In 15 Schritten zu deiner eigenen Fotoausstellung

Du überlegst, ob du deine eigene Fotoausstellung organisierst? Ich gebe dir Tipps und liefere dir 15 Schritte, damit du dabei nichts vergisst.

Bist du bereit für eine Ausstellung?

Vielleicht hast du schon mal daran gedacht, selbst eine Ausstellung zu machen. Oder Freunde haben deine Bilder gesehen und zu dir gesagt: Du solltest eine Ausstellung machen. Aber du bist dir nicht sicher, ob du schon bereit dafür bist, deine Bilder in einer Ausstellung zu zeigen.

Ich denke, dass es vielen Fotografen so geht. Du bist dir nicht sicher, ob deine Bilder gut genug sind. Oder du denkst, dass du eigentlich noch gar nicht so lange fotografierst. Oder du bist dir nicht sicher, ob du mit dem Feedback der Ausstellung leben kannst.

Ich möchte dir an dieser Stelle Mut machen, deine erste eigene Ausstellung auf die Beine zu stellen. Ich glaube, dass es dafür keinen Zeitpunkt gibt, an dem du soweit bist. Ich habe auch noch keine Ausstellung oder Vernissage miterlebt, bei der der Fotograf zerpflückt wurde. Eine Ausstellung bringt dich und deine Fotografie auf jeden Fall weiter. Ich empfehle dir deshalb, nicht länger damit zu warten.

Eigene Ausstellung organisieren

Lässt sich mit Ausstellungen Geld verdienen?

Wenn du nicht gerade in Profit-Gallerien oder gezielt innerhalb der Kunstszene ausstellst, dann noch nicht. Ab und an wird jemand mit der Frage nach dem Verkauf auf dich zukommen, aber meiner Erfahrung nach passiert das relativ selten.

Wieso ist eine Ausstellung eine gute Sache?

Wenn du eine Ausstellung machst, dann lernst du viele neue Dinge. Du beschäftigst dich mit deinen Bildern. Du siehst wahrscheinlich einige deiner eigenen Bilder zum ersten Mal als großen Druck. Du triffst eine Auswahl, welche Bilder du zeigen willst. Du denkst über deine Fotografie nach. Du hörst Feedback von den Besuchern deiner Ausstellung. Du merkst, ob deine Gedanken hinter den Bildern auch beim Betrachter ankommen.

Ausstellung 2

Einzel- oder Gruppenausstellung

Vor der Ausstellung kannst du dir überlegen, ob du einzeln ausstellen möchtest oder gemeinsam mit Freunden und anderen Künstlern. Ich habe beispielsweise mit dem lokalen Fotostammtisch viele gemeinsame Ausstellungen gemacht. So gibt es mehrere Menschen, die bei dem Projekt mitarbeiten können, auf der anderen Seite muss diese Zusammenarbeit auch koordiniert werden.

Diese Schritte gilt es zu beachten

Für deine erste eigene Ausstellung sind viele verschiedene Schritte nötig. Ich habe eine Liste dazu erstellt, was du alles einplanen solltest.

Ausstellungsort finden

Der erste Schritt ist, einen passenden Ausstellungsort zu finden. Du kannst eine Galerie in Betracht ziehen, aber vielleicht ist dir das auch schon zu groß. Denkbar ist es deshalb, erst einmal mit dezenteren Ausstellungsräumen anzufangen.

Dein Ausstellungsort sollte auf jeden Fall gut erreichbar sein. Nicht jeder hat ein Auto zur Verfügung, also ist eine Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel empfehlenswert.

