Beugungsunschärfe РWieso du nicht mehr als Blende 8 nutzen solltest

Objektive werden schärfer, je weiter du die Blende schließt. Es gibt aber einen Grund, wieso du nicht mehr als Blende 8 nutzen solltest: die Beugungsunschärfe.

Beugungsunschärfe anhand einer Blendenreihe

Beugungsunsch√§rfe anhand einer Blendenreihe (klick f√ľr gr√∂√üere Ansicht)

Beugungsunschärfe Definition

Die Beugungsunsch√§rfe ist ein optischer Effekt, der unter anderem in der Fotografie auftritt. Er sorgt daf√ľr, dass dein Bild, je weiter du die Blende schlie√üt, ab einem bestimmten Punkt wieder unsch√§rfer wird.

Wie kommt es dazu?

Um die Beugungsunschärfe genauer zu erklären, muss ich etwas weiter ausholen. Sicherlich kennst du die Redewendung, dass ein Objektiv etwas abgeblendet werden muss, damit du die optimale Schärfe herausholen kannst. Das bedeutet, dass du mit einem Objektiv, was eine Anfangsblende von 1.8 hat, die besten Ergebnisse erzielst, wenn du nicht mit ganz geöffneter Blende fotografierst.

Aber warum ist das so? Die Gläser der Objektive haben fertigungsbedingt fast immer in der Mitte eine bessere Qualität als an den Rändern. Wenn du mit offener Blende fotografierst, dann nutzt du annähernd das ganze Glas aus.

Ausleuchtungskreis eines Vollformat Objektivs mit Sensorgrößen

Ausleuchtungskreis eines Vollformat Objektivs mit Sensorgrößen

Wenn du die Blende etwas schließt, dann fallen die Lichtstrahlen nicht mehr durch die äußeren Ränder, sondern mehr durch die Mitte der Objektivgläser. Du schneidest sozusagen den schlechten Teil weg und nutzt durch eine geschlossenere Blende den guten Teil der Gläser.

So liefert ein 50mm F1.8 Objektiv beispielsweise mehr Schärfe bei Blende 2.8 oder Blende 4, als bei offener 1.8er Blende.

Canon EF 50mm 1.8 STM MTF Sch√§rfekurve - Danke an die Kollegen von OpticalLimits f√ľr die Grafik

Canon EF 50mm 1.8 STM MTF Sch√§rfekurve – Danke an die Kollegen von OpticalLimits f√ľr die Grafik

Wieso es nicht funktioniert, die Blende so weit wie möglich zu schließen

Newsletter Aufmacher 1 - E-BookWahrscheinlich möchtest du aus deinen Objektiven die maximale Schärfe herausholen. Gehen wir mal davon aus, dass du nicht gerade auf die Unschärfe im Hintergrund bei Portraitaufnahmen aus bist. Du möchtest ein Bild machen, bei dem alles scharf ist Рbeispielsweise eine Landschaftsaufnahme. Hier möchtest du also aus deinem Equipment die maximale Schärfentiefe herausholen.

Mit dem Wissen, dass deine Objektive in der Mitte schärfer sind, könntest du nun bei deinen Landschaftsfotos immer die Blende so weit wie möglich schließen, um die maximale Bildqualität herauszuholen Рalso Blendenzahl 16 oder 22. Bis hierhin richtig gedacht, nur kommt jetzt die Beugungsunschärfe ins Spiel.

Je mehr du deine Blende schließt, umso kleiner ist das Loch, durch das Lichtstrahlen zum Sensor fallen.

Blende 4.0 bei einem Canon 50 mm 1.8 STM Objektiv

Blende 4.0 bei einem Canon 50mm 1.8 STM Objektiv

Bei weiter Blendenöffnung haben die Lichtstrahlen noch viel Platz. An den Kanten der Blende werden die Lichtstrahlen jedoch gebeugt. Daher kommt eben auch der Name Beugungsunschärfe. Durch die Beugung tritt Unschärfe auf, weil das Licht auf dem Sensor nicht mehr als Punkt ankommt, sondern ab der Blende als Kegel verläuft und damit als Fläche am Sensor auftrifft.

