Ein Wochenende mit der Nikon D7200 in der Sächsischen Schweiz und was ich daraus gelernt habe

Gerade bin ich von einem Wochenende mit der Nikon D7200 in der Sächsischen Schweiz zurückgekehrt. Was ich dabei gelernt habe, erzähle ich im heutigen Beitrag.

Wie es zu dem Nikon D7200 Test kam

Am Wochenende war ich mal wieder in der Sächsischen Schweiz. Ich hatte eine schöne Unterkunft unterhalb der Bastei und wollte noch ein paar Bilder mit der Laubfärbung einfangen. Dafür habe ich mir bei einem lokalen Fotoladen eine Nikon D7200 ausgeliehen. Wieso gerade diese Kamera? Du hast doch eine? Für mich ist der Dynamikumfang einer Kamera ein wichtiges Kriterium und hier hat Nikon aktuell die Nase vorn. Wenn ich mir auf DxOMark die getesteten Kameras nach Dynamikumfang sortieren lasse, sieht das Ergebnis so aus:

DxOMark - nach Landschaft sortiert

DxOMark – nach Landschaft sortiert

Ziemlich vielversprechend, nicht? Bevor man eine Kamera kauft, ist ein Test immer ratsam. Insofern war ich froh, dass ich mir in besagtem Fotoladen die Kamera ausleihen konnte. Als Vergleich: Meine Canon EOS 700D hat 11.3 Blenden Dynamikumfang, die Nikon D7200 14.6. Am Freitag schnell die wichtigsten Dinge im Handbuch angelesen und dann ging es Samstag zur Bastei hoch.

An diesem Tag war es ganztägig bewölkt. Das heißt: diffuses Licht. Um den besagten Dynamikumfang zu testen, sind das nicht die besten Voraussetzungen, denn bei diffusem Licht sind die Kontraste nicht besonders hoch. Mit diesen Bedingungen können so ziemlich alle Kameras gut umgehen.

Nikon D7200 Test - Lilienstein im Dunst

Lilienstein im Dunst

Es war auf jeden Fall schön, in der Natur draußen zu sein und noch ein paar Herbsteindrücke zu genießen. An einigen Stellen ist das Laub schon vom Baum gefallen, an anderen Stellen ist die Laubfärbung aber noch in vollem Gange.

Am Sonntag war Sonnenschein angesagt. Schon als morgens die Sonnenstrahlen langsam über die Wälder krochen, stand ich mit der Kamera am Fenster meiner Unterkunft. Szenen mit viel Licht und Schatten sind dann hinsichtlich des Dynamikumfangs schon interessanter. Von den ersten Aufnahmen war ich beeindruckt, denn es war kein Ausfressen der Lichter am Display zu sehen. Und in den Schatten noch gut Zeichnung. Schick!

Lilienstein bei Sonnenaufgang

Lilienstein bei Sonnenaufgang

Nach dem Frühstück ging es in die hintere Sächsische Schweiz auf den Kuhstall. Einige wenige Wölkchen am Himmel luden dazu ein, die Herbstsonne zu genießen. Die Aussicht von dort oben ist immer wieder beeindruckend.

Auch hier ließ sich die Nikon D7200 nicht lumpen: Fast alle Szenen, sogar mit Gegenlicht, hatten in allen Bereichen des Bildes Zeichnung. Bravo!

Blick in die hintere Sächsische Schweiz am Schneiderloch

Blick in die hintere Sächsische Schweiz am Schneiderloch

Das 18-105mm Kit-Objektiv der D7200 – ich bin entsetzt

Als ich mir die Bilder am Abend am Rechner angesehen habe, war das Ergebnis etwas ernüchternd. Der Dynamikumfang der Bilder ist gut, ohne Frage. Ich hatte beim Ausleihen das Kit Objektiv 18-105mm dazu genommen. Die Bildqualität in den Ecken bei 18mm hat mich geschockt.

linke untere Ecke des 18-105mm

linke untere Ecke des 18-105mm

Wieso packt Nikon solche miserablen Kitobjektive zu ihren sonst guten Kameras? Die D7200 gibt es aber nur den Suppenzooms 18-140, 18-105 und 18-300. Bei diesen Brennweitenspannen ist absehbar, dass die Bildqualität nicht gut ist. Ich würde mir als Kit-Objektiv ein simples 18-55mm wünschen, was dann aber scharf ist. Wenn du also vor hast, eine D7200 zu kaufen, dann nimm lieber nur das Gehäuse und separat ein gutes Objektiv dazu.