Ausstellungseröffnung in Bernburg - Bild von Anne Hornemann

Ausstellungseröffnung in Bernburg – Bild von Anne Hornemann

Dankbare Räume sind immer dort, wo Menschen häufig vorbeigehen oder warten müssen. Das kann eine Arztpraxis sein, eine öffentliche Einrichtung, der Studentenclub, der Flur der eigenen Arbeitsstelle oder ein Cafe. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten. Da du mit den Menschen, denen diese Orte gehören, wahrscheinlich schon in Kontakt stehst, fällt das Fragen deutlich leichter. Sobald du mit deinen Freunden und Bekannten darüber sprichst, dass du gern eine Ausstellung machen würdest, eröffnen sich auf einmal vielerlei Möglichkeiten.

Besonders öffentliche Einrichtungen sind dankbar über Künstler, die eine Ausstellungsfläche suchen. Vielfach sind dort schon Aufhängungsmöglichkeiten oder sogar Rahmen vorhanden, was die Durchführung deutlich vereinfacht und das Budget in Grenzen hält.

Kontakt aufnehmen

Wenn du die Inhaber dieser Räume ansprichst, dann ist es hilfreich, schon ein paar deiner Bilder zum Vorzeigen in der Hinterhand zu haben. Einige Drucke in 20 x 30 cm sind hier vollkommen ausreichend. Es müssen auch noch nicht die finalen Bilder für die Ausstellung sein. Der Vertreter der Räume möchte ja zunächst nur einen Eindruck gewinnen, wie deine Art der Fotografie aussieht und ob er sich die Bilder in seinen Räumen vorstellen kann. Bring die Bilder nicht beim ersten Kontakt mit, das könnte etwas aufdringlich wirken. Beim zweiten Treffen ist ein guter Zeitpunkt.

Besucher einer Ausstellung im Gespräch mit mir - Bild von Anne Hornemann

Besucher einer Ausstellung im Gespräch mit mir – Bild von Anne Hornemann

Ich empfehle hierfür eindeutig Drucke. Die Ansicht am Handy oder Tablet ist für eine Ausstellung, in der die Betrachter später deine Drucke sehen werden, nicht die richtige Wahl. 5-10 Bilder geben dem Inhaber einen Eindruck deiner Fotografie, ohne ihn zu überfrachten.

Räume genau ansehen

Wenn absehbar ist, dass eine Ausstellung zustande kommen könnte, dann kannst du dir die Räume genauer ansehen.

Ich achte dabei auf die folgenden Punkte:

  • Sind Rahmen vorhanden?
  • Gibt es vorhandene Hängesysteme?
  • Wie viel Platz ist für die einzelnen Bilder vorhanden?
  • Welcher Betrachtungsabstand ist für die Besucher möglich?
  • Wo empfehlen sich Hoch- wo Querformate?
  • Auf welche Fläche scheint in dem Raum Licht?
  • Welche Lichtquellen gibt es?
  • Kann ich die Lichtquellen eventuell ausrichten?
  • Welchen Weg gehen Besucher durch die Ausstellung?
  • Wie viele Bilder kann ich ausstellen?
  • Wann sind die Räume geöffnet?

Diese Dinge sind stark von den Räumen abhängig. Je nach Ausstellungsfläche kommen hier noch weitere Kriterien hinzu. Da es sich hier um eine Menge Informationen handelt, empfehle ich dir, dir ein paar Notizen davon zu machen.

Nicht immer ist die Lichtsituation in den Ausstellungsräumen optimal

Nicht immer ist die Lichtsituation in den Ausstellungsräumen optimal

Termin setzen

Gemeinsam mit dem Inhaber kannst du nun einen Termin für die Ausstellung und die dazugehörige Eröffnung setzen. Ich empfehle eine Vorlaufzeit von wenigstens drei Monaten, damit du für die weiteren Schritte genug Zeit hast. Ratsam ist auch, für die Eröffnung einen Termin zu wählen, an dem viele Besucher auch Zeit haben. 17 oder 18 Uhr unter der Woche lässt sich für viele Interessierte gut realisieren.

