Expertenrunde: Ziele 2016

Im letzten Post habe ich über meinen Jahresrückblick und meine Ziele für 2016 geschrieben. Natürlich interessiert mich auch immer, welche Ziele sich andere Fotografen stecken. Dazu habe ich 6 Experten aus der deutschsprachigen Landschaftsfotografie Szene gefragt, was sie 2016 erreichen wollen.

Nicolas Alexander Otto

Nicolas Alexander Otto

Nicolas Alexander Otto

Für 2016 habe ich mir persönlich das Ziel gesetzt weiter an meiner Nachtfotografie zu arbeiten, da ich nunmehr das nötigste Equipment dafür zusammen habe, und jetzt die einzelnen Aufnahme- und Bearbeitungstechniken perfektionieren kann. Es gibt einfach nichts schöneres für mich als den Nachthimmel und die blaue Stunde einzufangen. Das ist allerdings in NRW immer durch die massive Lichtverschmutzung limitiert, darum werde ich wohl wieder häufiger in die Tasche greifen müssen, um zu verreisen. Darüber hinaus habe ich auch ein Auge auf die Portrait-fotografie geworfen, da ich immer häufiger von befreundeten Musikern darauf angesprochen werde und generell sehr gerne mit anderen Musikern gerade für solche Aufnahmen zusammenarbeite, da ich weiß, wie es ist vor der Kamera zu stehen und mich leicht in sie hineinversetzen kann.

Ich glaube was die Business Seite angeht, denke ich da nicht so weit voraus, allerdings habe ich weiter vor VHS Kurse zu geben, da ich wirklich Spaß daran habe mein Wissen anderen zu vermitteln. Evtl. plane ich auch noch mal ein oder zwei Workshops zu geben. Aber mein Augenmerk liegt auch dieses Jahr nach wie vor auf dem kreativen Teil der Arbeit.

www.nicolasalexanderotto.net

Stefan Hefele

Stefan Hefele

Stefan Hefele

Natur und Kinder
Ich bin zweifacher Familienvater. Und verdiene meine Brötchen mit Landschaftsfotografie. Es dreht sich also ALLES um Familie/Kinder und Fotografie. Das ist nicht immer einfach unter einen Hut zu bekommen. Umso mehr möchte ich mir für 2016 vornehmen, öfters noch mit Kind und Kegel loszuziehen.

Natur genießen
Würde ich die Natur nicht fast so sehr lieben, wie meine Familie, hätte ich vermutlich Probleme meine zweite Liebe so schön ins Licht zu rücken. Sehr oft aber ist die Landschaftsfotografie wenig romantisch und äußerst stressig. Lange Reisen, kurze Nächte, wenig Luxus, harte Märsche und manchmal alles für die Katz. Da bleibt der Genuss nicht selten auf der Strecke. Vielleicht aber ist das auch ein Reifeprozess, den ich durchgehen muss. Ein Prozess, der mir lehrt, mit mehr Gelassenheit und noch mehr Sinn fürs Schöne durchs Leben zu gehen.

Bleibe dir Treu
Um meine Leidenschaft voranzutreiben musste ich nicht selten auch gegen den Strom schwimmen. Immer wieder kamen Stimmen, die mir ein Leben als Landschaftsfotograf nicht zugetraut hätten oder es ganz allgemein für unrealistisch ansahen. Mit der Zeit und ein bisschen Erfolg stieg natürlich auch mein Selbstbewusstsein. Ich musste mir also immer „Selbst treu bleiben“. Den vielen Versuchungen von Aussen widersprechen. So fühle ich mich mehr als Künstler denn als Handwerker. An diesem Grundsatz, mit dem ich mich wohl fühle, möchte ich auch im neuen Jahr wieder anhalten.

Großes Abenteuer
Meine Reisen sind meist sehr abenteuerlich. Doch treibt es mich noch mehr in die Wildnis, die Abgeschiedenheit. Für 2016 plane ich eine Tour in genau solch eine Gegend. Ziel ist noch ungewiss. Dranbleiben lohnt sich also :-).

Bildband
Natürlich der Traum eines jeden Künstlers/Fotografen: Sein eigener Bildband. Ich halte nichts vom ewigen Stillschweigen. Von daher gilt: In 2016 bietet sich mir vielleicht eine wunderbare Chance, diesen Traum zu realisieren. Noch aber bin ich nur gespannt.