Was ich gelernt habe – Licht ist alles

Die wichtigste Lektion an diesem Wochenende aber kam erst, als ich am Rechner alle Bilder angeschau und aussortiert habe. Da blieben nämlich nicht mehr viele übrig. Ich war zu Zeiten fotografieren, an denen das Licht nicht besonders schön ist. Landschaftsfotografie bedeutet eben auch: früh aufstehen. Was habe ich gelernt?

Licht bedeutet in der Landschaftsfotografie alles.

Du kannst die beste Kamera der Welt haben. Wenn das Licht schlecht ist, dann bedeutet diese Kamera gar nichts.

Eine gute Kamera und ein gutes Objektiv können zwar bezüglich Bildqualität oder nötiger Nachbearbeitung an den einen oder anderen Stellen helfen, aber machen nur einen relativ kleinen Teil aus.

Die Kamera, die du aktuell hast, kann wahrscheinlich alles, was du brauchst.

Als Landschaftsfotograf ist es absolut essentiell, bei gutem Licht draußen zu sein.

Wenn du ein Bild wirklich machen willst, weil das Licht grad der Knaller ist, wirst du einen Weg finden, es mit deinem aktuellen Equipment zu machen.

Update – Vergleichsbilder von Nikon D7200 und Canon EOS 700D

Nachdem der Artikel live ging, haben einige Leser Interesse an Vergleichsbildern zwischen D7200 und 700D bekundet. Natürlich hatte ich ohnehin für mich selbst welche gemacht.

Es handelt sich um 4 Bilder, die mit beiden Kameras mit fast den gleichen Einstellungen gemacht wurden. Die Bilder habe ich aus der Hand fotografiert, sind also nicht 100 % deckungsgleich. Für einen Vergleich der Bildqualität reicht es aber allemal aus. An der Nikon D7200 kam das Nikkor 18-105 VR zum Einsatz, an der Canon EOS 700D das EF-S 18-55mm STM.

Nikon D7200 vs Canon EOS 700D - Vorschaubilder

Nikon D7200 vs Canon EOS 700D – Vorschaubilder

Mein eigenes Fazit zu diesen Vergleichsbildern:

  • Das Canon Kit Objektiv ist in Sachen Schärfe wesentlich besser
  • Das Nikon Kit Objektiv hat weniger CAs
  • Im Dynamikumfang sieht man kaum Unterschiede
  • Die D7200 hat ein besseres Rauschverhalten

Trotzdem würde ich sagen: Bilde dir lieber selbst ein Urteil. Ich habe die RAW Dateien hier hochgeladen:

https://www.matthiashaltenhof.de/wp-content/uploads/d7200-700d-raws.zip

Frohes Pixel-Peeping damit 🙂

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12 Kommentare

  1. Nutzer Avatar
    Rainer Hruschka

    Hallo Matthias, das zweite Bild finde ich im Ganzen völlig unscharf, deshalb verstehe ich deine Argumentation überhaupt nicht!
    Gruß
    Rainer

  2. Nutzer Avatar

    Du solltest diese Kamera mal mit Sigma 18-35mm Art und mit Nikkor 16-80mm VR testen. Die Schärfe – gerade auch am Bildrand – ist um Welten besser. Bei Gegenlicht ist das Nikkor 16-80 unglaublich, fast jedes Bild ohne Lens-Flare. Das Sigma ist noch einen kleinen Tick schärfer und hat bei Blende 1.8 ein noch weicheres Bokeh. Auf jeden Fall ist die Nikon D7200 eine fähige Kamera, die bei niedrigen ISO-Einstellungen einen beeindruckenden Schärfe- und Dynamikeindruck liefert.

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