Die 10 besten Bilder meiner Tour auf der deutschen Alpenstraße

Irgendwann im Frühling letzten Jahres bin ich per Zufall darauf gestoßen, dass es eine deutsche Alpenstraße gibt. Und sofort dachte ich mir: Die willst du mal fahren.

So plante ich die Tour für den September. Ich dachte mir, dass es zu dieser Zeit noch angenehm warm und die Sommerhitze schon vorbei ist.

Karte der deutschen Alpenstraße - Danke an den Bayerische Fernwege e.V. für die Nutzungsmöglichkeit - © Deutsche Alpenstraße

Karte der deutschen Alpenstraße – Danke an den Bayerische Fernwege e.V. für die Nutzungsmöglichkeit – © Deutsche Alpenstraße

Die deutsche Alpenstraße führt von Lindau am Bodensee bis nach Berchtesgaden. Natürlich gibt es kein richtig oder falsch herum, die Tour lässt sich in beide Richtungen fahren. Sie ist etwa 450 km lang und verläuft komplett auf mautfreien Bundesstraßen. Wie der Name schon sagt, bewegt man sich dabei entlang der Alpen auf der deutschen Seite.

An einem Freitag im besagten September fuhr ich mit dem Zug an den Bodensee. In Lindau hatte ich eine Übernachtung eingeplant, am Samstag früh sollte es losgehen. So hatte ich genug Zeit, mir diesen Ort anzuschauen. Ein Teil von Lindau liegt auf der gleichnamigen Insel im Bodensee, wo der Zug ankam und ich auch meine Unterkunft hatte. Nachdem ich mir die Altstadt angesehen hatte, erkor ich den Hafen für einige Fotos zur blauen Stunde aus.

Hafeneinfahrt von Lindau am Bodensee zur blauen Stunde

Hafeneinfahrt von Lindau am Bodensee zur blauen Stunde

Am nächsten Morgen ging es mit dem Bus zur Mietwagenstation, wo ich das Auto für die Tour abholen konnte. Theoretisch könnte man die 450 km an einem Tag fahren. Ich hatte mir 7 Tage dafür eingeplant und fuhr einfach los ohne konkreten Plan für den Ablauf. Ein paar Orte hatte ich im Hinterkopf, aber nur sehr grob. Die Straße ist gut ausgeschildert, sodass ich nur selten aufs Navi schauen musste.

Über den Daumen gepeilt wusste ich, dass 1-2 Stunden fahren pro Tag ausreichen würden. Ich buchte meine Unterkunft für den jeweiligen Tag meist immer erst Nachmittags, je nachdem wo ich gerade war. Dabei ging es aus Kostengründen auch mal nach Österreich rüber zum Übernachten. Nach dem Check-In in einem kleinen Ort bei Reutte fragte ich die Gastgeberin nach fotografisch lohnenswerten Orten. Sie gab mir den Tipp zum Plansee zu fahren. Diesen See hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm.

Goldene Stunde am Plansee

Goldene Stunde am Plansee

Blaue Stunde am Plansee

Blaue Stunde am Plansee

Auf meiner Tour fuhr ich selten länger als eine halbe Stunde. Oft schaute ich mir die Innenstädte von bestimmten Orten an, ging wandern oder fuhr mit den zahlreichen Seilbahnen. Ein Highlight dabei war natürlich auch der Eibsee und die Zugspitze. Von hier kannte ich schon das eine oder andere Foto. Die Szenerie ist wirklich beeindruckend, ich plante mir dafür zwei Übernachtungen in Garmisch-Partenkirchen ein. Auch wenn die Fahrt mit der Seilbahn auf die Zugspitze nicht gerade günstig ist, so kann ich sie doch empfehlen. Innerhalb von kurzer Zeit überwindet man fast 2000 Höhenmeter und findet sich oben im Sommer in einer kargen Mondlandschaft wieder. Fotografisch war es im Mittagslicht nicht so interessant hier, sodass ich den Sonnenuntergang eher am Eibsee unten plante.

