Buchempfehlung: Analog fotografieren und entwickeln

Kürzlich habe ich das Buch “Analog fotografieren und entwicken” von Marc Stache gelesen. Heute möchte ich davon berichten.

Buchrezension: Marc Stache: Analog fotografieren und entwickeln

Buchrezension: Marc Stache: Analog fotografieren und entwickeln

Vor ein paar Wochen bekam ich vom mitp Verlag die Anfrage, ob ich einige Bücher aus ihrem Fotografie-Sortiment lesen möchte. Ich bin immer auf der Suche nach Weiterbildung, insofern habe ich gern zugesagt. Wie immer, wenn ich Dinge kostenfrei bekomme, bilde ich mir unabhängig davon meine eigene Meinung, die auch mal negativ ausfallen kann. Eins kann ich aber schon vorwegnehmen: Dieses Buch finde ich sehr gelungen.

Ich habe schon seit längerer Zeit im Kopf, mich mit Filmfotografie zu beschäftigen – im Prinzip seit dem Buch von Olivier du Tré. Insofern passte das Buch von Marc Stache gut zu meinem Plan. Die Idee war, mit Film zu fotografieren, meine Bilder selbst zu entwickeln und danach zu scannen.

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Ich habe ein klein wenig Vorwissen im Bereich Analogfotografie. Bisher habe ich ca. 10 Filme fotografiert, allerdings liegt das gut und gerne 10 Jahre zurück. Und vor einem halben Jahr habe ich einen Workshop zur Filmentwicklung hier in Halle im Eigenbaukombinat mitgemacht. Nun aber zum Buch:

Wie ist das Buch aufgebaut?

Das Buch “Analog fotografieren und entwickeln” von Marc Stache ist in folgende Kapitel gegliedert:

  1. Schwarz-Weiß-Film-Grundlagen
  2. Der “richtige” Schwarz-Weiß-Film
  3. Fotografieren mit Film
  4. Die eigene Dunkelkammer
  5. Filmentwicklung
  6. Fotopapier
  7. Abzüge auf Fotopapier – Grundlagen
  8. Abzüge auf Fotopapier – Praxis
  9. Bildretusche
  10. Digitale Daten für die analoge Dunkelkammer
  11. Archivierung und Präsentation
  12. Vermeidung von Staub und Verunreinigungen
  13. Sicherheit und Umweltschutz
  14. Häufige Fehler
  15. Adressen und Links
  16. Checkliste “Erstausstattung”
  17. Danksagung

Das hört sich erst einmal sehr umfangreich an. Aber das Buch erschlägt einen nicht. Auch deshalb, weil es an den richtigen Stellen gut bebildert ist. Es bringt einem das nötige Wissen bei, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Darüber hinaus finden sich immer mal wieder inspirierende Bilder des Autors.

Filme

Filme

Was hat mir an diesem Buch gefallen?

Mein Plan war es, mit einer Mittelformatkamera Schwarz-Weiß zu fotografieren. Insofern war ich froh zu lesen, wie sehr sich das Buch auf Schwarz-Weiß-Film konzentriert. Nach den ersten Grundlagen geht Marc Stache auf die unterschiedlichen Filmtypen ein, was ich sehr gut finde. Auch wenn die Auswahl an Filmen auf dem Markt heute nicht mehr unüberschaubar ist, so ist es doch ein guter Anhaltspunkt für eine erste Einschätzung der persönlichen Vorlieben.

Themen wie den Film einlegen und entnehmen sind sehr gut bebildert und für Kleinbild und Mittelformat erklärt. Das hat mir wirklich geholfen. Genau wie die Erklärungen zur Lichtmessung. Um in die analoge Fotografie einzusteigen, ist es definitiv hilfreich, Themen wie Blende, Zeit und ISO bereits verinnerlicht zu haben.

Film einlegen bei einer Kleinbildkamera

Film einlegen bei einer Kleinbildkamera

Sehr hilfreich für mich war der Abschnitt zur Filmentwicklung. Hier gibt es nicht nur das Standardschulprogramm, sondern immer wieder Tipps und Tricks aus der Praxis.