In diesem Zuge empfehle ich dir auch, dich mit dem Inhaber abzustimmen, was im Schadensfall passiert. Es kann immer mal passieren, dass ein Druck inklusive Rahmen herunterfällt. Bestimmte Druckoberflächen sind auch sehr empfindlich, wenn jemand aus Versehen daran lang streift. Das kann in kleinen Räumen während der Eröffnung durchaus passieren. Für diese Fälle solltet ihr euch darüber abstimmen, wie ihr damit umgeht.

Zusammenstellung der Bilder

Wenn du nun weißt, welche Bilder in welcher Größe du ausstellen kannst, dann kannst du dir Gedanken über die Zusammenstellung machen. Du kannst deine eigenen Lieblingsbilder wählen oder deine besten Bilder des letzten Jahres. Aber das würde ich dir nicht empfehlen.

Wenn ich auf meine ersten Ausstellungen zurückschaue, dann hätte ich mir gewünscht, dass die Zusammenstellung der Bilder nicht so ein Bauchladen gewesen wäre. Ich habe alle möglichen Fotoarten- und Themen ausgestellt.

Stattdessen empfehle ich dir, dich auf ein Thema festzulegen. Das kann ein bestimmter Fototrip sein oder eine Serie von Bildern. Denkbar ist auch ein bestimmtes Projekt. Da kommen wieder die 21 Wege deine Fotografie zu verbessern ins Spiel. Du kannst nämlich auch eine Ausstellung als das finale Ergebnis eines Fotoprojektes oder einer -serie planen. Das gibt dir eine Perspektive und einen zeitlichen Rahmen, auf den du hinarbeiten kannst. So etwas motiviert und fokussiert ungemein. Vermutlich solltest du dann aber die Vorlaufzeit für die Ausstellung etwas größer planen.

Wenn du dich auf ein bestimmtes Thema festlegst, so zieht sich das wie ein roter Faden durch deine Ausstellung.

Infos zum Fotografen einkalkulieren

Bei der Anzahl der Drucke würde ich einen der Rahmen für eine Art “Infos zum Fotografen” einkalkulieren. In diesem Rahmen kannst du eine kurze Vita einbringen, etwas zur Intention deiner Fotografie schreiben oder näher auf das Thema der Ausstellung eingehen. Auch ein Portrait von dir würde ich empfehlen. Zudem sind ein paar Kontaktdaten hilfreich. Dieser Inforahmen ist für die Besucher deiner Ausstellung, die nicht gerade bei der Eröffnung anwesend sind, eine gute Sache.

Rahmen mit Infos zum Fotografen

Rahmen mit Infos zum Fotografen

Tipp: Lichtsituation einkalkulieren

Nicht jede Ausstellungsfläche hat überall die gleiche Ausleuchtung. Bei der Auswahl der Drucke hat es sich bewährt, die Lichtsituation mit einzukalkulieren. Ich hänge dunkle Motive gern an hellen Stellen auf. Andersherum können etwas dunklere Ausstellungsbereiche auch hellere Motive vertragen.

Drucke

Das Thema Drucke könnte ein eigener Artikel werden. Zu Beginn noch ein Gedanke zur Größe der Drucke. Nicht jedes Bild sollte auch per se so groß gedruckt werden, wie es der Betrachtungsabstand zulässt. Es gibt Bilder, die wirken als kleiner Druck besser. Meiner Erfahrung nach trifft das besonders auf abstrakte Bilder zu, deren Komposition sehr ausgefeilt ist. Weite Landschaften hingegen profitieren natürlich auf der anderen Seite von einem großen Druck. Der Betrachter kann sich dann selbst in der Landschaft umsehen.

Hahnemühle Print mit Schutzblatt

Hahnemühle Print mit Schutzblatt

Es gibt viele verschiedene Druckanbieter – ich nutze fast nur Whitewall. Dort bezahle ich etwas mehr, allerdings bin ich mit den Ergebnissen mehr als zufrieden. Damit die Drucke so aussehen wie du sie am eigenen Monitor siehst, empfehle ich dir einen Monitor für Bildbearbeitung. Außerdem solltest du deinen Monitor kalibrieren.

