Canon Teleobjektiv: Meine aktuellen Empfehlungen [2018]

Häufig erreicht mich per E-Mail die Anfrage, welches Teleobjektiv ich für eine Canon Kamera empfehlen würde. Daher gibt es heute einen Guide dazu.

Ich habe den Artikel mit ein paar Bildern von mir gespickt, die mit Teleobjektiven entstanden sind. Die meisten davon sind mit einer Canon EOS 700D aufgenommen.

Worauf solltest du beim Kauf eines Canon Teleobjektivs achten?

In den folgenden Absätzen erläutere ich, worauf ich beim Kauf eines Teleobjektivs achte. Die Reihenfolge der Punkte hat keine besondere Bedeutung.

Schärfe – das oberste Kriterium

Die Schärfe eines Objektives ist in vielen Fällen der wichtigste Punkt, auf den ich schaue. Viele andere Defizite lassen sich in der Nachbearbeitung lösen, aber die Schärfe nicht.

Das Canon Teleobjektiv EF-S 55-250 STM im Einsatz an der Teufelsmauer bei Thale

Das Canon Teleobjektiv EF-S 55-250 STM im Einsatz an der Teufelsmauer bei Thale

Festbrennweite oder Zoomobjektiv

Grundsätzlich sind Festbrennweiten oft schärfer als Zoomobjektive. Das hängt damit zusammen, dass sich bei einem Zoomobjektiv für die Zoomfunktion verschiedene Linsen im Objektiv exakt verschieben müssen. Das ist für die Hersteller wesentlich schwerer zu konstruieren als eine Festbrennweite, bei der der Abstand zwischen den internen Linsen fest vorgegeben ist.

Festbrennweiten sind dazu meist lichtstärker als Zoomobjektive. Das bedeutet, dass sie mehr Licht in die Kamera lassen. Die Blende lässt sich weiter öffnen. Beispielsweise gibt es Zoomobjektive mit einer Blende von 2.8, was schon sehr gut ist. Dagegen gibt es aber Festbrennweiten mit einer Blende von 2.0, was eben noch eine volle Blende besser ist.

Trotzdem gibt es natürlich dank moderner Technik sehr gute Zoomobjektive im Telebereich. Aus meinem Freundeskreis weiß ich, dass dort einige Vogelfotografen fast nur mit Festbrennweiten arbeiten. Generell würde ich aber Zoomobjektive empfehlen, weil du damit einfach wesentlich flexibler bist.

Chromatische Aberration – Farbverschiebungen

Bei den chromatischen Aberrationen handelt es sich um Farbverschiebungen innerhalb des Objektives. Diese lassen sich aber in der Nachbearbeitung relativ einfach korrigieren und sind somit kein Entscheidungskriterium für mich.

Sonnenaufgang über dem Nebel an der Bastei

Sonnenaufgang über dem Nebel an der Bastei

Farben und Kontrast

Ebenso verhält es sich mit Farben und Kontrast. Bei teureren Objektiven kommt direkt aus der Kamera ein gutes Bild mit angenehmen Farben und Kontrast – ohne Nachbearbeitung. Da ich jedoch so gut wie immer RAW fotografiere, muss ich meine Bilder ohnehin nachbearbeiten. Dabei passe ich dann Farben und Kontrast an.

Lohnt es sich, ein Canon Teleobjektiv mit Bildstabilisator zu nehmen?

Im Bereich der Teleobjektive würde ich immer einen Bildstabilisator empfehlen. Mit einem Teleobjektiv verwackelst du dein Bild eher als mit einem Weitwinkelobjektiv. Besonders, wenn du nicht immer ein Stativ dabei hast, ist ein Bildstabilisator sehr sinnvoll. Damit sicherst du dir einfach deine Bildqualität.

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Lichtstärke – was brauchst du?

Wie oben schon beschrieben gibt es natürlich auch bei den Teleobjektiven unterschiedliche Lichtstärken. Für Portraitfotografen kann es entscheidend sein, ob das Objektiv eine Anfangsblende von 2.0 oder 2.8 hat. Je nach Anwendungsbereich solltest du also auf diesen Punkt achten. Mir persönlich ist jedoch wichtiger, dass das Objektiv einen Bildstabilisator mitbringt.

Soll ich ein Canon Objektiv wählen oder sind die anderen Hersteller auch gut?

Das ist eine Glaubensfrage. Nach meiner Erfahrung gibt es bei den anderen Herstellern mehr Serienstreuung als bei Canon direkt. Das bedeutet, dass du dort ein gutes oder auch ein weniger gutes Exemplar erwischen kannst. Bei Canon habe ich bisher selten daneben gegriffen.