Sehr gut fand ich ebenfalls, dass der Autor in einem gesonderten Kapitel noch einmal auf das Thema Umweltschutz eingeht. Eine Dunkelkammer ist am Ende ein Chemielabor, dementsprechend sollte auch mit den verwendeten Materialien umgegangen werden. Deshalb kann ich nur positiv hervorheben, dass Marc Stache auf den verantwortungsvollen Umgang mit dem Equipment hinweist.

Film entwickeln

Film entwickeln

Wer nach der Lektüre mit der analogen Fotografie starten will, bekommt zum Schluss eine Checkliste für die Erstausstattung an die Hand gegeben.

Deshalb mag ich dieses Buch besonders

Manche Autoren, die primär analog fotografieren, haben eine gewisse – nennen wir es mal – Arroganz gegenüber der Digitalfotografie. “Analog fotografieren und entwickeln” liest sich diesbezüglich sehr neutral. Gleich zu Beginn erklärt Marc Stache, dass sowohl Analog als auch Digital jeweils Vorzüge und Nachteile haben. Keines von Beidem ist schlechter oder besser, beide Formen haben ihre Daseinsberechtigung.

Umgang mit dem Tank

Umgang mit dem Tank

Insgesamt liest sich das Buch sehr locker, ich hatte es in zwei Tagen durchgelesen.

Was ich großartig finde ist, wie viel Liebe und schöne Momente beim Lesen zu erkennen sind. Man merkt, wie sehr der Autor mit der analogen Fotografie verbunden ist. Die kleinen und persönlichen Geschichten haben mich immer wieder schmunzeln lassen.

Checkliste Erstaustattung

Checkliste Erstaustattung

Mein Fazit zu “Analog fotografieren und entwickeln”

Ich kann dieses Buch von Marc Stache vorbehaltlos empfehlen. Wenn du vor hast, dich mit Schwarz-Weiß-Filmfotografie zu beschäftigen, dann lernst du damit auf angenehme Art und Weise alle nötigen Schritte. Es hat mir geholfen, auf Anhieb meinen ersten Mittelformatfilm problemlos selbst zu entwickeln.

Marc Stache: Analog fotografieren und entwickeln

Marc Stache: Analog fotografieren und entwickeln

6 Kommentare

  1. Nutzer Avatar
    Johann G.

    Hallo Matthias,
    schön, dass das Thema Analog- Fotografie noch nicht ausgestorben ist. In meiner Ausbildung haben wir analog fotografiert und entwickelt. (SW)
    Heute würde ich eher nur den Film entwickeln lassen und dann scannen. Die Negative sind erstaunlich haltbar. (Und im RAW Format 😉 )

  2. Nutzer Avatar
    Uli Wirth

    Hallo Matthias,
    ich beziehe regelmäßig Deine Mails und finde sie klasse. Es sind viele Tips und Anregungen darin.
    Das empfohlene analoge Buch habe ich mir gesorgt, da ich Analog-Wiedereinsteiger bin, mit einer schnuckeligen Schwedin fotografiere und die Filme in Caffenol entwickele. Es ist eins der besten Bücher, das mir bis jetzt in die Hände gefallen ist.
    Analogen Gruß aus dem Ruhrgebiet von uwi

  3. Nutzer Avatar
    Dieter Fröhling

    Hab das Werk auch und kann so sagen ein „klassisches“ Lehrbuch so „um dreißig Jahre“ später macht Sinn. Wie Du schon schriebst, ist das Buch vor allem ein Arbeitsbuch. Wie sehen die Prozesse aus und was braucht man.
    Ich nur das Buch, den Rest hatte ich schon. Seit den Achtzigern 🙂

    Auch die Filmbesprechung ist immer noch aktuell, das allermeiste ist am Markt, wobei produktionsbedingt manches mal nicht zu kaufen ist. Nächstes Quartal 🙂

    So eine schnuckelige Schwedin hab ich jetzt auch und Wechselmagazine machen doch Sinn. Mal eben die ISO wechseln…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.