Tipp: Bevor ich die Drucke zum Dienstleister verschicke, helle ich sie mit Gradationskurven in Photoshop leicht auf. Der Grund ist, dass ein Monitor eine Hintergrundbeleuchtung hat und ein Druck nicht. Deshalb ist der Druck meist etwas weniger brillant. Wenn ich das Foto vor dem Versenden leicht aufhelle, so kommt der Druck dem Ergebnis am Monitor wesentlich näher.

Wenn man einmal Hahnemühle mit Epson K3 Tinten genutzt hat, will man eigentlich nichts Anderes mehr

Wenn man einmal Hahnemühle mit Epson K3 Tinten genutzt hat, will man eigentlich nichts Anderes mehr

Welches Papier empfehle ich? Auch wenn ich Hahnemühle Drucke liebe, so ist davon unter dem Glas der Bilderrahmen häufig nicht mehr die eigentliche Lebendigkeit zu sehen. Daher macht es meiner Erfahrung nach nur einen relativ kleinen Unterschied für Ausstellungen auf Hahnemühle oder normalem Papier zu drucken. Mit normalem Papier meine ich Fujiflex, Fuji Crystal oder Kodak Endura.

Auswahl der Fotopapiere - Hier Fujifilm Crystal Archive und Kodak Endura

Auswahl der Fotopapiere – Hier Fujifilm Crystal Archive und Kodak Endura

Wenn du noch keine Erfahrungen mit Drucken hast, dann empfehle ich dir vor der Hauptbestellung einige kleinere Testdrucke zu bestellen, um ein Gefühl für die Papiere und Farbdarstellung zu bekommen.

Optional: Ausstellungskatalog & Druck – Beschriftungsschildchen

Wenn du die finalen Bilder für deine Ausstellung ausgewählt und bestellt hast, dann kannst du optional auch einen Ausstellungskatalog anfertigen. Darin sind die Bilder in Form eines Fotobuchs enthalten und einige Zeilen dazu. Dieser Ausstellungskatalog kann während der Ausstellung zum Verkauf angeboten werden.

Beschriftungsschildchen am Rahmen

Beschriftungsschildchen am Rahmen

Ebenfalls optional sind kleine Beschriftungsschildchen für die einzelnen Drucke. Hier kannst du beispielsweise Titel des Bildes, Jahr und Entstehungsort aufnehmen. Diese Schildchen lassen sich im, auf oder neben dem Rahmen anbringen.

Rahmen, Glas & Forex

Wenn in den Ausstellungsflächen keine Rahmen vorhanden sind, kannst du dich nun auch wegen Rahmen umsehen. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Ich vertrete die Meinung, die auch Brooks Jensen in seinem Buch “Die Kunst der Fotografie” angibt: Der Rahmen sollte nicht auffallen, das Bild muss im Vordergrund stehen. Daher empfinde ich schlichte Rahmen. Ob Aluminium oder Holz bleibt dabei deine Entscheidung. Ich empfinde es hilfreich, die Rahmen einmal selbst gesehen zu haben, anstatt sie online zu bestellen. Ich gehe dafür gern zu Boesner, die eine gute Auswahl bieten. Hier kannst du dir auch optionale Dinge wie Passepartouts ansehen.

Bilderrahmen mit normalen Glas

Bilderrahmen mit normalen Glas

Nicht nur bei den Rahmen musst du dich entscheiden, sondern auch beim Glas. Hier gibt es grundsätzlich vier verschiedene Glasarten:

  • Normales Glas: Günstige normale Glasscheiben, die allerdings reflektieren
  • Floatglas: Besonderer Herstellungsprozess ohne Unregelmäßigkeiten im Glas
  • Antireflexglas: Matte, reflektionsreduzierte Oberfläche
  • Museumsglas: Interferenzoptisch entspiegeltes Glas

Eine schöne Übersicht hierzu gibt es bei allesrahmen.de. Normales Glas ist die günstigste, Museumsglas die preisintensivste Variante.

