In 15 Schritten zu deiner eigenen Fotoausstellung

Du ĂŒberlegst, ob du deine eigene Fotoausstellung organisierst? Ich gebe dir Tipps und liefere dir 15 Schritte, damit du dabei nichts vergisst.

Bist du bereit fĂŒr eine Ausstellung?

Vielleicht hast du schon mal daran gedacht, selbst eine Ausstellung zu machen. Oder Freunde haben deine Bilder gesehen und zu dir gesagt: Du solltest eine Ausstellung machen. Aber du bist dir nicht sicher, ob du schon bereit dafĂŒr bist, deine Bilder in einer Ausstellung zu zeigen.

Ich denke, dass es vielen Fotografen so geht. Du bist dir nicht sicher, ob deine Bilder gut genug sind. Oder du denkst, dass du eigentlich noch gar nicht so lange fotografierst. Oder du bist dir nicht sicher, ob du mit dem Feedback der Ausstellung leben kannst.

Ich möchte dir an dieser Stelle Mut machen, deine erste eigene Ausstellung auf die Beine zu stellen. Ich glaube, dass es dafĂŒr keinen Zeitpunkt gibt, an dem du soweit bist. Ich habe auch noch keine Ausstellung oder Vernissage miterlebt, bei der der Fotograf zerpflĂŒckt wurde. Eine Ausstellung bringt dich und deine Fotografie auf jeden Fall weiter. Ich empfehle dir deshalb, nicht lĂ€nger damit zu warten.

Eigene Ausstellung organisieren

LĂ€sst sich mit Ausstellungen Geld verdienen?

Wenn du nicht gerade in Profit-Gallerien oder gezielt innerhalb der Kunstszene ausstellst, dann noch nicht. Ab und an wird jemand mit der Frage nach dem Verkauf auf dich zukommen, aber meiner Erfahrung nach passiert das relativ selten.

Wieso ist eine Ausstellung eine gute Sache?

Wenn du eine Ausstellung machst, dann lernst du viele neue Dinge. Du beschĂ€ftigst dich mit deinen Bildern. Du siehst wahrscheinlich einige deiner eigenen Bilder zum ersten Mal als großen Druck. Du triffst eine Auswahl, welche Bilder du zeigen willst. Du denkst ĂŒber deine Fotografie nach. Du hörst Feedback von den Besuchern deiner Ausstellung. Du merkst, ob deine Gedanken hinter den Bildern auch beim Betrachter ankommen.

Ausstellung 2

Einzel- oder Gruppenausstellung

Vor der Ausstellung kannst du dir ĂŒberlegen, ob du einzeln ausstellen möchtest oder gemeinsam mit Freunden und anderen KĂŒnstlern. Ich habe beispielsweise mit dem lokalen Fotostammtisch viele gemeinsame Ausstellungen gemacht. So gibt es mehrere Menschen, die bei dem Projekt mitarbeiten können, auf der anderen Seite muss diese Zusammenarbeit auch koordiniert werden.

Diese Schritte gilt es zu beachten

FĂŒr deine erste eigene Ausstellung sind viele verschiedene Schritte nötig. Ich habe eine Liste dazu erstellt, was du alles einplanen solltest.

Ausstellungsort finden

Der erste Schritt ist, einen passenden Ausstellungsort zu finden. Du kannst eine Galerie in Betracht ziehen, aber vielleicht ist dir das auch schon zu groß. Denkbar ist es deshalb, erst einmal mit dezenteren AusstellungsrĂ€umen anzufangen.

Dein Ausstellungsort sollte auf jeden Fall gut erreichbar sein. Nicht jeder hat ein Auto zur VerfĂŒgung, also ist eine Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel empfehlenswert.