Festung Königsstein mit Nebel im Tal

Festung Königsstein mit Nebel im Tal

Anwendungsbereiche für Teleobjektive

Teleobjektive sind immer dann gefragt, wenn du dich deinem Motiv nicht nähern kannst oder willst. Sie kommen hauptsächlich in den drei folgenden Bereichen zum Einsatz:

In der Sportfotografie kannst du das Geschehen mit einem Teleobjektiv auch vom Spielfeldrand aus einfangen.

Das Tele kommt ebenfalls besonders in der Tierfotografie zum Einsatz. Ob Zoo oder Wildnis, den meisten Tieren kannst du dich nicht nähern.

Der dritte Bereich ist die Portraitfotografie. Teleobjektive werden hier gern genutzt, damit der Hintergrund des Models unscharf wird. So lässt sich eine ganz eigene Bildsprache erzeugen.

Meine Empfehlungen für ein Canon Teleobjektiv

Teleobjektiv für Canon Crop Kameras

Canon EF-S 55-250mm f4-5.6 IS STM

Canon EF-S 55-250mm f4-5.6 IS STM

Zu den Crop Kameras bei Canon zählen EOS 1200D, 1300D, 100D, 200D, 300D, 350D, 400D, 450D, 500D, 550D, 600D, 650D, 700D, 750D, 760D, 800D, 10D, 20D, 30D, 40D, 50D, 60D, 70D, 77D, 80D, 7D und 7D Mark II.

Für Canon Crop Kameras empfehle ich das Canon EF-S 55-250mm f/4-5.6 IS STM. Es ist scharf, hat einen Bildstabilisator und ist obendrein noch echt günstig. Außerdem ist echt angenehm klein und leicht.

Noch mehr Infos zu diesem Objektiv findest du in meinem detaillierten Canon EF-S 55-250mm f/4-5.6 IS STM Test.

Teleobjektiv für Canon Vollformat Kameras

Zu den Vollformat Kameras bei Canon zählen die EOS 6D, 6D Mark II, 5D, 5D Mark II, 5D Mark III, 5D Mark IV, 5DS, 5DS R, 1D, 1D Mark II, 1D Mark II, 1D Mark IV, 1DX, 1DX Mark II und die 1D C.

Canon EF 70-200 mm 1:2,8 L IS II USM

Canon EF 70-200 mm 1:2,8 L IS II USM

Für eine Vollformat Kamera wird die Auswahl schon schwieriger. Hier kommt es natürlich wie immer auf den Geldbeutel an. Wenn dir Lichtstärke nicht ganz so wichtig ist, dann empfehle ich das Canon EF 70-200mm f/4L IS USM. Es zählt zu den schärfsten Zoomobjektiven auf dem Markt. Möchtest du mehr Lichtstärke, dann empfehle ich dir das Canon EF 70-200mm f/2.8L IS II USM. Beides sind High End Objektive, die auch ihren Preis haben.

Das Einsteigerobjektiv in die Tierfotografie ist das Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS II USM. Der Zoombereich ist noch etwas größer, sodass du auch weit entfernte Tiere einfangen kannst.

Alle Vollformat Objektive lassen sich natürlich auch an Crop Kameras nutzen.

Tipp: Streulichtblende dazu kaufen

Wie bei allen Objektiven empfehle ich dir, eine Streulichtblende zu nutzen. Diese hilft gegen flaue Kontraste im Bild und schützt dein Objektiv obendrein noch. Bei einigen der empfohlenen Linsen ist die Streulichtblende beim Kauf bereits dabei.

Egal, für welches Teleobjektiv du dich am Ende entscheidest, du tauchst damit in eine ganz andere Welt der Fotografie ein, die viele neue Sichtweisen eröffnet!

Suchst du Empfehlungen und Tests zu anderen Canon Objektiven? Auf meiner Seite über Canon Objektive habe ich alle Artikel aufgelistet, die ich dazu geschrieben habe.