Auch hier gilt: Am besten Vorort anschauen und die eigenen Ansprüche mit dem eigenen Geldbeutel in Einklang bringen.

Holzrahmen mit Passepartout

Holzrahmen mit Passepartout

Eine preisgünstige Alternative zu Fotodrucken in Rahmen sind Forex-Platten. Das Foto befindet sich hier auf einer Schaumstoffschicht. Diese Art der Präsentation kann ohne Rahmen gehängt werden und macht meiner Meinung nach dennoch optisch etwas her. Aber auch andere Materialien wie Acrylglas sind denkbar.

Aufhängesystem

Beim Hängen der Drucke kannst du ein Schienensystem nutzen, bei Forex-Platten sind Powerstrips denkbar, je nach Räumen kommen vielleicht auch Schrauben oder Nägel in Frage. Eine gute Idee ist es, sich hierzu mit dem Inhaber und mit einem Laden wie Boesner zu unterhalten, um den richtigen Weg zu finden.

Auch ein Acrylglas Druck ist denkbar

Auch ein Acrylglas Druck ist denkbar

Pressearbeit – Zeitungen, Radio, Social Media und Stadtmagazine

Der Termin steht, die Drucke sind bestellt und die Rahmen auf dem Weg. Der nächste Schritt besteht darin, deine Ausstellung und Eröffnung bekannt zu machen. Für mich hat es sich bewährt, auf die lokalen Zeitungen und Radiosender zuzugehen. Ich habe mir dafür eine kleine E-Mail-Liste eingerichtet, auf die ich bei der Planung einer neuen Ausstellung zurückgreife. Dafür habe ich mir auf den Websites der Zeitungen und Radiosender die passenden E-Mail Adressen herausgesucht.

Journalisten müssen jeden Tag sehr viele Informationen und E-Mails bewältigen. Damit meine Ausstellungseinladung so viele Leute wie möglich erreicht, bereite ich die Informationen für die Zeitungen und Radios so gut wie möglich auf. Für die Journalisten ist es am einfachsten, wenn sie nur noch kopieren und einfügen müssen. Ich schreibe also einen kleinen Zeitungsartikel mit den wichtigsten Daten:

  • Wann die Ausstellung stattfindet
  • Wo sie ist
  • Welches Thema gezeigt wird
  • Wer eigentlich ausstellt
  • Wann die Eröffnung stattfindet

Das verpacke ich in 5-10 Sätze und hänge noch ein Bild mit an, das die Zeitung als Aufmacher nutzen kann. So habe ich für fast alle Ausstellungen in der größten lokalen Zeitung bisher einen Artikel vorher bekommen.

Gespräch während der Austellungseröffnung - Bild von Anne Hornemann

Gespräch während der Austellungseröffnung – Bild von Anne Hornemann

Manchmal meldet sich auch einer der Journalisten vor der Ausstellung und fragt, ob er schon bei der Bilderaufhängung dabei sein kann.

Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass die Zeitung oder Radiostation schon vor der Ausstellung davon berichten kann und gleichzeitig zur Eröffnung einen Redakteur vorbei sendet.

Zusätzlich kannst du deine eigenen Kanäle wie Instagram oder Facebook nutzen. Denkbar ist hier eine Facebook Veranstaltung für die Ausstellung anzulegen und fotointeressierte Freunde einzuladen.

In Stadtmagazinen gibt es oftmals Terminkalender für lokale Veranstaltungen. Mit genügend Vorlaufzeit kannst du deine Ausstellungseröffnung auch dort einreichen.

Einladung zur Ausstellung

Einladung zur Ausstellung

Denkbar ist auch, gedruckte Einladungen zu erstellen und per Post zu verschicken. Eine solche persönliche Einladung kommt gut an.