Ausstellungseröffnung in Bernburg - Bild von Anne Hornemann

Ausstellungseröffnung in Bernburg – Bild von Anne Hornemann

Dankbare RĂ€ume sind immer dort, wo Menschen hĂ€ufig vorbeigehen oder warten mĂŒssen. Das kann eine Arztpraxis sein, eine öffentliche Einrichtung, der Studentenclub, der Flur der eigenen Arbeitsstelle oder ein Cafe. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten. Da du mit den Menschen, denen diese Orte gehören, wahrscheinlich schon in Kontakt stehst, fĂ€llt das Fragen deutlich leichter. Sobald du mit deinen Freunden und Bekannten darĂŒber sprichst, dass du gern eine Ausstellung machen wĂŒrdest, eröffnen sich auf einmal vielerlei Möglichkeiten.

Besonders öffentliche Einrichtungen sind dankbar ĂŒber KĂŒnstler, die eine AusstellungsflĂ€che suchen. Vielfach sind dort schon AufhĂ€ngungsmöglichkeiten oder sogar Rahmen vorhanden, was die DurchfĂŒhrung deutlich vereinfacht und das Budget in Grenzen hĂ€lt.

Kontakt aufnehmen

Wenn du die Inhaber dieser RĂ€ume ansprichst, dann ist es hilfreich, schon ein paar deiner Bilder zum Vorzeigen in der Hinterhand zu haben. Einige Drucke in 20 x 30 cm sind hier vollkommen ausreichend. Es mĂŒssen auch noch nicht die finalen Bilder fĂŒr die Ausstellung sein. Der Vertreter der RĂ€ume möchte ja zunĂ€chst nur einen Eindruck gewinnen, wie deine Art der Fotografie aussieht und ob er sich die Bilder in seinen RĂ€umen vorstellen kann. Bring die Bilder nicht beim ersten Kontakt mit, das könnte etwas aufdringlich wirken. Beim zweiten Treffen ist ein guter Zeitpunkt.

Besucher einer Ausstellung im GesprÀch mit mir - Bild von Anne Hornemann

Besucher einer Ausstellung im GesprĂ€ch mit mir – Bild von Anne Hornemann

Ich empfehle hierfĂŒr eindeutig Drucke. Die Ansicht am Handy oder Tablet ist fĂŒr eine Ausstellung, in der die Betrachter spĂ€ter deine Drucke sehen werden, nicht die richtige Wahl. 5-10 Bilder geben dem Inhaber einen Eindruck deiner Fotografie, ohne ihn zu ĂŒberfrachten.

RĂ€ume genau ansehen

Wenn absehbar ist, dass eine Ausstellung zustande kommen könnte, dann kannst du dir die RÀume genauer ansehen.

Ich achte dabei auf die folgenden Punkte:

  • Sind Rahmen vorhanden?
  • Gibt es vorhandene HĂ€ngesysteme?
  • Wie viel Platz ist fĂŒr die einzelnen Bilder vorhanden?
  • Welcher Betrachtungsabstand ist fĂŒr die Besucher möglich?
  • Wo empfehlen sich Hoch- wo Querformate?
  • Auf welche FlĂ€che scheint in dem Raum Licht?
  • Welche Lichtquellen gibt es?
  • Kann ich die Lichtquellen eventuell ausrichten?
  • Welchen Weg gehen Besucher durch die Ausstellung?
  • Wie viele Bilder kann ich ausstellen?
  • Wann sind die RĂ€ume geöffnet?

Diese Dinge sind stark von den RÀumen abhÀngig. Je nach AusstellungsflÀche kommen hier noch weitere Kriterien hinzu. Da es sich hier um eine Menge Informationen handelt, empfehle ich dir, dir ein paar Notizen davon zu machen.

Nicht immer ist die Lichtsituation in den AusstellungsrÀumen optimal

Nicht immer ist die Lichtsituation in den AusstellungsrÀumen optimal

Termin setzen

Gemeinsam mit dem Inhaber kannst du nun einen Termin fĂŒr die Ausstellung und die dazugehörige Eröffnung setzen. Ich empfehle eine Vorlaufzeit von wenigstens drei Monaten, damit du fĂŒr die weiteren Schritte genug Zeit hast. Ratsam ist auch, fĂŒr die Eröffnung einen Termin zu wĂ€hlen, an dem viele Besucher auch Zeit haben. 17 oder 18 Uhr unter der Woche lĂ€sst sich fĂŒr viele Interessierte gut realisieren.