Internationale Vermarktung ausbauen
Fotografieren alleine macht Spaß und bietet mir die Möglichkeit kreativ zu sein. Nutzfaktor im Sinne der Wirtschaftlichkeit ist aber gleich Null, solange ich meine Bilder und Texte nicht verkaufe. Hier möchte ich 2016 verschiedene Zweige und Netwerke nutzen, um an noch mehr potentielle Kunden zu gelangen. Weltweit.

www.stefan-hefele.de

Christian Öser

Christian Öser

Christian Öser

„Was sind deine Ziele im Bereich Fotografie für 2016?“

  • Mein Herzensprojekt, die zwei Gesichter jedes Treppenhauses abzubilden, endlich in ein privates Fotobuch umsetzen. Nachdem ich im Spätsommer 2015 endlich die angestrebte Zahl von 150 Treppenhaus-Paaren erreicht und auf meiner Webseite http://staircase-photography.at/ veröffentlicht habe, konnte ich dieses Ziel bereits zu Jahresbeginn abhaken. Das Fotobuch geht aber fließend in das zweite Ziel über:
  • Bei Verlagen mit diesem Fotobuch-Prototypen vorsprechen und die Möglichkeit eines Bildbandes erörtern. Hier gilt es sowohl finanzielle als auch rechtliche Aspekte genau abzuklären und ich bin nicht sicher, ob sich dieses Ziel erfolgreich umsetzen lassen wird.
  • Eine Ausstellung mit meinen Lieblingsbildern in Angriff nehmen.
  • Auf meiner zweiten Webseite http://www.coeser.de/impressions/ meine Heimatstadt Wien und weitere Landeshauptstädte Österreichs (wie Salzburg, Innsbruck, Linz und Graz) hinzufügen und in jeweils zehn Bildern präsentieren. Das klingt wie eine einfache Aufgabe, doch die nahe liegenden Orte beachtet man meistens am wenigsten. Außerdem möchte ich meine Heimat gerne mit perfekten Fotos darstellen, was eine lange Planung erfordert. Von der Umsetzung dieses Ziels gehe ich stark aus, da mir dieses Projekt extrem Spaß macht.
  • Die Naturfotografie wieder forcieren. 2015 war das Jahr, in dem ich nur ein einziges Mal in der Natur fotografieren war. Allerdings war die Ausbeute durch zu gutes Wetter äußerst mager. 2016 muss das auf jeden Fall besser werden, denn neben der Fotografie geht mir auch die Natur als Element der Beruhigung und Bewusstseinsfindung sehr ab.
  • Weitere Tutorials für meine Webseite und/oder ein Magazin für Bildbearbeitung verfassen.
  • An Fotografentreffen teilnehmen, neue Kollegen treffen und mich mit ihnen austauschen.
  • Dort weitermachen, wo ich 2015 aufgehört habe: Das fotografieren, was mich interessiert und mir Spaß macht. Aktuell bin ich in einer Phase, in der ich gerne postkartentaugliche Bilder erstelle. Ich möchte diese Art jedoch wieder mehr mit meinen früheren Vorlieben vermischen. Das bedeutet, mehr Architektur und abstrakte Formen einbinden sowie Bilder erstellen, die den Betrachter durch eine starke Komposition in den Bann ziehen und optimal auch einen tieferen Sinn ergeben.

Man sieht, ich habe viele Ziele, mache mir aber nicht den Stress, auf Zwang alle zu erreichen. Der Spaß an der Fotografie muss im Vordergrund bleiben.

www.coeser.de/showcase

Felix Inden

Felix Inden

Felix Inden

„Was sind deine Ziele im Bereich Fotografie für 2016?“

Dies ist eine Frage, auf die ich gar nicht mal so einfach eine Antwort finden kann.
Zu vielschichtig ist die Fotografie für mich und zu viele Emotionen hängen daran.
Auf der einen Seite möchte ich weiter daran arbeiten, einen erkennbar „eigenen Stil“ zu schleifen.
In Zeiten, in denen unglaublich viele Fotografen abartig gute Bilder erstellen, erscheint es mir immer wichtiger, eine eigene Handschrift zu führen und diese konsequent umzusetzen.
Anderseits bemerke ich, wie ich meine Bilder oftmals immer mehr in Frage stelle.
Nachdem ich nun den analogen und digitalen Werkzeugkasten eines Fotografen bedienen kann, stellt sich mir oft die Frage danach, ob ich da gerade einfach nur ein schön anzusehendes Bild erstellt habe oder ob es auch etwas aussagt. Wird der Betrachter sich an dieses Bild erinnern können oder verschwimmt schon nach wenigen Minuten oder gar Sekunden das Betrachtete zum Einheitsbrei der allgemeinen visuellen Berieselung? Fragen über Fragen…

Ich will weiter die verschiedenen Landschaften oberhalb des Polarkreises portraitieren, denn ich bemerke, dass es mir wichtiger ist, bestimmte Gebiete zu verschiedenen Jahreszeiten intensiv zu „bearbeiten“, als eine möglichst weltumfassende Galerie zu erstellen.
Einen besonderen Stellenwert bekommt bei mir auch immer mehr das Drucken von Bildern und am liebsten würde ich jeden einzelnen Schritt von Aufnahme bis zur Vollendung eines edlen Prints selber beherrschen und durchführen.