Wahrscheinlich wirst du ohnehin schon allen Freunde, Verwandte und Arbeitskollegen von deiner Ausstellung berichtet haben, oder? 🙂

Aufhängen & Ausrichten

Ich empfehle dir, deine Bilder eine Woche oder zumindest 5 Tage vor der Eröffnung aufzuhängen. So hast du noch ein wenig Puffer für ungeplante Nacharbeiten. Manchmal bist du mit einem Druck nicht zufrieden, ein Rahmenglas geht kaputt oder du änderst spontan die Reihenfolge der Bilder. Wenn du das Aufhängen nur einen Tag vor der Eröffnung durchführst, dann hast du keine Zeit mehr für Korrekturen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass das für viel Stress sorgen kann. Nimm dir also für diesen Schritt genug Zeit.

Eine Leiter, Werkzeug und eine Wasserwaage sind natürlich hilfreich, genauso wie Putzmittel, um Fingerabdrücke auf den fertig gehängten Rahmen und Gläsern zu entfernen. Es hat sich bewährt, die Rahmen alle anhand eines Merkmals auszurichten.

Rahmen und Ausrichten vor einer Ausstellung - Bild von Anne Hornemann

Rahmen und Ausrichten vor einer Ausstellung – Bild von Anne Hornemann

Genauso empfehle ich dir, einen oder zwei Freunde zu fragen, ob sie dir behilflich sein können. Viele Arbeiten beim Bilder aufhängen machen sich einfach zu zweit besser.

Eröffnung – Die Vernissage

Die Eröffnung deiner Ausstellung ist dein großer Moment. Hoffentlich hat deine Pressearbeit gut funktioniert. Für die Vernissage kannst du optional Sekt oder kleine Snacks reichen, je nach Geldbeutel und Rahmenbedingungen. Vielleicht hast du noch einen Helfer an deiner Seite, der sich während der Eröffnung um diese Dinge kümmern kann. Sei eine Stunde vorher in deinen Ausstellungsräumen, so kannst du noch einmal letzte kleine Korrekturen an verrutschten Rahmen vornehmen.

Der Moment vor der Ausstellungseröffnung

Der Moment vor der Ausstellungseröffnung – Bild von Anne Hornemann

Normalerweise sagt man gemeinsam mit dem Inhaber oder Vertreter der Räumlichkeiten ein paar Worte zur Ausstellung und eröffnet dann diese feierlich. Deshalb ist es hilfreich sich dazu vorher abzustimmen und sich ein paar Worte zu überlegen, die man sagen möchte.

Bei der Eröffnung sind wahrscheinlich auch einige Journalisten anwesend. Nimm dir Zeit, um ihre Fragen zu beantworten und um das ein oder andere Bild für die Zeitung zu machen.

Interview während einer Ausstellungseröffnung

Interview während einer Ausstellungseröffnung

Du kannst auch nach der Eröffnungsrede selbst noch einmal durch die Ausstellung führen und zu den einzelnen Bildern etwas erzählen. Auch wenn nicht, wirst du bestimmt mit vielen Menschen ins Gespräch kommen.

Die Eröffnung ist leider immer viel zu schnell vorbei. Wenn ich dir einen Rat geben kann: Genieße die Zeit und schau dir die Reaktionen der Menschen auf deine Bilder an. Sprich mit Ihnen über deine Fotografie.

Ausstellungseröffnung in Bernburg - Bild von Anne Hornemann

Ausstellungseröffnung in Bernburg – Bild von Anne Hornemann

Abhängen & Verbesserung

Denk auch daran, dir nach der Ausstellung Zeit für das Abhängen der Bilder einzuplanen. Vielleicht ist es in diesem Zuge sinnvoll, dir Gedanken zu machen, was du bei der nächsten Ausstellung ändern würdest. Mach dir ein paar Notizen dazu.