In diesem Zuge empfehle ich dir auch, dich mit dem Inhaber abzustimmen, was im Schadensfall passiert. Es kann immer mal passieren, dass ein Druck inklusive Rahmen herunterfĂ€llt. Bestimmte DruckoberflĂ€chen sind auch sehr empfindlich, wenn jemand aus Versehen daran lang streift. Das kann in kleinen RĂ€umen wĂ€hrend der Eröffnung durchaus passieren. FĂŒr diese FĂ€lle solltet ihr euch darĂŒber abstimmen, wie ihr damit umgeht.

Zusammenstellung der Bilder

Wenn du nun weißt, welche Bilder in welcher GrĂ¶ĂŸe du ausstellen kannst, dann kannst du dir Gedanken ĂŒber die Zusammenstellung machen. Du kannst deine eigenen Lieblingsbilder wĂ€hlen oder deine besten Bilder des letzten Jahres. Aber das wĂŒrde ich dir nicht empfehlen.

Wenn ich auf meine ersten Ausstellungen zurĂŒckschaue, dann hĂ€tte ich mir gewĂŒnscht, dass die Zusammenstellung der Bilder nicht so ein Bauchladen gewesen wĂ€re. Ich habe alle möglichen Fotoarten- und Themen ausgestellt.

Stattdessen empfehle ich dir, dich auf ein Thema festzulegen. Das kann ein bestimmter Fototrip sein oder eine Serie von Bildern. Denkbar ist auch ein bestimmtes Projekt. Da kommen wieder die 21 Wege deine Fotografie zu verbessern ins Spiel. Du kannst nĂ€mlich auch eine Ausstellung als das finale Ergebnis eines Fotoprojektes oder einer -serie planen. Das gibt dir eine Perspektive und einen zeitlichen Rahmen, auf den du hinarbeiten kannst. So etwas motiviert und fokussiert ungemein. Vermutlich solltest du dann aber die Vorlaufzeit fĂŒr die Ausstellung etwas grĂ¶ĂŸer planen.

Wenn du dich auf ein bestimmtes Thema festlegst, so zieht sich das wie ein roter Faden durch deine Ausstellung.

Infos zum Fotografen einkalkulieren

Bei der Anzahl der Drucke wĂŒrde ich einen der Rahmen fĂŒr eine Art “Infos zum Fotografen” einkalkulieren. In diesem Rahmen kannst du eine kurze Vita einbringen, etwas zur Intention deiner Fotografie schreiben oder nĂ€her auf das Thema der Ausstellung eingehen. Auch ein Portrait von dir wĂŒrde ich empfehlen. Zudem sind ein paar Kontaktdaten hilfreich. Dieser Inforahmen ist fĂŒr die Besucher deiner Ausstellung, die nicht gerade bei der Eröffnung anwesend sind, eine gute Sache.

Rahmen mit Infos zum Fotografen

Rahmen mit Infos zum Fotografen

Tipp: Lichtsituation einkalkulieren

Nicht jede AusstellungsflĂ€che hat ĂŒberall die gleiche Ausleuchtung. Bei der Auswahl der Drucke hat es sich bewĂ€hrt, die Lichtsituation mit einzukalkulieren. Ich hĂ€nge dunkle Motive gern an hellen Stellen auf. Andersherum können etwas dunklere Ausstellungsbereiche auch hellere Motive vertragen.