Zugspitze und Eibsee nach Sonnenuntergang

Zugspitze und Eibsee nach Sonnenuntergang

Auch wenn der Eibsee und die Zugspitze spektakulär sind, so hinterließ diese Gegend doch gemischte Gefühle bei mir. Das liegt hauptsächlich daran, dass es hier touristisch total überlaufen ist. Riesengroße Parkplätze, Bustouren und viele viele Menschen. Dabei kommt nach meinem Empfinden der Naturschutz oft zu kurz. Wenn ich in die Natur fahre, dann auch auf der Suche nach Ruhe. So empfinde ich das Surren von Drohnen als sehr störend. Ein seltsames Phänomen sind auch die vielen Instagrammer, die alle das gleiche Foto von sich mit See und Zugspitze aufnehmen. Kreativität sieht anders aus.

Nach den besagten zwei Übernachtungen ging es weiter in Richtung Osten. Auch am Geroldsee machte ich Halt, allerdings passte das Licht nicht besonders gut. Nachdem ich mir die schöne Altstadt von Bad Tölz angeschaut hatte, fuhr ich auf der deutschen Alpenstraße wieder nach Süden und wählte eine Unterkunft am Sylvensteinsee für meine Übernachtung aus. Nach Sonnenuntergang war es dort sehr schön ruhig und ich konnte am See während der blauen Stunde fotografieren.

Das letzte Licht des Sonnenuntergangs über dem Sylvensteinsee.

Das letzte Licht des Sonnenuntergangs über dem Sylvensteinsee.

Ich fuhr bis zum Chiemsee weiter und setzte mit dem Boot zur Herreninsel über. Für September war es ungewöhnlich warm, sodass ein Spaziergang im dortigen Park gerade recht kam. Abends ging es zum Sonnenuntergang auf eine Alm am Adersberg in der Nähe vom Chiemsee. Ich war eigentlich zu spät dran, um dort hochzulaufen. Als ich nach einer Stunde vollkommen außer Atem oben ankam, zeigte sich dieses Schauspiel.

Sonnenuntergang am Adersberg in der Nähe vom Chiemsee.

Sonnenuntergang am Adersberg in der Nähe vom Chiemsee.

Über Reit im Winkl ging es weiter ins Berchtesgadener Land. Für mich ist dieser Teil der deutschen Alpenstraße auch der Schönste. Es wird noch einmal ein ganzes Stück steiler, bereits von der Straße aus genießt man tolle Ausblicke. Hier verbrachte ich noch zwei Übernachtungen in Bad Reichenhall und hatte somit genug Zeit für die Fotografie. In Schönau am Königssee ist natürlich auch viel los, aber ich finde es verläuft sich einigermaßen. Die Motive hier sind beeindruckend.

Am Königssee mit der kleinen Insel Christlieger und Licht wie gemacht für schwarz-weiß.

Am Königssee mit der kleinen Insel Christlieger und Licht wie gemacht für schwarz-weiß.

Königssee

Königssee

Ich war auch wieder zweimal am Hintersee, der unter Landschaftsfotografen und Instagrammern ebenfalls bekannt ist. Am ersten Abend hatte ich nicht so viel Glück mit dem Licht, aber dafür lohnte sich der zweite Abend.

Hochkalter und Rotpalfen am Hintersee im allerletzten Licht des Sonnenuntergangs

Hochkalter und Rotpalfen am Hintersee im allerletzten Licht des Sonnenuntergangs

Mond über dem Hintersee

Mond über dem Hintersee

Nach dieser letzten Übernachtung lieferte ich gut ausgeruht das Auto in Freilassing an der Mietwagenstation ab und nahm den Zug zurück nach Halle(Saale).

Rückblickend hatte ich zwar eine Kamera dabei, aber eigentlich sollte es gar keine Fototour im eigentlichen Sinne werden. Ich habe mich aber wieder ein Stück mehr kennengelernt. Wenn ich in der Natur und in solch beeindruckenden Landschaften unterwegs bin, dann schaue ich bereits tagsüber immer schon, wo ich zum Sonnenuntergang fotografieren könnte. Dieses Verhalten kann ich irgendwie nicht ablegen. Ich achte dann darauf, wann von wo das Licht kommt und welche Motive mich ansprechen. Also ist am Ende also doch irgendwie eine Fototour draus geworden.

Alle Bilder sind mit der Canon EOS 77D mit dem 18-55 mm Kitobjektiv entstanden. Als Stativ hatte ich das Manfrotto Befree dabei.

Ich hoffe, dir haben die Bilder gefallen, genau wie meine Zeilen dazu. Über Feedback in den Kommentaren freue ich mich immer.

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