Die Blende weiter zu schließen wird auch abblenden genannt. Je weiter du die Blende schließt, umso kleiner wird das Loch und umso mehr Lichtstrahlen werden auch gebeugt. Alle Lichtstrahlen, die nun zu deinem Sensor fallen, werden dann gebeugt und somit ist dein Bild unscharf.

Die Beugungsunschärfe tritt erst ab einer bestimmten Blende auf, die abhängig von Sensorgröße und Anzahl der Megapixel ist. Es spielt also auch eine Rolle, ob du eine APS-C oder Vollformat Kamera hast.

Die Beugungsunsch√§rfe ist √ľbrigens der Grund, wieso manche Fotografen Focus Stacking einsetzen, statt die Blende einfach nur weiter zu schlie√üen. Focus Stacking ist ein Vorgehen, bei dem mehrere Bilder mit unterschiedlichem Fokus aufgenommen werden, die dann in der Nachbearbeitung zu einem Bild kombiniert werden.

In welchen fotografischen Bereichen ist die Beugungsunschärfe relevant?

Beugungsunschärfe ist immer dann ein Thema, wenn du vom Stativ aus fotografierst und eine möglichst große Tiefenschärfe im Bild haben willst. Das trifft also in erster Linie auf die Bereiche Makro, Landschaft und Architektur zu.

Das Bodetal im Fr√ľhling

Bodetal 3

Ist Beugungsunschärfe von der Brennweite abhängig?

Prinzipiell spielt nur eine Rolle, ob das Licht als Punkt oder als Fläche am Sensor ankommt. Der bei der Beugungsunschärfe entstehende Kegel zwischen Blende und Sensor hat je nach Brennweite eine andere Größe, aber nur die Fläche am Sensor ist ausschlaggebend. Wenn wir mal vom gleichen Sensor ausgehen, so beginnt die Beugungsunschärfe beispielhaft bei einem Sensor ab Blende 9, unabhängig ob 16 mm oder 200 mm Objektiv. Somit ist Beugungsunschärfe nicht von der Brennweite abhängig.

Dieser Aspekt ist je nach Fotomotiv interessant. Wenn du mit einem Weitwinkel Landschaften fotografierst, dann erreichst du bereits durch moderates Abblenden eine gro√ü Sch√§rfentiefe. Makrofotografen hingegen arbeiten beispielsweise mit einer Brennweite um die 100 mm. Nicht nur, dass sich das Motiv viel n√§her an der Kamera befindet, auch durch die Brennweite ist die Tiefensch√§rfe wesentlich kleiner. Eine gr√∂√üere Sch√§rfentiefe als bei Blendenzahl 2.8 ist hier so gut wie immer gew√ľnscht. Eben wegen der Beugungsunsch√§rfe ist deshalb wie oben bereits erw√§hnt Focus Stacking eine Option.

Warum Beugungsunschärfe von der Anzahl der Megapixel abhängig ist

Newsletter Aufmacher 4 - Fotoausr√ľstungStell dir einen Sensor vor, der die Abmessungen 35 mm x 24 mm hat. Das ist ein Vollformat Sensor. Meine erste Vollformat Kamera, die Canon EOS 5D, hatte 12 Megapixel. Eine heutige Canon EOS 5DS R hat 50 Megapixel. Der Sensor ist aber genauso gro√ü geblieben. Somit sind auf der gleichen Fl√§che mehr Megapixel zu finden.

Wenn das Licht nun nicht als Punkt, sondern wegen der Beugungsunschärfe als Fläche ankommt, dann spielt es eine Rolle, wie groß die einzelnen Pixel sind. Ist der Pixel größer, so tritt Beugungsunschärfe nicht so schnell auf, also erst bei noch weiter geschlossener Blende. Bei mehr Megapixeln haben die einzelnen Pixel eine kleinere Fläche, somit tritt der Effekt schon bei einer etwas weiter geöffneten Blende auf. Ich bin deshalb gar nicht so begeistert vom Megapixel-Rennen der Kamerahersteller.

Soweit zur Theorie, nun zeige ich dir, wie du damit in der Praxis umgehen kannst.