Drucke

Das Thema Drucke könnte ein eigener Artikel werden. Zu Beginn noch ein Gedanke zur GrĂ¶ĂŸe der Drucke. Nicht jedes Bild sollte auch per se so groß gedruckt werden, wie es der Betrachtungsabstand zulĂ€sst. Es gibt Bilder, die wirken als kleiner Druck besser. Meiner Erfahrung nach trifft das besonders auf abstrakte Bilder zu, deren Komposition sehr ausgefeilt ist. Weite Landschaften hingegen profitieren natĂŒrlich auf der anderen Seite von einem großen Druck. Der Betrachter kann sich dann selbst in der Landschaft umsehen.

HahnemĂŒhle Print mit Schutzblatt

HahnemĂŒhle Print mit Schutzblatt

Es gibt viele verschiedene Druckanbieter – ich nutze fast nur Whitewall. Dort bezahle ich etwas mehr, allerdings bin ich mit den Ergebnissen mehr als zufrieden. Damit die Drucke so aussehen wie du sie am eigenen Monitor siehst, empfehle ich dir einen Monitor fĂŒr Bildbearbeitung. Außerdem solltest du deinen Monitor kalibrieren.

Tipp: Bevor ich die Drucke zum Dienstleister verschicke, helle ich sie mit Gradationskurven in Photoshop leicht auf. Der Grund ist, dass ein Monitor eine Hintergrundbeleuchtung hat und ein Druck nicht. Deshalb ist der Druck meist etwas weniger brillant. Wenn ich das Foto vor dem Versenden leicht aufhelle, so kommt der Druck dem Ergebnis am Monitor wesentlich nÀher.

Wenn man einmal HahnemĂŒhle mit Epson K3 Tinten genutzt hat, will man eigentlich nichts Anderes mehr

Wenn man einmal HahnemĂŒhle mit Epson K3 Tinten genutzt hat, will man eigentlich nichts Anderes mehr

Welches Papier empfehle ich? Auch wenn ich HahnemĂŒhle Drucke liebe, so ist davon unter dem Glas der Bilderrahmen hĂ€ufig nicht mehr die eigentliche Lebendigkeit zu sehen. Daher macht es meiner Erfahrung nach nur einen relativ kleinen Unterschied fĂŒr Ausstellungen auf HahnemĂŒhle oder normalem Papier zu drucken. Mit normalem Papier meine ich Fujiflex, Fuji Crystal oder Kodak Endura.

Auswahl der Fotopapiere - Hier Fujifilm Crystal Archive und Kodak Endura

Auswahl der Fotopapiere – Hier Fujifilm Crystal Archive und Kodak Endura

Wenn du noch keine Erfahrungen mit Drucken hast, dann empfehle ich dir vor der Hauptbestellung einige kleinere Testdrucke zu bestellen, um ein GefĂŒhl fĂŒr die Papiere und Farbdarstellung zu bekommen.

Optional: Ausstellungskatalog & Druck – Beschriftungsschildchen

Wenn du die finalen Bilder fĂŒr deine Ausstellung ausgewĂ€hlt und bestellt hast, dann kannst du optional auch einen Ausstellungskatalog anfertigen. Darin sind die Bilder in Form eines Fotobuchs enthalten und einige Zeilen dazu. Dieser Ausstellungskatalog kann wĂ€hrend der Ausstellung zum Verkauf angeboten werden.

Beschriftungsschildchen am Rahmen

Beschriftungsschildchen am Rahmen

Ebenfalls optional sind kleine Beschriftungsschildchen fĂŒr die einzelnen Drucke. Hier kannst du beispielsweise Titel des Bildes, Jahr und Entstehungsort aufnehmen. Diese Schildchen lassen sich im, auf oder neben dem Rahmen anbringen.