Von Ausstellung zu Ausstellung wirst du besser und findest deinen eigenen Weg, wie dir die Durchführung am besten gefällt.

15 Schritte als Checkliste

Das waren eine Menge Dinge, die es zu bedenken gilt. Damit du keinen davon vergisst, habe ich eine Checkliste mit 15 Punkten erstellt, die du bei deiner Ausstellung abhaken kannst:

  1. Ausstellungsort finden
  2. Erste Drucke parat haben
  3. Kontakt zum Inhaber aufnehmen
  4. Räume genau ansehen (Notizen!)
  5. Termin setzen
  6. Bilder zusammenstellen
  7. Infos zum Fotografen zusammenstellen
  8. Probedrucke anfertigen
  9. Ausstellungsdrucke anfertigen
  10. Optional: Ausstellungskatalog + Beschriftungsschildchen
  11. Rahmen & Aufhängung kaufen
  12. Pressearbeit durchführen
  13. Bilder aufhängen
  14. Ausstellungseröffnung
  15. Abhängen und verbessern

Diese Checkliste kannst du dir unter

https://www.matthiashaltenhof.de/wp-content/uploads/ausstellung-checkliste.pdf (PDF Datei, 124 KB)

herunterladen und ausdrucken, damit du nach und nach jeden Punkt abhaken kannst.

Ich hoffe mein Beitrag hilft dir bei deiner ersten eigenen Ausstellung. Wenn du Fragen hast, dann schreib mir einfach in die Kommentare. Du hast schon eigene Ausstellungen organisiert und hast Erfahrungen, die du gern hinzufügen möchtest? Auch darüber freue ich mich sehr als Kommentar!

10 Kommentare

  1. Nutzer Avatar
    Ingo Krehl

    Danke für den Beitrag.
    Zum Thema Ausdrucken:
    Schwarz/Weiß Motive, besonders wenn sie viel Schwarz enthalten sollten auf möglichst mattem Papier/Untergrund gedruckt werden und möglichst nicht hinter Glas gezeigt werden.
    Gerade bei dunklen Motiven stören die Reflexionen stark und machen aus einem satten Schwarz eher ein Dunkelgrau, Strukturen in den Tiefen gehen auch verloren.

    • Nutzer Avatar

      Hallo Ingo,

      gern 🙂 Danke dir für den Hinweis. Das ist so einer der Gründe, wieso Antireflex- oder Museumsglas bei mir so weit vorn ist. Ohne Glas geht es natürlich auch, aber dann sind die Bilder nicht geschützt.

      Liebe Grüße,

      Matthias

  2. Nutzer Avatar
    Regi Richardet

    super artikel
    hast du noch einen tipp, wie du den Verkaufspreis des bildes bestimmst?
    besonders den aspekt „anteil Fotografen honorar“
    herzlichen dank
    regi

  3. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias,

    dein Artikel finde ich sehr gut und kann auch alles so nachempfinden bzw. unterschreiben. Ergänzend fällt mir noch etwas dazu ein. Zum einen ist eine Absprache im Vorfeld zu Empfehlen, falls den ausgestellten Werken etwas zustößt. Insbesondere Ausdrucke auf Fortex, meine bevorzugte Wahl, sind sehr kratzempfindlich. Da reicht es schon wenn man mit der Kleidung daran vorbeistreift (Gedränge) , sollten die Bilder in einem Gang hängen. Im Nachhinein ist es schwer nachzuvollziehen wann und wer das Bild beschädigt hat. ( war ja immer keiner *g*)

    lg Frank

  4. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias,

    wie immer ein super und sehr hilfreicher Artikel. Ich denke schon länger über eine Ausstellung nach und dein Artikel hat mir sehr geholfen, mich auf das Wesentliche vorab zu konzentrieren.

    Gruss aus Leverkusen
    Rolf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.