www.felixinden.com

Michael Breitung

Michael Breitung

Michael Breitung

Nachdem ich 2015 eine kleine fotografische Durststrecke durchlebt habe, ist mein primäres Ziel für 2016 wieder mehr Zeit in die Fotografie zu stecken. Als nebenberuflicher Fotograf ist das eigentlich jedes Jahr ein Ziel. Dabei möchte ich den Fokus wieder stärker auf einzelne Fotos legen. Die letzten Jahre war mir auf meinen Reisen wichtig, möglichst viele Fotos mitzubringen, um mein Portfolio bei Agenturen zu füllen. Die Basis ist nun gelegt und ich werde mich wieder auf die Big Shots konzentrieren. Auch wenn mir dadurch sicher einige gute, verkaufbare Fotos durch die Lappen gehen. Außerdem werde ich versuchen neben den üblichen, oft fotografierten Destinationen ein paar Orte zu bereisen, die auf der fotografischen Landkarte noch nicht so groß sind. Es ist immer spannend, wenn man vor der Reise nicht schon tausend Bilder im Kopf hat.

www.mibreit-photo.com

Tobias Richter

Tobias Richter

Tobias Richter

Reiseziele
Da ich noch etwas in der Aufarbeitung meiner Reisen aus dem letzten Jahr festhänge, ist meine Planung für 2016 bis jetzt etwas auf der Strecke geblieben. Ich denke aber dies bald nachholen zu können. Das Fernweh greift auf jeden Fall schon und mir schweben etwas unbekanntere bzw. weniger häufig fotografierte Gebiete vor. Auch möchte ich versuchen in den Alpen höhere Aussichten zu erreichen um die Weite festzuhalten oder den prominenten Gipfeln etwas näher zu kommen.

Außerdem gibt es noch eine lange Liste mit schon geplanten Touren die leider bis jetzt dem Wetter zum Opfer fielen. Meinen Fokus werde ich in Europa belassen und Deutschland vielleicht einen etwas höheren Stellenwert einräumen.

Stilziele
Seit einiger Zeit versuche ich meine Bilder klassischer aufzubauen und mich nicht zu sehr vom (Internet/US-)Zeitgeist leiten zu lassen. Das Ultraweitwinkel bleibt öfter in der Tasche und mein Augenmerk geht mehr auf das Hauptmotiv, dem Vordergrund messe ich eine geringe Bedeutung zu. Auch versuche ich Gegenlicht mehr und mehr zu meiden und eher mit Seitenlicht zu arbeiten um einen natürlicheren Look zu erzielen. Die Stunde vor Sonnenuntergang bzw. nach Sonnenaufgang wird für mich somit interessanter als ein roter Himmel. Das „ideale“ Bild sollte für mich ohne Blending oder viel Arbeit in PS möglich sein.

Wie in jedem Jahr nehme ich mir außerdem vor, mein Unterwassergehäuse mehr zu nutzen. Ich bin gespannt ob es 2016 zu mehr passenden Gelegenheiten kommt.

Neue Website
Als dringlichstes Ziel sehe ich z.Z. eine Aktualisierung meiner Website und hoffe ich kann dieses Projekt in den nächsten Monaten umsetzen. Die Entwürfe stehen auf jeden Fall schon.

Natürlich wird es auch eine Fortsetzung meiner Kalender geben, die ich vielleicht noch um ein größeres Format erweitere.

www.richterphotographie.de

Rainer Mirau

Rainer Mirau

Rainer Mirau

Meine Ziel für 2016 ist kein Ziel zu haben! Das hört sich vielleicht komisch an, aber je länger ich Geld mit der Landschaftsfotografie verdiene, desto mehr wünsche ich mir, es wäre nicht so. Versteht mich nicht falsch, Landschaftsfotograf zu sein ist definitiv der beste Job, den ich mir vorstellen kann. Noch genialer wäre allerdings nicht über das Geld nachdenken zu müssen und genau das zu fotografieren, wozu ich Lust habe, in dem Stil, der mir persönlich gefällt. Ich versuche mich also bezüglich der Landschaftsfotografie treiben zu lassen, um überhaupt erstmal herauszufinden, was ich eigentlich will. Das wissen die wenigsten von uns glaube ich. Ich rede nicht von Erfolg und viel Geld verdienen, das wollen wir oberflächlich betrachtet alle. Ich spreche von befriedigender Arbeit, vom Meistern von Herausforderungen, vom Graben unter die Oberfläche und vom Ausschöpfen des eigenen Potentials. Ich bin seit kurzem 40, da kommt man schon etwas ins Grübeln. Was habe ich erreicht, wo will ich hin? Ganz ehrlich: ich weiß es nicht und es ist mir auch relativ egal. Ich liebe mein Leben genau so, wie es ist. Der Weg ist das Ziel, so abgedroschen diese Floskel auch ist. Wichtig ist nur eines, dass ich mich darauf freue am nächsten Morgen aufzustehen, meine Familie zu sehen, in mein Kellerloch (Büro) zu gehen oder die nächste Reise anzutreten. Also, Ziele für 2016: Jeden Tag vom Jahr genießen! 🙂

www.silent-moment.com

Zum Abschluss: Was sind deine eigenen Ziele für 2016? Nimmst du ein paar Anregungen der Experten mit?

1 Kommentare

  1. Pingback: Januar 2016 | hiacynta jelen | photography

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