Rahmen, Glas & Forex

Wenn in den AusstellungsflĂ€chen keine Rahmen vorhanden sind, kannst du dich nun auch wegen Rahmen umsehen. Über Geschmack lĂ€sst sich bekanntlich streiten. Ich vertrete die Meinung, die auch Brooks Jensen in seinem Buch “Die Kunst der Fotografie” angibt: Der Rahmen sollte nicht auffallen, das Bild muss im Vordergrund stehen. Daher empfinde ich schlichte Rahmen. Ob Aluminium oder Holz bleibt dabei deine Entscheidung. Ich empfinde es hilfreich, die Rahmen einmal selbst gesehen zu haben, anstatt sie online zu bestellen. Ich gehe dafĂŒr gern zu Boesner, die eine gute Auswahl bieten. Hier kannst du dir auch optionale Dinge wie Passepartouts ansehen.

Bilderrahmen mit normalen Glas

Bilderrahmen mit normalen Glas

Nicht nur bei den Rahmen musst du dich entscheiden, sondern auch beim Glas. Hier gibt es grundsÀtzlich vier verschiedene Glasarten:

  • Normales Glas: GĂŒnstige normale Glasscheiben, die allerdings reflektieren
  • Floatglas: Besonderer Herstellungsprozess ohne UnregelmĂ€ĂŸigkeiten im Glas
  • Antireflexglas: Matte, reflektionsreduzierte OberflĂ€che
  • Museumsglas: Interferenzoptisch entspiegeltes Glas

Eine schöne Übersicht hierzu gibt es bei allesrahmen.de. Normales Glas ist die gĂŒnstigste, Museumsglas die preisintensivste Variante.

Auch hier gilt: Am besten Vorort anschauen und die eigenen AnsprĂŒche mit dem eigenen Geldbeutel in Einklang bringen.

Holzrahmen mit Passepartout

Holzrahmen mit Passepartout

Eine preisgĂŒnstige Alternative zu Fotodrucken in Rahmen sind Forex-Platten. Das Foto befindet sich hier auf einer Schaumstoffschicht. Diese Art der PrĂ€sentation kann ohne Rahmen gehĂ€ngt werden und macht meiner Meinung nach dennoch optisch etwas her. Aber auch andere Materialien wie Acrylglas sind denkbar.

AufhÀngesystem

Beim HĂ€ngen der Drucke kannst du ein Schienensystem nutzen, bei Forex-Platten sind Powerstrips denkbar, je nach RĂ€umen kommen vielleicht auch Schrauben oder NĂ€gel in Frage. Eine gute Idee ist es, sich hierzu mit dem Inhaber und mit einem Laden wie Boesner zu unterhalten, um den richtigen Weg zu finden.

Auch ein Acrylglas Druck ist denkbar

Auch ein Acrylglas Druck ist denkbar

Pressearbeit – Zeitungen, Radio, Social Media und Stadtmagazine

Der Termin steht, die Drucke sind bestellt und die Rahmen auf dem Weg. Der nĂ€chste Schritt besteht darin, deine Ausstellung und Eröffnung bekannt zu machen. FĂŒr mich hat es sich bewĂ€hrt, auf die lokalen Zeitungen und Radiosender zuzugehen. Ich habe mir dafĂŒr eine kleine E-Mail-Liste eingerichtet, auf die ich bei der Planung einer neuen Ausstellung zurĂŒckgreife. DafĂŒr habe ich mir auf den Websites der Zeitungen und Radiosender die passenden E-Mail Adressen herausgesucht.

Journalisten mĂŒssen jeden Tag sehr viele Informationen und E-Mails bewĂ€ltigen. Damit meine Ausstellungseinladung so viele Leute wie möglich erreicht, bereite ich die Informationen fĂŒr die Zeitungen und Radios so gut wie möglich auf. FĂŒr die Journalisten ist es am einfachsten, wenn sie nur noch kopieren und einfĂŒgen mĂŒssen. Ich schreibe also einen kleinen Zeitungsartikel mit den wichtigsten Daten:

  • Wann die Ausstellung stattfindet
  • Wo sie ist
  • Welches Thema gezeigt wird
  • Wer eigentlich ausstellt
  • Wann die Eröffnung stattfindet

Das verpacke ich in 5-10 SĂ€tze und hĂ€nge noch ein Bild mit an, das die Zeitung als Aufmacher nutzen kann. So habe ich fĂŒr fast alle Ausstellungen in der grĂ¶ĂŸten lokalen Zeitung bisher einen Artikel vorher bekommen.