So kannst du selbst berechnen, ab wann die Beugungsunschärfe bei deiner Kamera auftritt

Mit dem folgenden Rechner kannst du selbst berechnen, ab wann Beugungsunsch√§rfe bei deiner Kamera auftritt. Der Rechner ist zwar in englisch, aber trotzdem verst√§ndlich. Du musst nur deine Kamera ausw√§hlen, die Megapixel Anzahl eingeben und dann bei ‚ÄúDiffraction May Become Visible‚ÄĚ schauen. Dieser Wert gibt an, ab wann die Beugungsunsch√§rfe sichtbar wird. Der Wert in der ersten Tabelle gibt die Bildschirmansicht an, in der zweiten Tabelle steht der Wert f√ľr den Druck. Wenn deine Kamera nicht in der Liste dabei ist, so kannst du deine Kameraserie ausw√§hlen. Hier geht es nur darum, welche Gr√∂√üe der Sensor hat.

Bei Bedarf kannst du oben noch mit ‚ÄúAperture‚ÄĚ die Blende eingeben, die du nutzen willst und dann unter ‚ÄúDiffraction Limited for f/xx‚ÄĚ sehen, ob bei der ausgew√§hlten Blende schon Beugungsunsch√§rfe auftritt.

Beugungsunschärfe Tabelle gängiger Kameras

Mit dem Rechner kannst du f√ľr jede Kamera den Wert berechnen. Ich habe mal f√ľr einige der g√§ngigsten Kameras beispielhaft berechnet, ab wann der Effekt der Beugungsunsch√§rfe auftritt:

KameraBeugungsunschärfe sichtbar ab Blende
Canon EOS 700D9.0
Canon EOS 750D7.1
Canon EOS 800D7.1
Canon EOS 60D9.0
Canon EOS 70D8.0
Canon EOS 77D7.1
Canon EOS 80D7.1
Canon EOS 7D9.0
Canon EOS 7D Mark II8.0
Canon EOS 6D12.7
Canon EOS 6D Mark II11
Canon EOS 5D Mark III12.7
Canon EOS 5D Mark IV10
Canon EOS 5Ds R8.0
Nikon D34008.0
Nikon D53008.0
Nikon D55008.0
Nikon D56008.0
Nikon D72008.0
Nikon D75009.0
Nikon D60011
Nikon D70016
Nikon D75011
Nikon D8009.5
Nikon D8109.5
Nikon D8509.0
Pentax K-19.5
Sony Alpha 60008.0
Sony Alpha 63008.0
Sony Alpha 65008.0
Sony A7R9.5
Sony A7R II9.0
Sony A7R III9.0
Fujifilm X-E19.5
Fujifilm X-E29.5
Fujifilm X-E38.0
Fujifilm X-T19.5
Fujifilm X-T28.0
Fujifilm X-Pro9.5
Fujifilm X-Pro28.0
Fujifilm X10011
Fujifilm X100S9.5
Fujifilm X100T9.5
Fujifilm X100F8.0
Olympus E-M1 MARK II5.6
Olympus E-M5 MARK II6.3
Olympus E-M10 MARK II6.3
Olympus E-M10 MARK III6.3

Wenn du deine Kamera in dieser Tabelle nicht gefunden hast, dann nutze einfach den obigen Rechner. Es ist auf jeden Fall sehr hilfreich, diese Werte f√ľr deine Kamera zu kennen, um eine maximale Bildqualit√§t zu erreichen. So kannst du beispielsweise f√ľr Landschaftsaufnahmen die gr√∂√ütm√∂gliche Sch√§rfentiefe aus deiner Kamera herausholen, ohne dass die Beugung des Lichts an den Blendenlamellen auftritt. Wenn du noch mehr Tipps zum Thema Bildqualit√§t haben willst, dann kann ich dir mein E-Book f√ľr maximale Bildqualit√§t empfehlen.