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16 Kommentare

  1. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias,
    danke für deine ausführlichen Informationen. Ich habe ein Sigma Zoom 18-250mm 1:3.5-6.3 DC Macro und Canon EF 50mm 1.8, Canon EF 24mm 2.8 STM für meine EOS 760D. Mit dem Sigma Zoom bin ich sehr zufrieden, der einzige Schwachpunkt ist, daß es relativ schwer ist und ein bißchen unhandlich. Deswegen fotografiere ich zur Zeit sehr gerne mit meinem 24mm, da ich zur Zeit viel Landschaft und Architektur fotografiere.
    Deine Beiträge finde ich immer sehr interessant und vielen Dank für deine überaus praktischen Fototips!
    Viele Grüße von Gisela

  2. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias,

    Dein link zum EF-S 55-250 führt zu einem Amazon Angebot welches etwas überteuert ist. Deshalb war ich auch verwirrt ob es einen Unterschied zu dem Objektiv in deinem EF-S 55-250 Test gibt (wo der Amazon link passt).
    Gruß
    Marco

        • Nutzer Avatar

          Wahnsinn… habe ich schon wieder verpeilt. Nun ist es wirklich korrigiert. Aber was ist mit der Amazon Suchfunktion los? Da ist nur die teure Version zu finden. Sehr sehr seltsam…

          Danke dir nochmal und Grüße,

          Matthias

  3. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias,
    Danke für die gute Beschreibung.
    Hast du für obiges 55-250er auch eine passende Streulichtblende, die du empfehlen kannst.
    Danke!

  4. Nutzer Avatar

    Hallo, ich habe eine Canon Eos 750D. Dies ist meine einstiegskamera. Ich habe mit 2 objektiven (brennweite 18-55 und Canon EF-S 55-250mm f/4-5.6 IS STM) begonnen um zu sehen, welche Bereiche der Fotografie etwas für mich sind.
    Ich habe nun festgestellt, dass ich am ehesten Wildtiere und Vögel (welche man am ehesten in der Dämmerung vorfindet)fotografieren möchte.
    Nun möchte ich mir ein „größeres“ Teleobjektiv zulegen. Am liebsten das Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS II USM.
    Leider ist das echt teuer und ich habe gelesen, dass der IS bei der 750D nicht funktioniert.
    Leider ist dieses Objektiv auch sehr sehr teuer und ich wollte mal fragen, ob du eine gute Alternative vorschlagen kannst. Und welche tipps es zur Dämmerung gibt.
    Gruß Aileen

    • Nutzer Avatar

      Hallo Aileen,

      für diese Art der Fotografie musst du mittelfristig schon tiefer in die Tasche greifen. Das 100-400 ist ja immer so die Einstiegslinse in die Tierfotografie. Dann stellen aber viele Fotografen fest, dass es doch noch mehr Brennweite sein könnte. Daher würde ich dir das Sigma 150-600mm empfehlen. Das kostet zwar auch ne Stange Geld, ist allerdings im Vergleich zu dem genannten Canon noch ein wenig günstiger. Zur Dämmerung habe ich mal diesen Artikel geschrieben:

      https://www.matthiashaltenhof.de/blog/phasen-der-daemmerung/

      Liebe Grüße,

      Matthias

  5. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias,

    Ich fotografiere hobbymäßig mit zunehmendem Spaß- bisher alles, was mir vor die Linse kommt. Mit meiner Canon EOS 550D. Vorhin habe ich -leider in großer Eile- in einem Elektromarkt ein Teleobjektiv entdeckt, und zwar ein Tamron 70-300 mit Makrofunktion. Leider war kein Verkäufer in der Nähe, der mir hätte sagen können, ob das besagte Objektiv als eventueller Allrounder (für Natur, Porträts und am besten auch Konzerte) mit meiner Kamera kompatibel wäre und was ich hierfür zu investieren hätte. Könntest Du mir hierzu weiterführende Tipps geben? Vielen Dank und schönen Gruß,

    Christian

  6. Nutzer Avatar

    Hallo,

    seit kurzer Zeit verfolge ich die Beiträge auf Ihrer Seite. Den Newsletter habe ich abboniert.

    Die Empfehlungen 55-250 finde ich gewagt.
    Canon verabsäumt es, für Cropkameras passende Gläser zu bauen. Ich bin eh froh, daß Sie nicht das 18-55/finster auf der Liste haben. Selber arbeite ich mit Sigma und einem Vollformatzoom (Tamron 70-200), da die Canonscherben, die um die 200 mm zoomen, unbrauchbar sind.
    Lichtstärke ist nunmal Lichtstärke. Bessere Verarbeitung, am Objektiv fährt der Tubus nicht aus, IF, Vergütung, CR…

    Statt der Canonscherben, würde ich eine Bridge- oder Kompaktkamera verwenden. Die hat noch einige Features parat, welche man bei Canon DSLRs vergeblich sucht.

    P

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