Mitte habe ich mich ablenken lassen von dem kleineren Stein vorne rechts. Warum? Weil der mich an ein gut gemasertes Stück Fleisch erinnert hat!

    Liebe Grüsse
    Marianne

    Antworten
    • Hallo Marianne,

      danke dir, freut mich sehr! Ich bin mir sicher, dass für den Garten extra ein solcher Stein gewählt worden ist. Ich finde den eher aus geologischer Sicht interessant, aber so sieht jeder eine andere Verbindung. 🙂

      Liebe Grüße

      Matthias

      Antworten
  5. Hallo Matthias,
    danke für die schöne Serie. Mich beeindrucken insbesondere die Licht- und Schattenspiele, die in der SW-Version besonders stark wirken. Deine Ausführungen bestätigen die große meditative Wirkung des Fotografierens. Fast unbemerkt kann man sich von der Außenwelt (mindestens innerlich) lösen.
    Alles Gute
    Gustav

    Antworten
  6. Lieber Matthias,
    es ist interessant, dass Du wieder am gleichen Ort fotografierst. Das bestätigt mein Empfinden, dass es sich immer wieder lohnt, auch wenn man schon mehrfach an diesem Speziellen Ort war, noch einmal sich alles anzuschauen und dann neue Fotos zu machen. Die neuen Bilder sind spannender geworden. Sowohl vom Bildaufbau als auch vom Kontrast. Es ist erstaunlich wie gut die interne Software Deiner Fujifilm X100V Camera die Umsetzung in Schwarz Weiß schafft. Differenzierte Grautöne und sowohl den Weiß- als auch den Schwarzpunkt korrekt gesetzt. Am Besten sieht man dies an den Fotos Erfurth 10 und 14. Absolut so, wie man es früher auch mit analogem Film in der Dunkelkammer ausbelichtet hat. In Bild 14 auch ein spannender starker Kontrast mit dem dunklen Felsen in der Mitte.
    Wenn ich nicht schon eine komplette Panasonic Ausrüstung hätte, würde ich aus heutiger Sicht auch Fujifilm kaufen, denn die Qualität ist hervorragend. Nicht nur die Tests, auch ein guter Bekannter bestätigt mir dieses.
    Herzliche Grüße
    Joachim

    Antworten
    • Hallo Joachim,

      ich freue mich über dein positives Feedback, danke dir!

      Es ist schon erstaunlich, was diese Kamera kann. Neben diese technischen Punkten schätze ich aber besonders das verhältnismäßig geringe Gewicht und das angenehme Handling.

      Liebe Grüße

      Matthias

      Antworten
  7. Hallo Matthias,
    eine abgeschlossene Serie quasi wieder zu eröffnen, nötigt Respekt ab – denn dadurch wird ja auch das ursprüngliche Ergebnis in Frage gestellt.
    Die neuen Bilder sind wunderbar und drücken ganz explizit – „nichts“ – aus. „Nichts“ nämlich außer Ruhe und dem Ruf nach Besinnung. Große Klasse und danke!

    Antworten
  8. Hallo Matthias,
    ich bin von den Socken bei dieser hervorragenden Serie. Die Aufnahmen in SW kommen dem Japanischen Garten in ganzer Breite zu Gute. Fühle mich sehr inspiriert von diesen Aufnahmen.
    Dankeschön fürs zeigen und die Erläuterungen.
    Grüße aus dem Saarland
    Wolfgang

    Antworten
  9. Hallo Matthias,
    du hast das Wesentliche eines Japangartens eingefangen … die meditative Stimmung des Zen. Die bewusste Entscheidung für s&w fängt diese Stimmung m. E. besser ein als Farbe. Ich verwende immer wieder das quadratische Format wenn ich mehr Ruhe in das Bild bringen will. Danke für deinen Spaziergang, ich habe ihn genossen.
    Grüße, Walter

    Antworten
  10. Moin Matthias,

    vielen Dank für deine Fotos und den Post. Am schönsten finde ich das Foto Japanischer Garten – egapark Erfurt 4. Erst hatte ich es für eine Schatten-Komposition an einer Hauswand gehalten aber dann habe ich bemerkt, dass es von Innen durch ein Fenster fotografiert wurde. Sehr schöne kreative Perspektive und ein tolles Motiv mit den Arhorn-Blättern. Das inspiriert mich 🙂

    Viele Grüße aus Lübeck

    Florian Witt

    Antworten
  11. Hallo Mathias. Das letzte Foto ist m. E. ein typisches Acrosbild, denke mal mit Rotfilter. Das gefällt mir am besten, sehr kontrastreich mit viel Leben. Die anderen Aufnahmen sind auch prima. Ich mag aber die kontrastreichen am liebsten. Und das ist natürlich Geschmacksache. Danke für die Serie, gefällt mir insgesamt sehr gut. Dass sie unbearbeitet sind ist kaum zu glauben, so gut sind sie. LG Hörbie

    Antworten
    • Hallo Herbert,

      danke dir für deine Zeilen, freut mich! Man könnte beim letzten Bild durch de hohen Kontrast einen Rotfilter vermuten, aber es ist ohne aufgenommen. Es war fast eine Gegenlichtsituation, daher der hohe Kontrast.

      Liebe Grüße

      Matthias

      Antworten

Schreibe einen Kommentar