Meine Empfehlung: Deine eigenen Objektive selbst testen

Neben dem Rechner und der Tabelle empfehle ich dir, deine Objektive einmal selbst auf Beugungsunsch√§rfe hin zu testen. Pack die Kamera mit einem deiner Objektive auf das Stativ und fotografiere das gleiche Motiv im AV Modus mit allen unterschiedlichen Blenden: 2.0, 2.8, 4.0, 5.6, 8.0, 11, 16, 22 usw. Am Rechner kannst du die Bilder nun in der 100 % Ansicht vergleichen. So siehst du genau, ab wann die Beugungsunsch√§rfe einsetzt. Nun wei√üt du, wie weit du die Blende bei zuk√ľnftigen Aufnahmen schlie√üen kannst, um die maximale Sch√§rfe aus deinen Objektiven herauszuholen.

Wie sind deine Erfahrungen mit Beugungsunsch√§rfe? Hast du den Wert f√ľr deine Kamera im Kopf oder pfeifst du eher auf diesen Effekt? Schreib mir in den Kommentaren!

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45 Kommentare

  1. Nutzer Avatar
    Martin Messmer

    Danke f√ľr den Bericht.
    F√ľrs Auge sichtbare Beugungsunsch√§rfe ist nur dann von den Pixeln abh√§ngig, wenn wir dies in der 100%-Ansicht begutachten. Ansonsten stimmen einige Gedanken hier gem√§√ü meinen umfangreichen Tests nicht.
    Es kann bis Blende 700*Zo abgeblendet werden (Zo = max. zul. Zerstreuungskreisdurchmesser) f√ľr maximale Sch√§rfentiefe, die Beugung mit ber√ľcksichtigt. Bei APS-C-Sensoren ist dies Blende 14, bei 1″ etwa 7.1 bis max. 8.
    Eine defokussierte Bildstelle wird mit Zerstreuungs-Beugungs-Optimum schärfstmöglich abgebildet bei
    k = f*Wurzel(750/w*|1/g-1/D|)
    f = Brennweite
    w = Wirkungsgrad des Beugungsscheibchens = ca. 0.75
    g = ca. Fokusdistanz
    D = Distanz Kamera – fokussierte Ebene
    Mein Rat also: ausprobieren, ab wann einen die Beugung tats√§chlich zu st√∂ren beginnt. Dann wird man durch die Praxis garantiert ent-schreckt ūüėČ
    Herzlich – Martin Messmer

  2. Nutzer Avatar

    Topp! Einen so einfachen Rechner f√ľr die Beugungsunsch√§rft habe ich lange gesucht aber nur umst√§ndliche und f√ľr mich unverst√§ndliche Formeln gefunden.
    Werde mich noch richtig auf den Seiten umsehen.
    Vielen Dank auch f√ľr den Link zu PhotoPills.

  3. Nutzer Avatar
    Nick Krause

    Die Beugungsanteil ist grundsätzlich bei allen Blenden vorhanden und wird schon vorher d.h. bei der kritischen Blende(je nach Objektiv) sichtbar.Die hier angegebenen optimalen Blenden sind in der Fotopraxis eher irrelevant und können problemlos durch die förderlichen Blendenwerte ersetzt werden.Sofern man dann in die Makrofotografie bei >1:1 Maßstäben ohne Fokusstacking geht kann man dann nochmal problemlos 2 Blendenwerte draufpacken,da der Zugewinn an Schärfentiefe relevanter als der Schärfeverlust durch Beugung ist.

    PS:Auch die Technologie spielt hier eine immer entscheidendere Rolle und dies nicht nur wegen TOF-Sensoren und gr√∂√üereren F√ľllfl√§chen der Pixelpitches.

  4. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias
    und danke f√ľr deine gute Erkl√§rung.
    Jetzt ist es so, dass ich meistens Vollformat-Linsen an meiner APS-C-Kamera (Nikon D500) verwende.
    Gilt Deine Formel dann auch oder gibt es da einen Faktor, der in der Formel ber√ľcksichtigt werden muss?
    fragt
    Dieter

    • Nutzer Avatar

      Hallo Dieter,

      na gern. Meine Formel gilt auch dann, denn die Brennweite des Objektivs ändert sich nicht. Am Ende hängt nur ein kleinerer Sensor dahinter.

