Canon EF-S 10-22mm F/3.5-4.5 USM Test

Wenn du einen objektiven Canon EF-S 10-22mm F/3.5-4.5 USM Test mit MTF Kurven und Fokustest erwartest, muss ich dich leider enttäuschen. Ich benutze dieses Objektiv seit 2008 und schildere hier meine subjektiven Eindrücke davon.

Wie ich zum Canon EF-S 10-22mm F/3.5-4.5 USM gekommen bin

Canon EF-S 10-22mm F/3.5-4.5 USM TestAls ich mit der Fotografie begann, hatte ich eine Canon EOS 300D und ein EF-S 18-55mm. Ich habe damals sehr viel ausprobiert. Ich hatte vorher schon eine Kompaktkamera, aber so richtig ernsthafte Fotografie war das noch nicht. Im Mai 2005 hatte ich genug Geld zusammen gespart, um mir endlich eine Spiegelreflexkamera kaufen zu können. Damit tauchte ich in die schillernde Welt der Fotografie ein.

Damals habe ich alle möglichen fotografischen Richtungen ausprobiert. Ich habe Blumen fotografiert, ich war am Skatepark und habe mit den Skatern geshootet, ich habe Autos fotografiert, ich habe Models im Studio fotografiert. Ich wollte für mich heraus finden, welche fotografische Richtung mir am meisten liegt. Nach ein paar Monaten kristallisierte sich heraus, dass mich Landschaft und Architektur am stärksten interessierten.

Diese beiden Genres sind für Weitwinkel prädestiniert. Ein halbes Jahr später machte mich ein Freund auf ein Programm aufmerksam, mit dem man seine Bild in technischer Hinsicht statistisch auswerten konnte. Bei der Auswertung meiner Bilder fiel auf, dass ich etwa 85% davon mit 18mm geschossen hatte.

Weil ich damals noch Student war und es finanziell nicht rosig aussah, kam ich auf eine abenteuerliche Idee. Ein “richtiges” Weitwinkel hätte 450 Euro gekostet. Ich kaufte ein Peleng 8mm Fisheye, was ich per Software am Rechner entzerrte, sodass die finalen Bilder nicht mehr Fisheye ware, aber eben maximal weitwinklig. Das Problem war, dass die Qualität bei der Entzerrung massiv litt. Viel gravierender war aber der Umstand, dass ich bei der Aufnahme nie genau wusste, wie das Bild nach der Entzerrung aussah. Das machte Bildkomposition unmöglich. Ein halbes Jahr später wurde mir bewusst, dass es möglichweise eine Schnappsidee war und ich verkaufte das Fisheye wieder.

Nach einigen weiteren Monaten des Sparens konnte ich mir das Sigma 10-20mm kaufen. Ich habe ab diesem Zeitpunkt fast nur noch weitwinklig fotografiert. 2008 habe ich mein 300D durch eine 450D ersetzt und im selben Atemzug das Sigma Weitwinkel durch das Canon EF-S 10-22mm F/3.5-4.5. Im Grunde genommen war ich mit dem Sigma recht zufrieden. Der Anreiz war aber Folgender. Ich wollte auch mit meinem Weitwinkelobjektiv Infrarotfotografie betreiben können. Aber es gab nur ein Objektiv auf dem Markt, was bei Infrarot keinen Hotspot(heller Fleck in der Mitte des Bildes) hatte – das Canon EF-S 10-22mm.

Blick über den Tellerrand: Andere Weitwinkel für Canon APS-C

Welche Weitwinkelobjektive gibt es für Canon APS-C noch?

Bei meiner Auswahl eines passenden Weitwinkelobjektivs habe ich viel in Foren und in Testberichten gelesen. Summa summarum bewegen sich alle Weitwinkel für Canon auf einem guten Niveau.

Mein subjektiver Canon EF-S 10-22mm F/3.5-4.5 USM Test

Ich benutze das Canon EF-S 10-22mm F/3.5-4.5 USM nun seit 2008. Ich habe unzählige Fototouren damit unternommen und etwa 30.000 Bilder damit gemacht. Es ist unbestritten mein Lieblingsobjektiv. Ich benutze es für ca. 90% meiner Bilder. Es ist im Gegensatz zu den anderen Weitwinkelobjektiven relativ leicht. Besonders bei Fototouren, bei denen man länger zu Fuß unterwegs ist, macht sich das positiv bemerkbar. Ich bin auch heute noch von der Schärfe dieser Linse begeistert. Selbst offen ist die Schärfe gut, abgeblendet auf 5.6 bin ich mehr als zufrieden damit. In der Praxis benutze ich das Canon Weitwinkelobjektiv meist bei Blende 8, um genug Tiefenschärfe zu erreichen.

Der Zoombereich ist überschaubar, gemessen am Vollformat entspricht es 16-35mm. Dieser Bereich reicht mir für meine Fotografie sehr gut aus. Ich mache mittlerweile Landschaftstouren praktisch nur noch mit diesem Objektiv. Früher habe ich noch ein 18-55mm Standardzoom und eine 50mm Festbrennweite dabei gehabt. Nach fast allen Touren kristallisierte sich dann heraus, dass die Auswahl meiner besten Bilder der jeweiligen Tour dann zu 95% mit dem Canon EF-S 10-22mm F/3.5-4.5 USM gemacht waren.

Das Objektiv verzerrt je nach Brennweite leicht und hat einige Chromatische Abberationen. Beides lässt sich aber per Software(Adobe Camera RAW oder Adobe Photoshop) leicht korrigieren.

Ich finde das 10-22mm darüber hinaus recht robust. Es musste in den letzten 8 Jahren keinen Sturz aushalten, hat jedoch die ein oder andere Schramme abbekommen. Trotzdem sitzt die Schärfe noch wie am ersten Tag. Auch Zoom- und Fokusring funktionieren trotz intensivem Einsatz tadellos.

Brauche ich für das Canon EF-S 10-22mm F/3.5-4.5 USM eine Streulichtblende(Gegenlichtblende)?

Das Objektiv ist nicht wahnsinnig anfällig für Blendflecke. Ich für meinen Teil will aber das Maximum an Bildqualität aus meinen Fotos heraus holen und empfehle daher, die Gegenlichtblende Canon EW-83E einzusetzen.

Welche Filter benutze ich am Canon EF-S 10-22mm?

Das 10-22mm hat ein Filtergewinde mit 77mm Durchmesser. In meinem Fotorucksack befinden sich diese Filter:

Ich benutze das Cokin P System mit dem Weitwinkel Filterhalter am Canon EF-S 10-22mm. Dieser Weitwinkelhalter hat nur einen Filterslot und vignettiert ab 11mm nicht mehr.

Beispielbilder

Viele Bilder aus meiner Galerie sind mit dem Canon EF-S 10-22mm F/3.5-4.5 USM entstanden. Eine Auswahl davon:

Wenn du noch mehr lesen willst

Falls dich noch mehr technische Details interessieren oder du dir mal einen Vergleich mit den anderen Weitwinkel Objektiven ansehen willst, so kann ich dir die Tests bei DXOMark, KenRockwell, The Digital Picture oder Photozone empfehlen.

Fazit zum Canon EF-S 10-22mm F/3.5-4.5 USM Test

Ich würde das Canon 10-22mm vorbehaltlos weiter empfehlen. Es ist scharf, leicht und für Infrarotfotografie geeignet.

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