GesprÀch wÀhrend der Austellungseröffnung - Bild von Anne Hornemann

GesprĂ€ch wĂ€hrend der Austellungseröffnung – Bild von Anne Hornemann

Manchmal meldet sich auch einer der Journalisten vor der Ausstellung und fragt, ob er schon bei der BilderaufhÀngung dabei sein kann.

Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass die Zeitung oder Radiostation schon vor der Ausstellung davon berichten kann und gleichzeitig zur Eröffnung einen Redakteur vorbei sendet.

ZusĂ€tzlich kannst du deine eigenen KanĂ€le wie Instagram oder Facebook nutzen. Denkbar ist hier eine Facebook Veranstaltung fĂŒr die Ausstellung anzulegen und fotointeressierte Freunde einzuladen.

In Stadtmagazinen gibt es oftmals Terminkalender fĂŒr lokale Veranstaltungen. Mit genĂŒgend Vorlaufzeit kannst du deine Ausstellungseröffnung auch dort einreichen.

Einladung zur Ausstellung

Einladung zur Ausstellung

Denkbar ist auch, gedruckte Einladungen zu erstellen und per Post zu verschicken. Eine solche persönliche Einladung kommt gut an.

Wahrscheinlich wirst du ohnehin schon allen Freunde, Verwandte und Arbeitskollegen von deiner Ausstellung berichtet haben, oder? 🙂

AufhÀngen & Ausrichten

Ich empfehle dir, deine Bilder eine Woche oder zumindest 5 Tage vor der Eröffnung aufzuhĂ€ngen. So hast du noch ein wenig Puffer fĂŒr ungeplante Nacharbeiten. Manchmal bist du mit einem Druck nicht zufrieden, ein Rahmenglas geht kaputt oder du Ă€nderst spontan die Reihenfolge der Bilder. Wenn du das AufhĂ€ngen nur einen Tag vor der Eröffnung durchfĂŒhrst, dann hast du keine Zeit mehr fĂŒr Korrekturen. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass das fĂŒr viel Stress sorgen kann. Nimm dir also fĂŒr diesen Schritt genug Zeit.

Eine Leiter, Werkzeug und eine Wasserwaage sind natĂŒrlich hilfreich, genauso wie Putzmittel, um FingerabdrĂŒcke auf den fertig gehĂ€ngten Rahmen und GlĂ€sern zu entfernen. Es hat sich bewĂ€hrt, die Rahmen alle anhand eines Merkmals auszurichten.

Rahmen und Ausrichten vor einer Ausstellung - Bild von Anne Hornemann

Rahmen und Ausrichten vor einer Ausstellung – Bild von Anne Hornemann

Genauso empfehle ich dir, einen oder zwei Freunde zu fragen, ob sie dir behilflich sein können. Viele Arbeiten beim Bilder aufhÀngen machen sich einfach zu zweit besser.

Eröffnung – Die Vernissage

Die Eröffnung deiner Ausstellung ist dein großer Moment. Hoffentlich hat deine Pressearbeit gut funktioniert. FĂŒr die Vernissage kannst du optional Sekt oder kleine Snacks reichen, je nach Geldbeutel und Rahmenbedingungen. Vielleicht hast du noch einen Helfer an deiner Seite, der sich wĂ€hrend der Eröffnung um diese Dinge kĂŒmmern kann. Sei eine Stunde vorher in deinen AusstellungsrĂ€umen, so kannst du noch einmal letzte kleine Korrekturen an verrutschten Rahmen vornehmen.