      Liebe Gr√ľ√üe,

      Matthias

  5. Nutzer Avatar
    Michael Schmidt

    Super Erkl√§rung, Danke daf√ľr!
    In der Praxis brauchte ich selten kleinere Blende als f11, aber ehrlicherweise habe ich mich bis dato nie mit dem dann m√∂glicherweise auftretenden Problem besch√§ftigt. Man lernt nie aus…

  6. Nutzer Avatar

    Hi,
    das pfeif ich drauf. Wenn es eine große Tiefenschärfe sein soll, dann blende ich auch entsprechend ab. Das bischen was die Gesamtschärfe darunter leidet, sieht kaum jemand und wenn dann nur im direkten Vergleich. Rechnerisch mag das zwar anders sein, mir ist es aber egal.

  7. Nutzer Avatar
    Gerhardt

    Danke f√ľr diese Hinweise. Auch ich musste feststellen, dass bei meiner Canon 80 d schon 7,1 die Grenze ist. Sch√∂n, dass du es hier so ausf√ľhrlich dargestellt hast.
    Herzliche Gr√ľ√üe aus dem hohen Norden

    Kirsten Gerhardt

  8. Nutzer Avatar

    Guten Morgen Matthias,

    Habe meine a 6000 noch nicht so lange und heute morgen hatten wir einen schönen Sonnenaufgang. Also stativ raus und Kamera drauf. Gelesen habe ich, die blende ganz weit zu schließen, damit man einen schönen sonnenstern hat.
    Ja, den hatte ich, aber die Bilder waren alle unscharf und das ganz gewaltig. Ich war echt geschockt. Sind das die Auswirkungen der beugungsunsch√§tfe? Ich war si geschockt, dass ich dachte, das objektiv ist kaputt. Habe gleich nochmal ein „normales Foto“ bei blende 10 gemacht. Da war alle wieder ok und dem kit objektiv entsprechend. H√§tte wohl vorher mal deinen Bericht lesen sollen!?

    Schöne Ostern

    Micha

    • Nutzer Avatar

      Genau das Problem hatte ich auch…
      Toller Sonnenstern bei Abendd√§mmerung mit Blende 22 aber das Bild total matschig…. Jetzt bin ich auch schlauer. Ich dachte schon es liegt am Objektiv oder der Kamera…

  9. Nutzer Avatar
    Olaf Mundigl

    Hallo Matthias,

    vielen Dank f√ľr die sch√∂ne Erkl√§rung und Zusammenstellung.
    Wie oben schon mal erw√§hnt ist die Angabe der Airy disc bzw. Beugungsunsch√§rfe hier rein mathematisch nach der Formel d0 = 2.44 őĽ x f/xx berechnet unter der Annahme, dass es sich um eine optisch perfekte Linse mit kreisrunder Blende handelt. In der Praxis ist das nie der Fall, d.h. je nach Qualit√§t des Objektivs kommt man gut oder weniger gut an dieses theoretische Limit. Es gibt zB unter LensTip.com eine Datenbank, wo man sich die Performance versch. Objektive in der Realit√§t ansehen kann, z.B auch die Unterschiede zwischen Zentrum und Rand. Dort erkennt man auch, dass die gr√∂sste Blende meist nicht die h√∂chste Aufl√∂sung liefert.

    Gr√ľsse

    Olaf Mundigl

  10. Nutzer Avatar
    Alfred M√ľhlbauer

    Hallo Matthias,
    wieder ein sch√∂ner interessanter Artikel von Dir. Man k√∂nnte Schlu√üfolgern, da√ü eine z.B. Canon EOS 6D (20MP) abgeblendet auf 12,7 mehr Tiefensch√§rfe bringt als eine 5 IV (50MP) die hier schon Probleme mit Beugungsunsch√§rfe hat. Greift man da f√ľr Lanschaftaufnahmen besser „zum alten Eisen“ ?

    Gruß
    Alfred

    • Nutzer Avatar

      Hallo Alfred,

      genauso ist es. Deshalb ist h√∂here Megapixel Anzahl nicht immer gut. Was macht man also als Landschaftsfotograf in der Praxis? Wenn man bei der Bildkomposition die Tiefensch√§rfe braucht, dann muss man mit Focus Stacking arbeiten. Hier werden mehrere Bilder mit unterschiedlichen Fokuspunkten aufgenommen. Daf√ľr wird dann die maximale Blende genutzt, bevor die Beugungsunsch√§rfe einsetzt. Diese werden dann am PC zusammengesetzt.

      Liebe Gr√ľ√üe,

      Matthias

  11. Pingback: 8 Gr√ľnde f√ľr unscharfe Fotos - und was du dagegen tun kannst - Reiseblog f√ľr Fotografen und WeltreisendeReiseblog f√ľr Fotografen und Weltreisende

  12. Nutzer Avatar
    Häuptling Auge

    Hallo Matthias,
    diese Rechnungen k√∂nnen die Kamerahersteller auch durchf√ľhren und Beugungseffekte per Software gro√üteils korrigieren. Meiner Erfahrung nach sind diese so gering, dass eher Verwacklung und weitere zeitliche Effekte w√§hrend der Aufnahmedauer eine Rollespielen (kleine Blende -> lange Belichtung).
    Aus Sicht des optischen Designs von Objektiven gibt es viele weitere Gr√ľnde warum der mittlere Bereich, meist um Blende 9, am besten zu handhaben ist. Das nur auf Brechung durch die Blende zu reduzieren halte ich f√ľr falsch. Dazu ist die Physik hinter einem Mehrlinsystem zu komplex und in Verbindung mit Softwarealgorithmen auf dem Chip lassen sich so generelle Aussagen, wie nach Blende x nicht mehr knipsen, meiner Meinung nach, nicht treffen. Klar, selbst testen hilft, aber man sollte sich sehr genau hinterfragen, ob der eigene Test aussagekr√§ftig und wiederholbar ist – zb in verschiedenen Lichtsituationen.
    Die Aussage das Licht fiele auf einen Punkt des Chips verstehe ich nicht. Eine Kameraoptik ist so designed, dass bei jeder Brennweite m√∂glichst der ganze Chip ausgeleuchtet ist, sonst resultieren ja weniger Mpx f√ľr bestimmte Brennweiten. Daher enthalten gerade auch lange Tele so viele Linsen.

  13. Nutzer Avatar

    Erschreckend das bei der Alpha 6000 bei Blende 8 Schluss sein soll.
    Ich muss das glatt mal testen!

    Die Frage die mich dabei besch√§ftigt…
    F√ľr was sind dann die geschlossenen Blenden? Wenn ab Blende 8 Beugungsunsch√§rfe auftritt, sind die anderen Blenden ja quasi Sinnlos!?

    Danke f√ľr die ausf√ľhrliche Ausf√ľhrung.

    LG
    Marko

    • Nutzer Avatar

      Hallo Marko,

      gern ūüôā

      In der Praxis sind die anderen Blenden meist nicht sinnvoll. Es gibt allerdings Situationen wie in der Makrofotografie, die ist mehr Tiefenschärfe wichtiger als die Gesamtschärfe. Dann kann es besser sein, die Blende weiter zu schließen. Oder Focus Stacking zu nutzen.

      Liebe Gr√ľ√üe,

      Matthias

  14. Nutzer Avatar

    die Sony Alpha 7s ist beim iframe von photopils falsch aufgef√ľhrt (sie ist kein mega-pixel-monster wie die 7r) und m√ľsste in etwa gleich auf mit der nikon D700 liegen (12 mega) .. unschaerfe ist also erst ab ca. blende 16 ein thema, was mich sehr freut ūüėČ

  15. Nutzer Avatar

    Hallo Matthias
    Besten Dank f√ľr diesen informativen Artikel. Bis anhin hatte ich mit meiner Nikon D800 und dem Nikkor 24-70mm bei Landschaftsaufnahmen mit der Blende 11 fotografiert um eine m√∂glichst grosse Sch√§rfentiefe zu erhalten.
    Um die Beugungsunschärfe habe ich mir bis jetzt keine Gedanken gemacht.
    In nächster Zeit werde ich Deinen im Blog erwähnten Test durchspielen und bin gespannt auf das Resultat.
    Herzliche Gr√ľsse Gusti

  16. Nutzer Avatar
    Ciril Hendry

    Danke f√ľr Deine Ausf√ľhrungen zur Beugungsunsch√§rfe. Fotografiere auch schon sehr lange, muss mich fast sch√§men, dass ich dieses Wissen nicht hatte, bzw. noch nicht geh√∂rt habe.
    Auch ich bin davon ausgegangen, geschlossene Blände, beste Schärfe.