Der Moment vor der Ausstellungseröffnung

Der Moment vor der Ausstellungseröffnung – Bild von Anne Hornemann

Normalerweise sagt man gemeinsam mit dem Inhaber oder Vertreter der RĂ€umlichkeiten ein paar Worte zur Ausstellung und eröffnet dann diese feierlich. Deshalb ist es hilfreich sich dazu vorher abzustimmen und sich ein paar Worte zu ĂŒberlegen, die man sagen möchte.

Bei der Eröffnung sind wahrscheinlich auch einige Journalisten anwesend. Nimm dir Zeit, um ihre Fragen zu beantworten und um das ein oder andere Bild fĂŒr die Zeitung zu machen.

Interview wÀhrend einer Ausstellungseröffnung

Interview wÀhrend einer Ausstellungseröffnung

Du kannst auch nach der Eröffnungsrede selbst noch einmal durch die Ausstellung fĂŒhren und zu den einzelnen Bildern etwas erzĂ€hlen. Auch wenn nicht, wirst du bestimmt mit vielen Menschen ins GesprĂ€ch kommen.

Die Eröffnung ist leider immer viel zu schnell vorbei. Wenn ich dir einen Rat geben kann: Genieße die Zeit und schau dir die Reaktionen der Menschen auf deine Bilder an. Sprich mit Ihnen ĂŒber deine Fotografie.

Ausstellungseröffnung in Bernburg - Bild von Anne Hornemann

Ausstellungseröffnung in Bernburg – Bild von Anne Hornemann

AbhÀngen & Verbesserung

Denk auch daran, dir nach der Ausstellung Zeit fĂŒr das AbhĂ€ngen der Bilder einzuplanen. Vielleicht ist es in diesem Zuge sinnvoll, dir Gedanken zu machen, was du bei der nĂ€chsten Ausstellung Ă€ndern wĂŒrdest. Mach dir ein paar Notizen dazu.

Von Ausstellung zu Ausstellung wirst du besser und findest deinen eigenen Weg, wie dir die DurchfĂŒhrung am besten gefĂ€llt.

15 Schritte als Checkliste

Das waren eine Menge Dinge, die es zu bedenken gilt. Damit du keinen davon vergisst, habe ich eine Checkliste mit 15 Punkten erstellt, die du bei deiner Ausstellung abhaken kannst:

  1. Ausstellungsort finden
  2. Erste Drucke parat haben
  3. Kontakt zum Inhaber aufnehmen
  4. RĂ€ume genau ansehen (Notizen!)
  5. Termin setzen
  6. Bilder zusammenstellen
  7. Infos zum Fotografen zusammenstellen
  8. Probedrucke anfertigen
  9. Ausstellungsdrucke anfertigen
  10. Optional: Ausstellungskatalog + Beschriftungsschildchen
  11. Rahmen & AufhÀngung kaufen
  12. Pressearbeit durchfĂŒhren
  13. Bilder aufhÀngen
  14. Ausstellungseröffnung
  15. AbhÀngen und verbessern

Diese Checkliste kannst du dir unter

https://www.matthiashaltenhof.de/wp-content/uploads/ausstellung-checkliste.pdf (PDF Datei, 124 KB)

herunterladen und ausdrucken, damit du nach und nach jeden Punkt abhaken kannst.

Ich hoffe mein Beitrag hilft dir bei deiner ersten eigenen Ausstellung. Wenn du Fragen hast, dann schreib mir einfach in die Kommentare. Du hast schon eigene Ausstellungen organisiert und hast Erfahrungen, die du gern hinzufĂŒgen möchtest? Auch darĂŒber freue ich mich sehr als Kommentar!