  17. Nutzer Avatar
    Werner Ulrich

    Hallo Matthias besten Dank f√ľr diesen Artikel. Habe schon lange √ľber die Beugungsunsch√§rfe gelesen und bin √ľberrascht das sie so fr√ľh Einsetzt. Bei meiner Nikon D810 nach deiner Berechnung bei Blende 9,5, ich fotografiere normal bei Blende 13 und bei Makro mit Blende 16 muss nun wohl Umdenken. Werde in Zukunft nur noch mit Blende 11 schaffen, um Unscharfe Bilder zu vermeiden.

    • Nutzer Avatar

      Hallo Werner,

      freut mich, wenn ich dir damit helfen kann. Diese Werte zu kennen ist ein guter Weg, um mehr Bildqualität aus seinem Equipment herauszuholen.

      Liebe Gr√ľ√üe,

      Matthias

  18. Nutzer Avatar
    Frank Wiedemann

    Das hat mich jetzt schon ein bisschen erschrocken, dass der Effekt schon so fr√ľh einsetzt. Landschaftsfotos mit Vordergrundobjekten ben√∂tigen schnell h√∂here Blendenzahlen. Da werde ich meine Objektive wohl noch einmal genauer testen m√ľssen. Vielen Dank f√ľr den tollen Artikel

  19. Nutzer Avatar
    Heribert Jäger

    Deinen Tipp, einmal f√ľr meine Kamera eine Blendenreihe zur Beurteilung der Sch√§rfe zu erstellen, habe ich umgesetzt: Bei der Panasonic DMC-FZ2000 (1″-Sensor) habe ich so √ľber mehrere Zoomstufen als sch√§rfste Blende f/8 ermittelt. Kannst Du das mit Deinem Rechenmodell nachvollziehen? Du kennst sicher eher Vergleichsmodelle als ich mir m√ľhsam herausfinden m√ľsste. Ist das dann die „Kritische“ oder die „F√∂rderliche“ Blende? Denn die Tiefensch√§rfe konnte ich nicht vergleichen; ich bin nur davon ausgegangen, dass die Tiefensch√§rfe bei der Blende f/8 gr√∂√üer als bei f/4 ist, wo die sch√§rfste Blende z.B. f√ľr die DMC-FZ1000 genannt wird. √úbrigens nutze ich bei der FZ2000 das Fokus-Bracketing von RAW-Fotos, um die „Tiefensch√§rfe“ durch Stapeln der Fotos in PS zu erh√∂hen.

      • Nutzer Avatar
        Heribert Jäger

        H√§tte ich gerne, aber f√ľr die Panasonic DMC-FZ2000 gibt es bei den gelisteten Modelle keine 1-Zoll-CMOS, die ich zum Vergleich heranziehen k√∂nnte. Insofern stehe ich auf dem Schlauch…

          • Nutzer Avatar
            Heribert Jäger

            Ja, das sind 1 Zoll Sensoren. Aber das Ergebnis (schon bei f/4,5 soll Beugungsunschärfe auftregen) passt nicht zum visuellen Eindruck, dass bei f/8 das Bild am schärfsten wird. Irgendetwas stimmt da nicht.

  20. Nutzer Avatar
    Hans J√ľrgen Fl√∂rke

    Hallo Matthias. Vielen Dank, f√ľr diesen – wieder mal – ausf√ľhrlichen und informativen Beitrag.
    Sicher, dass beim Abblenden dieser Effekt auftritt, war mir klar. Aber . . . dass er bei meiner Kamera, Canon eos 80D, schon ab Blende 7.1 der Fall ist, hätte ich nicht gedacht.
    Von daher wei√ü ich jetzt, was ich bei zuk√ľnfigen Aufnahmen zu beachten habe.
    Und das mit dem selber Testen . . . werde ich jedenfalls mal ausprobieren!
    Lieber Gruß,
    Hans J√ľrgen Fl√∂rke

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