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16 Kommentare

  1. Nutzer Avatar
    Adam Grzelczyk

    Hey Matthias,
    ein wirklich guter Artikel mit einem echten Mehrwert! Besten Dank, die Arbeit hat sich gelohnt!
    Vielleicht wage ich mich, eine eigene Ausstellung zu starten:-)
    Beste GrĂŒĂŸe
    Adam (Grzelczyk)

  2. Nutzer Avatar
    ralf rainer kronemann-Beussel

    Ja.Wunderbar!
    Da sind eine Menge Sachen zu berĂŒcksichtigen.
    Danke fĂŒr die Tips.
    Ein roßes Problem besteht bei mir darin, das ich in Spanien lebe und mein Spanisch noch anfĂ€ngerhaft ist. die relevant fĂŒr Spanien sind?
    Z.b. Druckanbieter. Papier.
    Haben Sie auch Tips
    Ich hĂ€tte große Lust, dieses „Wagnis“ Ausstelleung einzugehen.

    In menschlicher Verbundenheit
    Rarakrobeu

    • Nutzer Avatar

      Hallo Rarakrobeu,

      freut mich, wenn es dir hilft. Ich kann aber mit keinen speziellen spanischen Druckkenntnissen aufwarten 🙂

      Liebe GrĂŒĂŸe,

      Matthias

  3. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias,
    wieder ein toller Artikel mit vielen wertvollen Hinweisen.
    Auch wenn ich aktuell noch keine öffentliche Ausstellung plane war das sehr interessant zu lesen.
    Was ich mir momentan vorstellen kann ist meine Bilder daheim „auszustellen“.
    So kann ich die Wirkung erst mal im kleinen ausprobieren.
    Bei dem Satz „Das Thema Drucke könnte ein eigener Artikel werden.“ möchte ich Dir unbedingt beipflichten.
    Das ist sicher auch ein Thema das viele hier interessiert.
    Beste GrĂŒĂŸe
    Lars

  4. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias,

    wie immer ein super und sehr hilfreicher Artikel. Ich denke schon lĂ€nger ĂŒber eine Ausstellung nach und dein Artikel hat mir sehr geholfen, mich auf das Wesentliche vorab zu konzentrieren.

    Gruss aus Leverkusen
    Rolf

  5. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias,

    dein Artikel finde ich sehr gut und kann auch alles so nachempfinden bzw. unterschreiben. ErgĂ€nzend fĂ€llt mir noch etwas dazu ein. Zum einen ist eine Absprache im Vorfeld zu Empfehlen, falls den ausgestellten Werken etwas zustĂ¶ĂŸt. Insbesondere Ausdrucke auf Fortex, meine bevorzugte Wahl, sind sehr kratzempfindlich. Da reicht es schon wenn man mit der Kleidung daran vorbeistreift (GedrĂ€nge) , sollten die Bilder in einem Gang hĂ€ngen. Im Nachhinein ist es schwer nachzuvollziehen wann und wer das Bild beschĂ€digt hat. ( war ja immer keiner *g*)

    lg Frank

  6. Nutzer Avatar
    Regi Richardet

    super artikel
    hast du noch einen tipp, wie du den Verkaufspreis des bildes bestimmst?
    besonders den aspekt „anteil Fotografen honorar“
    herzlichen dank
    regi

  7. Nutzer Avatar
    Ingo Krehl

    Danke fĂŒr den Beitrag.
    Zum Thema Ausdrucken:
    Schwarz/Weiß Motive, besonders wenn sie viel Schwarz enthalten sollten auf möglichst mattem Papier/Untergrund gedruckt werden und möglichst nicht hinter Glas gezeigt werden.
    Gerade bei dunklen Motiven stören die Reflexionen stark und machen aus einem satten Schwarz eher ein Dunkelgrau, Strukturen in den Tiefen gehen auch verloren.

    • Nutzer Avatar

      Hallo Ingo,

      gern 🙂 Danke dir fĂŒr den Hinweis. Das ist so einer der GrĂŒnde, wieso Antireflex- oder Museumsglas bei mir so weit vorn ist. Ohne Glas geht es natĂŒrlich auch, aber dann sind die Bilder nicht geschĂŒtzt.

      Liebe GrĂŒĂŸe,

      Matthias

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